„Demokratisch gewählt“ heißt nicht automatisch demokratisch – warum wir aus 1933 lernen müssen

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Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann, Überzeugter demokratischer Europäer.

Immer wieder hört man von Funktionären und Anhängern der AfD das Argument: „Die AfD ist doch demokratisch gewählt.“

Wenn ich diesen Satz höre, denke ich an die deutsche Geschichte. Dabei ist eine Klarstellung wichtig: Adolf Hitler wurde nicht vom Volk zum Reichskanzler gewählt. Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte ihn am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Die NSDAP war zuvor durch Wahlen zur stärksten Partei im Reichstag geworden. Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 erreichte sie 43,9 Prozent.

Das zeigt: Eine Partei kann durch Wahlen politische Macht erlangen und diese Macht anschließend dazu benutzen, die Demokratie zu beseitigen. Genau aus dieser historischen Erfahrung entstand nach 1945 das Konzept der „wehrhaften Demokratie“.

Ein Schild, das in sozialen Medien verbreitet wird, bringt diese Warnung drastisch auf den Punkt:

„Hitler begann nicht mit Lagern. Er begann mit …“

Bücher verbieten
die Presse ins Visier nehmen
Einwanderern die Schuld geben
aus Nachbarn Feinde machen
Gerichte und Richter kontrollieren
Arbeitnehmerrechte angreifen
Lügen und Verschwörungstheorien verbreiten
Religion als Waffe einsetzen
Wahrheit durch Propaganda ersetzen

Diese Aufzählung ist keine wissenschaftliche Chronologie der NS-Diktatur. Sie soll daran erinnern, dass eine Demokratie nicht erst gefährdet ist, wenn ihre Institutionen bereits abgeschafft sind.

Genau deshalb haben die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes Konsequenzen aus dem Scheitern der Weimarer Republik gezogen.

Artikel 21 Absatz 2 Grundgesetz bestimmt, dass Parteien verfassungswidrig sind, wenn sie nach ihren Zielen oder dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen.

Allerdings entscheidet darüber ausschließlich das Bundesverfassungsgericht. Eine Partei darf also nicht einfach deshalb von Wahlen ausgeschlossen werden, weil sie als rechtsextrem oder verfassungsfeindlich angesehen wird. Für ein Parteiverbot gelten bewusst sehr hohe verfassungsrechtliche Anforderungen.

Meine Meinung: Wenn eine Partei nachweislich und planvoll darauf hinarbeitet, unsere freiheitliche demokratische Grundordnung zu beseitigen, muss der Rechtsstaat seine verfassungsmäßigen Möglichkeiten prüfen und nutzen.

Denn die Geschichte hat uns eines gelehrt:

Eine Demokratie muss nicht tatenlos zusehen, wie demokratische Instrumente dazu benutzt werden, sie selbst abzuschaffen.

#Demokratie #WehrhafteDemokratie #NieWieder #Grundgesetz #Rechtsextremismus

Hinweis zu den Bildern:
Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder wurden teilweise mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt bzw. bearbeitet. Sie dienen der Illustration und Visualisierung des Beitrags. Insbesondere die historisch dargestellten Szenen sind KI-generierte Rekonstruktionen und keine historischen Originalfotografien.

Witwenrente: Gericht stoppt Rückforderung über 33.524 Euro

Witwenrente: Gericht stoppt Rückforderung über 33.524 Euro

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Werner Hoffmann. - Rentenberater und Prozessbevollmächtigter

Werner Hoffmann. – Rentenberater und Prozessbevollmächtigter.

Immer wieder gibt es Fälle, in denen die Deutsche Rentenversicherung Witwenrenten zurückfordert. In einem Fall von mir war dies bereits 2021 ungerechtfertigt gewesen.

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Eine Witwe sollte mehr als 33.500 Euro an die Deutsche Rentenversicherung zurückzahlen. Die Behörde war der Auffassung, dass ihre Witwenrente über viele Jahre zu hoch ausgezahlt worden sei. Doch das Hessische Landessozialgericht stellte sich auf die Seite der Betroffenen und erklärte die Rückforderung für rechtswidrig.

Der Fall reicht weit zurück. Die Frau bezog seit dem Tod ihres Ehemannes eine große Witwenrente. Jahre später vertrat die Rentenversicherung die Ansicht, bestimmte Einkünfte der Witwe müssten auf die Witwenrente angerechnet werden. Daraufhin wurde die Leistung rückwirkend neu berechnet. Für den Zeitraum von Juli 2002 bis September 2017 verlangte die Behörde insgesamt 33.524,06 Euro zurück.

Die Witwe wehrte sich gegen diese Forderung. Sie machte geltend, dass die betreffenden Einnahmen nicht aus einer eigenen selbstständigen Tätigkeit stammten und deshalb nicht als anrechenbares Einkommen berücksichtigt werden dürften.

Das Gericht prüfte den Sachverhalt genau. Dabei stellte sich heraus, dass die umstrittenen Zahlungen aus der Übernahme eines geerbten Architekturbüros durch den Sohn der Witwe stammten. Nach dem Tod des Vaters hatte der Sohn das Büro übernommen und den Kaufpreis über viele Jahre in Raten an seine Mutter gezahlt. Die Witwe selbst war dabei jedoch nicht beruflich tätig und setzte keine eigene Arbeitskraft ein.

Genau dieser Punkt war für die Richter entscheidend. Nach ihrer Auffassung handelte es sich nicht um anrechenbares Erwerbseinkommen, sondern um Zahlungen aus der Vermögensübertragung innerhalb der Familie. Deshalb durfte die Witwenrente nicht gekürzt werden.

Hinzu kam eine wichtige Übergangsregelung im Hinterbliebenenrecht. Da der Ehemann bereits 1991 verstorben war und die Voraussetzungen der damaligen Rechtslage erfüllt waren, galt für die Witwe weiterhin das ältere Recht zur Einkommensanrechnung. Auch deshalb durfte die Rentenversicherung die Zahlungen des Sohnes nicht auf die Witwenrente anrechnen.

Bemerkenswert ist, dass das Gericht keinerlei Hinweis auf eine Täuschung oder einen Betrug der Witwe sah. Es ging ausschließlich um die rechtliche Bewertung der Einnahmen. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass die Rentenversicherung die Einkünfte falsch eingeordnet hatte.

Fazit: Das Urteil zeigt, dass nicht jede Einnahme automatisch zu einer Kürzung der Witwenrente führt. Entscheidend sind die Herkunft der Einkünfte, die jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen und die genaue rechtliche Einordnung. Wer eine Rückforderung erhält, sollte den Bescheid daher sorgfältig prüfen lassen.

Rentenberater. Werner Hoffmann. www.Renten-Experte.de
Unabhängiger Rentenberater und Prozessbevollmächtigter. –
Werner Hoffmann.

#Witwenrente #Rentenversicherung #Rentenrecht #Sozialgericht #Hinterbliebenenrente

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