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LobbyControl
⁉️ Wird die Klimakrise plötzlich doch nicht so schlimm? Genau diesen Eindruck vermitteln derzeit konservative und rechtskonservative Kampagnen. Wieder mit dabei: der WELT-Redakteur Axel Bojanowski und die frühere CDU-Politikerin Kristina Schröder.

Ausgangspunkt ist eigentlich eine positive Entwicklung: Durch Klimapolitik, sinkende Kosten für erneuerbare Energien und weniger Kohleverstromung nutzt der Weltklimarat IPCC einige frühere Extrem-Szenarien heute nicht mehr als zentrale Grundlage seiner Prognosen.
Doch genau daraus wird nun eine gegenteilige Erzählung gemacht. Rechte und konservative Kreise behaupten plötzlich, der IPCC habe jahrelang übertrieben oder bewusst falsche Szenarien verbreitet. Daraus entsteht der Vorwurf, Klimaforschung, NGOs und Klimabewegung hätten mit Angst gearbeitet, um strengere Klimaschutzmaßnahmen durchzusetzen.

Daran schließt sich Häme gegenüber Wissenschaftlern und Klimaschützern an – verbunden mit der Forderung, Klimaziele zurückzufahren und Klimaschutz auszubremsen.
In Deutschland verbreiteten zunächst Medien wie Tichys Einblick oder Nius diese Narrative. Danach griff auch die WELT unter Axel Bojanowski die Darstellungen auf. Später erschienen ähnliche Beiträge in Cicero, Focus und der Berliner Zeitung.

Besonders deutlich wurde dies durch Kristina Schröder. Die frühere CDU-Familienministerin und Vorständin des rechtskonservativen Thinktanks Republik 21 fordert in einem Gastbeitrag in der WELT, den Klimaschutz deutlich zu bremsen. Klimapolitik sei angeblich zu teuer und wirtschaftlich schädlich.

Das Problem: Die wissenschaftliche Lage hat sich keineswegs entspannt. Die Folgen der Erderwärmung werden weltweit und auch in Europa immer sichtbarer – durch Hitzewellen, Dürren, Starkregen und enorme wirtschaftliche Schäden. Der IPCC hat die Klimakrise nicht „abgesagt“, sondern bewertet Risiken auf Basis neuer Daten differenzierter.
Bemerkenswert ist zudem: Eine frühere WELT-Artikelserie über einen angeblichen „NGO-Skandal“ wurde bereits vom Deutschen Presserat gerügt. Kritiker sehen darin ein weiteres Beispiel dafür, wie verzerrte Darstellungen politisch genutzt werden, um klimapolitische Rückschritte zu legitimieren.

Fotos von Werner Hoffmann mit KI-generiert
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