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In der Energiewende geht es nicht nur darum, immer mehr Windräder und Photovoltaikanlagen zu bauen. Entscheidend ist auch die Frage: Was passiert, wenn viel Strom erzeugt wird, aber das Netz ihn gerade nicht aufnehmen kann? Und was passiert, wenn Wind und Sonne mehrere Tage schwach sind?

Genau hier wird die Nachricht aus den Niederlanden spannend. Der niederländische Energieanbieter Budget Thuis hat mit dem Amsterdamer Unternehmen Ore Energy eine Vereinbarung über Eisen-Luft-Speicher geschlossen. Geplant sind insgesamt 1 GWh Speicherkapazität. Die erste verbindliche Ausbaustufe umfasst 400 MWh und soll 2028 geliefert werden.

Die Technik klingt fast altmodisch und ist gerade deshalb interessant: Eisen, Wasser und Luft. Beim Entladen reagiert Eisen mit Sauerstoff, es entsteht Rost und dabei wird elektrische Energie frei. Beim Laden wird dieser Prozess mit Strom wieder zurückgedreht. Ore Energy spricht von Speicherdauern zwischen 24 und 100 Stunden.

Das ist nicht die Batterie fürs schnelle Laden eines Autos und auch kein Ersatz für den kleinen Hausspeicher neben der Photovoltaikanlage. Es geht um etwas anderes: mehrtägige Netzspeicher.
Für ein Stromsystem mit viel Wind und Sonne ist das ein Schlüssel. Lithium-Ionen-Batterien sind stark, wenn es um Minuten bis wenige Stunden geht. Eisen-Luft-Speicher setzen dort an, wo die Lücke größer wird: nachts, bei Flauten, bei Wetterlagen über mehrere Tage. Sie können überschüssigen Wind- oder Solarstrom aufnehmen und später wieder abgeben. Genau dadurch könnten künftig weniger fossile Kraftwerke hochgefahren werden müssen.

Auch Deutschland kennt das Problem längst. Nach SMARD/Bundesnetzagentur wurden 2025 rund 9.379 GWh erneuerbarer Strom im Redispatch reduziert. Das waren 3,5 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung. Zugleich lagen die vorläufigen Gesamtkosten des Netzengpassmanagements 2025 bei 3,071 Milliarden Euro. Redispatch bedeutet: Erzeugung wird verändert, damit Leitungen nicht überlastet werden.
Die Lehre daraus ist nicht: Speicher statt Netze. Wir brauchen beides. Netzausbau, flexible Verbraucher, Kurzzeitspeicher, Langzeitspeicher und intelligente Steuerung. Aber die Niederlande zeigen, dass Langzeitspeicher nicht mehr nur PowerPoint-Zukunft sind. Sie werden bestellt, getestet und in konkrete Lieferpläne gegossen.

Deutschland sollte daraus lernen. Wer erneuerbare Energien ausbaut, muss Speicher nicht bremsen, sondern beschleunigen. Eine Politik, die vor allem neue Gaskraftwerke als Antwort präsentiert, denkt zu fossil. Die Zukunft liegt nicht im Verbrennen, sondern im Speichern.
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Hinweis zu KI-Bildern:
Die Bilder zu diesem Beitrag können mit künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein. Sie dienen der Illustration und sind keine dokumentarischen Originalaufnahmen.
Quellen:
Ore Energy, 2026: Ore Energy and Budget Thuis Announce 1 GWh Iron-Air Energy Storage Agreement
https://www.oreenergy.com/news/ore-energy-and-budget-thuis-partner-to-deploy-1-gwh-of-iron-air-energy-storage
SMARD/Bundesnetzagentur, 2026: Maßnahmenvolumen im Gesamtjahr stabil
https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/219906/massnahmenvolumen-im-gesamtjahr-stabil
Bundesnetzagentur: Redispatch – Erklärung Netzengpassmanagement
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/Netzengpassmanagement/Engpassmanagement/Redispatch/start.html
SPRIND: Long-Duration Energy Storage Challenge: Ore Energy
https://www.sprind.org/en/actions/challenges/energystorage/ore-energy






























































