Katherina Reiche streicht alles, was an der Energiewende funktionieren könnte

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Daniel Mautz
Daniel Mautz

Landwirt:innen, Grüne, SPD und der Deutsche Bauernverband protestieren gemeinsam. Das passiert fast nie.

Und wenn es passiert, hat meistens jemand im Ministerium gründlich danebengegriffen.

Wirtschaftsministerin Reiche will im EEG-Entwurf die Sonderförderung für Agri-PV ersatzlos streichen. Dazu Floating-PV auf Gewässern, Solaranlagen auf Mooren und über Parkplätzen. Alles weg.

Dabei ist Agri-PV genau das Konzept, das die ständig beklagte Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Energiewende auflöst. Solarstrom oben, Landwirtschaft unten. Doppelnutzung statt Verdrängung.

Reiches Ministerium behauptet, Agri-PV sei über reguläre Ausschreibungen wettbewerbsfähig. Das ist entweder Ahnungslosigkeit oder gezieltes Framing über angebliche Marktfähigkeit.

Agri-PV braucht höhere Gestelle, damit darunter gewirtschaftet werden kann. Die Investitionskosten liegen deutlich über denen normaler Freiflächenanlagen. Ohne Förderausgleich haben diese Projekte in keiner Ausschreibung eine Chance.

Besonders dreist ist der Widerspruch zum eigenen Koalitionsvertrag. Dort steht schwarz auf weiß, man wolle Doppelnutzung durch Agri-PV und Floating-PV erleichtern. Reiche tut das Gegenteil.

Die Förderprämie wurde ohnehin nie ausgezahlt, weil die EU Bedenken hatte. Statt diese auszuräumen, kippt Reiche gleich das ganze Konzept.

Das ist keine Ordnungspolitik, sondern regulatorische Sabotage an der eigenen Regierungsvereinbarung.

Der Bauernverband erwartet deutliche Korrekturen. Umweltminister Schneider warnt vor einem Schlingerkurs bei den Erneuerbaren.

Wer Technologieoffenheit predigt, aber jede Technologie abwürgt, die zwei Probleme gleichzeitig löst, hat den Begriff nicht verstanden. Oder absichtlich umgedeutet.

Link: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/agri-pv-landwirte-gruene-und-spd-einig-gegen-streichungsplaene-114081686

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