Atomkraft ist keine Lösung – warum erneuerbare Energien sinnvoller sind

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Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann.
Überzeugter demokratischer Europäer.

Deutschland verfügt über eines der sichersten Stromnetze der Welt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Ein wichtiger Punkt ist die dezentrale Stromversorgung durch erneuerbare Energien. Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse erzeugen Strom an vielen verschiedenen Orten gleichzeitig. Fällt eine einzelne Anlage aus, hat dies meist nur geringe Auswirkungen auf das Gesamtnetz.

Anders sieht es bei zentralen Großkraftwerken aus. Wenn ein großes Kohle- oder Atomkraftwerk ausfällt, fehlt sofort eine enorme Strommenge. Genau deshalb erhöht eine dezentrale Energieversorgung langfristig sogar die Stabilität des Stromnetzes.

Das eigentliche Problem in Deutschland sind derzeit nicht die erneuerbaren Energien, sondern politische Versäumnisse beim Netzausbau und bei Energiespeichern.

Vor allem fehlen leistungsfähige Stromtrassen von Nord- nach Süddeutschland. Gleichzeitig wurden große Batteriespeicher viel zu langsam ausgebaut. Die Folge: An windreichen Tagen produzieren Windkraftanlagen im Norden mehr Strom, als transportiert oder gespeichert werden kann. Deshalb müssen Windräder zeitweise abgeschaltet werden.

Diese Fehlplanung verursacht gleich doppelte Kosten für Verbraucher:

  • Betreiber erhalten Entschädigungen für das Abschalten von Windkraftanlagen.
  • Gleichzeitig sollen zusätzliche Gaskraftwerke im Süden gebaut werden, um Stromengpässe auszugleichen.

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Beides ließe sich durch bessere Stromnetze und größere Batteriespeicher deutlich reduzieren. Überschüssiger Windstrom könnte gespeichert oder in andere Regionen transportiert werden. Das wäre langfristig günstiger und klimafreundlicher.

Atomkraft ist dagegen keine Lösung.

Neue Atomkraftwerke kosten viele Milliarden Euro und benötigen oft 15 bis 20 Jahre Bauzeit. Hinzu kommen enorme Kosten für Rückbau und Endlagerung radioaktiver Abfälle.

Außerdem verschärft der Klimawandel ein weiteres Problem: Atomkraftwerke benötigen riesige Mengen Kühlwasser. Schon wieder müssen in Frankreich Reaktoren heruntergefahren werden, weil Flüsse zu warm sind oder zu wenig Wasser führen. Deutschland hilft deshalb Frankreich mit erneuerbarem Strom aus.

Würden die Kraftwerke trotzdem weiterlaufen, könnten Flüsse ökologisch massiv geschädigt werden. Die Erwärmung des Wassers würde Sauerstoffmangel verursachen – mit Folgen wie Fischsterben und Schäden für ganze Ökosysteme.

Die Zukunft liegt deshalb nicht in neuen Atomkraftwerken, sondern in:

  • besseren Stromnetzen,
  • großen Batteriespeichern,
  • intelligenten Netzen
  • und dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

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