Werner Hoffmann. Überzeugter demokratischer Europäer.
Russlands Angriff auf Europa findet längst nicht mehr nur mit Raketen, Sabotage oder Cyberangriffen statt. Eine immer größere Rolle spielt ein kaum beachtetes Instrument: Kryptowährungen.
Die ARD-Dokumentation „Kryptokrieg – Wie Putin uns mit Bitcoins bekämpft“ zeigt, wie digitale Währungen genutzt werden können, um Sanktionen zu umgehen, Vermögen zu verschieben und internationale Finanzkontrollen auszutricksen. Während demokratische Staaten versuchen, Russlands Kriegsmaschinerie finanziell zu schwächen, entstehen neue Wege, Geld nahezu weltweit und deutlich schwerer nachvollziehbar zu bewegen.
Damit wächst auch das Risiko verdeckter Einflussnahme. Wo Geldströme kaum kontrolliert werden können, eröffnen sich Möglichkeiten zur Finanzierung von Desinformation, Cyberangriffen, Propaganda, Einflussnetzwerken und politischen Aktivitäten.
Eine berechtigte sicherheitspolitische Frage lautet deshalb: Nutzt Russland Kryptowährungen bereits oder künftig auch, um Einzelpersonen, Organisationen oder politische Netzwerke in Europa verdeckt zu unterstützen?
Belastbare Belege dafür, dass Russland auf diesem Weg gezielt rechtsradikale Parteien oder Gruppierungen in Deutschland finanziert, wären nach dieser Recherche mehr als nur vorstellbar. Frühere Vorgänge – etwa die Finanzierung des damaligen Front National von Marine Le Pen durch einen russischen Kreditgeber – zeigen, dass Moskau bereits versucht hat, politischen Einfluss in Europa über finanzielle Verbindungen auszubauen.
Kryptowährungen könnten dafür heute ein noch wirksameres Instrument sein. Sie ermöglichen schnelle internationale Transaktionen und können dazu beitragen, die tatsächliche Herkunft von Geldern zu verschleiern.
Gerade autoritäre Regime profitieren davon, wenn demokratische Staaten die Gefahren digitaler Finanzströme unterschätzen. Deshalb braucht Europa deutlich strengere Regeln gegen Geldwäsche, Sanktionsumgehung und verdeckte Kryptotransaktionen sowie eine engere internationale Zusammenarbeit der Sicherheits- und Finanzbehörden.
Die ARD-Dokumentation macht deutlich: Der hybride Krieg gegen Demokratien wird nicht nur auf dem Schlachtfeld geführt. Er findet ebenso im Internet, in sozialen Netzwerken, bei Cyberangriffen – und möglicherweise über digitale Geldströme statt.
Wer unsere Demokratie schützen will, muss auch diese Front endlich ernst nehmen.
Immer wieder ist derselbe Satz zu hören: „Die AfD ist doch demokratisch gewählt!“ Oft wird er so verwendet, als würde allein das Wahlergebnis jede Kritik beenden. Doch genau darin liegt ein grundlegendes Missverständnis.
Der Kabarettist Markus Barth brachte es mit einem treffenden Vergleich auf den Punkt: „Ein Fliegenpilz ist auch dann giftig, wenn der Pilzsammler ihn ganz legal gepflückt hat.“ Ob etwas legal zustande gekommen ist, sagt noch nichts über seine Wirkung aus. Genauso bedeutet eine demokratische Wahl lediglich, dass eine Partei Stimmen erhalten hat – nicht automatisch, dass ihre Ziele oder ihr Handeln demokratischen Grundwerten entsprechen.
Demokratie ist weit mehr als das Auszählen von Stimmen. Sie lebt von Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, freien Medien, unabhängigen Gerichten und dem Schutz von Minderheiten. Wahlen verleihen politische Legitimation – sie ersetzen aber niemals die Bindung an diese Grundprinzipien.
Ebenso selbstverständlich gehört zur Demokratie das Recht auf Kritik. Protest, Widerspruch und öffentliche Debatten sind keine Gefahr für die Demokratie, sondern ihr Fundament. Wer eine Partei kritisiert, handelt nicht undemokratisch, sondern macht von einem Grundrecht Gebrauch.
Auch die Geschichte mahnt zur Differenzierung. Adolf Hitler wurde nicht mit absoluter Mehrheit zum Reichskanzler gewählt. Die NSDAP wurde 1932 zwar stärkste Partei, erreichte aber keine absolute Mehrheit. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Selbst bei der Reichstagswahl im März 1933 erreichte die NSDAP lediglich 43,9 Prozent.
Erst danach wurden Grundrechte beseitigt, politische Gegner verfolgt, Parlamente entmachtet und andere Parteien verboten. Der demokratische Zugang zur Macht war kein Beweis demokratischer Gesinnung, sondern der Beginn ihrer schrittweisen Abschaffung.
Auch aktuelle Entwicklungen verdienen Aufmerksamkeit. In Umfragen erreicht die AfD in Sachsen und Sachsen-Anhalt seit Monaten Werte von über 40 Prozent. Solche Umfragen sind keine Wahlergebnisse, sie zeigen jedoch politische Entwicklungen auf und können Anlass für eine ernsthafte gesellschaftliche Debatte sein.
Der Hinweis „Die Partei ist doch demokratisch gewählt“ ersetzt keine inhaltliche Auseinandersetzung. Eine demokratische Wahl ist kein Freibrief und kein Gütesiegel für demokratisches Handeln.
Demokratisch gewählt zu sein bedeutet nicht automatisch, Demokrat zu sein. Es bedeutet lediglich, dass genügend Menschen ihre Stimme abgegeben haben. Geschichte zeigt, dass auch demokratische Mehrheiten irren und politischen Kräften Macht übertragen können, die demokratische Regeln später infrage stellen.
Jeder Bürger hat selbstverständlich das Recht, die AfD zu wählen. Ebenso hat jeder Bürger das Recht, diese Entscheidung kritisch zu bewerten und vor möglichen Folgen zu warnen. Beides gehört zur Meinungsfreiheit – und genau das macht eine lebendige Demokratie aus.
Die AfD präsentiert sich seit Jahren als Partei der Wahrheit. Sie wirft anderen Parteien vor, Missstände zu vertuschen und Kritik zu unterdrücken. Doch was geschieht, wenn kritische Stimmen aus den eigenen Reihen kommen?
Genau das zeigt der Fall des ehemaligen AfD-Politikers Kai-Uwe Uebner aus Sachsen-Anhalt. Nach einem Interview mit dem ZDF, in dem er interne Vorgänge innerhalb der AfD schilderte, wurde er nach Medienberichten aus der Landtagsfraktion ausgeschlossen.
Bemerkenswert ist vor allem, dass Uebner kein politischer Gegner der AfD war. Er war selbst Mitglied der Partei und berichtete aus eigener Erfahrung über interne Abläufe.
Im Interview erhob er unter anderem Vorwürfe der Vetternwirtschaft, einer Selbstbedienungsmentalität, rechtsextremer Symbolik einzelner Mitglieder sowie problematischer Kontakte. Sollten diese Vorwürfe zutreffen, wären sie gravierend und würden eine umfassende interne Aufklärung erwarten lassen.
Stattdessen traf die Konsequenz offenbar denjenigen, der die Vorwürfe öffentlich machte. Dadurch entsteht zumindest der Eindruck, dass weniger die Inhalte als vielmehr deren Veröffentlichung sanktioniert wurde.
Eine Partei, die Transparenz und Aufklärung von anderen einfordert, muss sich an denselben Maßstäben messen lassen. Wer Missstände bei politischen Gegnern kritisiert, sollte auch bereit sein, Kritik aus den eigenen Reihen ernsthaft zu prüfen.
Der Fall wirft deshalb grundlegende Fragen auf: Wie geht die AfD mit interner Kritik um? Werden Hinweise auf mögliche Missstände unabhängig untersucht oder geraten diejenigen unter Druck, die sie öffentlich machen?
Ob sämtliche Vorwürfe zutreffen, müssen zuständige Stellen und die Partei selbst klären. Fest steht jedoch: Politischer Schaden entsteht nicht nur durch mögliche Missstände, sondern auch durch den Umgang mit ihnen.
Demokratische Glaubwürdigkeit zeigt sich vor allem daran, wie eine Partei mit unbequemen Stimmen in den eigenen Reihen umgeht.
Kommentar von
Werner Hoffmann, Überzeugter demokratischer Europäer.
Wieder einmal zeigt sich für mich, dass die AfD mit innerparteilicher Kritik nicht demokratisch umgeht. Deshalb halte ich es für dringend notwendig, dass endlich ein Verbotsverfahren gegen die AfD eingeleitet wird. Ob die Voraussetzungen für ein Verbot vorliegen, muss anschließend das Bundesverfassungsgericht entscheiden.
Der Begriff „Heizungshammer“ gehört zu den erfolgreichsten politischen Schlagworten der vergangenen Jahre – obwohl es nie ein Gesetz mit diesem Namen gab. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere die Berichterstattung der BILD die öffentliche Wahrnehmung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erheblich beeinflusst habe.
Die Untersuchung beschreibt, dass durch die wiederholte Verwendung emotionaler Begriffe wie „Heizungshammer“ oder „Heizverbot“ bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck entstand, funktionierende Öl- und Gasheizungen müssten kurzfristig ausgebaut werden. Das entsprach jedoch nicht dem Inhalt des Gesetzes. Bestehende Heizungen durften grundsätzlich weiter betrieben und repariert werden. Die Regelungen betrafen vor allem den Einbau neuer Heizungen unter bestimmten Voraussetzungen.
Besonders kritisch bewertet die Studie den Einfluss zugespitzter Medienberichterstattung auf die politische Debatte. Nach ihrer Analyse wurde ein komplexes Gesetz auf wenige emotionale Schlagworte reduziert. Dadurch sei aus einer sachlichen Diskussion über Klimaschutz, Energieversorgung und Heiztechnik ein emotionaler Kulturkampf geworden.
Die BILD gehört zum Axel-Springer-Konzern. Die Studie kritisiert insbesondere die Berichterstattung der BILD und kommt zu dem Ergebnis, dass diese wesentlich zur Verbreitung des Begriffs „Heizungshammer“ und zur Emotionalisierung der öffentlichen Diskussion beigetragen habe. Dadurch seien Fehleindrücke über den tatsächlichen Inhalt des Gebäudeenergiegesetzes entstanden.
Die Folgen waren erheblich: Die Debatte wurde polarisiert, viele Menschen verunsichert und das Vertrauen in die Energiewende geschwächt. Unabhängig davon, wie man das Gebäudeenergiegesetz bewertet, zeigt dieser Fall, welche Macht große Medien durch Framing besitzen können. Demokratische Entscheidungen sollten auf überprüfbaren Fakten beruhen – nicht auf Schlagworten, die komplexe Inhalte verzerren.
Meine persönliche Meinung
Die Art und Weise, wie durch zugespitzte Schlagzeilen und wiederholtes Framing politische Debatten beeinflusst werden können, erinnert mich zunehmend an die historische Rolle des Medienunternehmers Alfred Hugenberg in der Endphase der Weimarer Republik.
Das Bundesverwaltungsgericht stellte in seinem Urteil vom 17. März 2005 (Az. 3 C 20.04) fest, dass Hugenberg ein „Wegbereiter der nationalsozialistischen Herrschaft“ war.
Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um eine Gleichsetzung, sondern um den Hinweis, dass große Medienhäuser aufgrund ihrer Reichweite eine besondere Verantwortung für eine faktenbasierte und ausgewogene Berichterstattung tragen.
– überzeugter Demokrat und Europäer und in keiner Partei tätig.
Die Diskussion über die Brandmauer zur AfD gehört seit Jahren zu den wichtigsten politischen Debatten in Deutschland. Für die einen ist sie Ausdruck demokratischer Verantwortung, für andere ein Mittel der Ausgrenzung. Doch warum halten die meisten demokratischen Parteien weiterhin an dieser Abgrenzung fest?
Der wichtigste Grund ist die Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Demokratische Parteien können in Sachfragen durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Sie teilen jedoch den gemeinsamen Konsens, dass Menschenwürde, Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Pressefreiheit und der Schutz von Minderheiten unverzichtbare Grundlagen unseres Grundgesetzes sind.
Die AfD wird seit Jahren von den Sicherheitsbehörden beobachtet. Mehrere Landesverbände wurden als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Auch die Gesamtpartei wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz entsprechend eingestuft; diese Einstufung ist jedoch derzeit Gegenstand gerichtlicher Verfahren und daher noch nicht rechtskräftig. Unabhängig davon sehen viele demokratische Parteien aufgrund zahlreicher Äußerungen und Entwicklungen erhebliche Gründe, eine politische Zusammenarbeit abzulehnen.
Die Brandmauer richtet sich dabei nicht gegen die Wählerinnen und Wähler.
Jede demokratisch abgegebene Stimme hat den gleichen Wert.
Die politische Abgrenzung betrifft ausschließlich eine Zusammenarbeit mit einer Partei, bei der erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken bestehen.
Auch die Geschichte Deutschlands spielt eine wichtige Rolle. Die Erfahrungen der Weimarer Republik zeigen, dass Demokratien schrittweise geschwächt werden können, wenn extremistische Kräfte politisch normalisiert werden. Viele Demokratinnen und Demokraten sehen die Brandmauer deshalb als Schutzmechanismus unserer Demokratie.
Gleichzeitig genügt eine Brandmauer allein nicht. Wer den Zuspruch für extremistische Parteien dauerhaft verringern möchte, muss die Ursachen angehen: soziale Unsicherheit, wirtschaftliche Sorgen, Bürokratie, fehlende Zukunftsperspektiven und den Vertrauensverlust in staatliche Institutionen.
Die Brandmauer ist daher kein Ersatz für gute Politik, sondern eine klare demokratische Grenze. Sie macht deutlich: Die Zusammenarbeit demokratischer Parteien endet dort, wo die Grundwerte des Grundgesetzes infrage gestellt werden. Gleichzeitig bleibt es Aufgabe der demokratischen Mitte, die Probleme der Bürgerinnen und Bürger überzeugend zu lösen. Nur beides zusammen – klare Abgrenzung gegenüber Extremismus und gute Politik – stärkt das Vertrauen in unsere Demokratie langfristig.
Wer Hass sät, will Hass ernten. Die Maske ist nicht erst im Interview mit Dunja Hayali gefallen. Wer schon immer genau hingeschaut hat, hat es auch früher gesehen. Die Verachtung, die Wut und der Hass sprudeln nur so aus ihren Worten und Gesichtsausdrücken.
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Da gibt es nichts Normales, nichts Demokratisches, auch wenn man sich selbst als konservativ-freiheitlich-liberal bezeichnet.
Sie wollen mit ihrem geballten Hass über alle Menschen und Institutionen herfallen, die nicht in ihr faschistisch-rechtsextremes Weltbild passen.
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Wer darauf vorbereitet ist, den wird es nicht überraschen. Wir dürfen uns nicht auf ein Verbotsverfahren verlassen, das vielleicht niemals kommt.
Wir müssen selbst Widerstand leisten, uns vernetzen und den Faschisten zeigen, dass wir ihnen nicht kampflos das Feld überlassen.
Ich bin Fotograf und poste über Politik, Demokratie #Toleranz #Vielfalt und #Menschenrechte, wenn ich nicht Baustellen, Events oder Portraits fotografiere.
Werner Hoffmann. Überzeugter demokratischer Europäer.
Das Europäische Parlament hat ein Verfahren gegen die ESN-Partei – Europe of Sovereign Nations Party angestoßen. Diese Partei ist nicht identisch mit der ESN-Fraktion im Europaparlament. Genau dieser Unterschied ist wichtig.
Denn in sozialen Netzwerken wird derzeit teilweise behauptet, die AfD fliege bei Erfolg automatisch aus dem EU-Parlament. Das stimmt nach bisherigem Stand leider nicht.
Geprüft wird, ob die ESN-Partei gegen die Grundwerte der Europäischen Union verstößt.
Dazu gehören Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und Minderheitenschutz.
Sollte die Prüfung erfolgreich sein, könnte die ESN-Partei ihren Status als europäische Partei verlieren.
Damit wären vor allem EU-Finanzierung und politische Privilegien betroffen.
Die AfD selbst würde dadurch aber nicht automatisch verboten. Auch die Mandate der AfD-Abgeordneten im Europaparlament würden dadurch nicht automatisch entfallen.
Trotzdem ist dieses Verfahren politisch hoch bedeutsam. Denn es zeigt: Auch auf europäischer Ebene wächst der Druck auf das Umfeld der AfD.
Für die AfD ist das ein weiterer Kratzer im Lack. Nicht juristisch im Sinne eines direkten Parteiverbots, aber politisch und öffentlich sehr wohl.
Aus meiner Sicht wird dadurch erneut deutlich, dass die AfD und ihr europäisches Bündnis nicht einfach nur „konservativ“ wahrgenommen werden.
Vielmehr steht inzwischen die Frage im Raum, ob Teile dieses politischen Umfelds mit den demokratischen Grundwerten Europas vereinbar sind.
Das ist für die AfD unangenehm. Denn jedes solche Verfahren schwächt das Bild, das sie selbst gerne von sich zeichnet.
Fest steht:
Die AfD fliegt dadurch nicht automatisch aus dem EU-Parlament.
Aber politisch bleibt hängen:
Europa schaut genauer hin. Und jeder neue Prüfpunkt führt zu weiteren Kratzern bei der AfD.