Rentenfalle nach dem Arbeitslosengeld: Ein einziger Monat kann die Erwerbsminderungsrente kosten!

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Werner Hoffmann. - Rentenberater und Prozessbevollmächtigter
Werner Hoffmann. – Rentenberater und Prozessbevollmächtigter.

Bei der Erwerbsminderungsrente denken viele zunächst an die Gesundheit: Wie krank bin ich? Wie viele Stunden kann ich noch arbeiten? Was sagt der Gutachter?

Doch es gibt eine zweite Voraussetzung, die mindestens genauso wichtig sein kann: die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.

Grundsätzlich gilt die sogenannte 3/5-Regel: In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens 36 Monate mit Pflichtbeiträgen vorhanden sein. Bestimmte rentenrechtliche Zeiten können diesen Fünfjahreszeitraum verlängern.

Wie dramatisch dabei ein einziger Monat sein kann, zeigt ein Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg vom 23. April 2026 (L 10 R 3482/24).

Eine Versicherte hatte bis zum 14. Januar 2021 Arbeitslosengeld erhalten. Danach blieb sie bei der Agentur für Arbeit als arbeitslose Nichtleistungsempfängerin gemeldet. Auch im Versicherungsverlauf waren entsprechende Zeiten vermerkt.

Doch genau hier lag die Rentenfalle.

Rentenberater. Werner Hoffmann. www.Renten-Experte.de

Das Gericht stellte fest: Die bloße Arbeitslosmeldung reicht nicht automatisch aus. Wer diese Zeit als rentenrechtliche Anrechnungszeit nutzen will, muss grundsätzlich tatsächlich eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stehen.

Im konkreten Fall konnte eine solche ernsthafte Beschäftigungssuche nicht festgestellt werden. Die Arbeitslosmeldung sollte vielmehr insbesondere dem Erhalt von „Rentenzeiten“ dienen.

Die Konsequenz war erheblich:

Wäre die Erwerbsminderung spätestens am 28. Februar 2023 eingetreten, wären noch 36 Monate Pflichtbeiträge vorhanden gewesen.

Bei einem Eintritt ab 1. März 2023 waren es dagegen nur noch 35 Monate.

Ein einziger Monat entschied damit über die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Erwerbsminderungsrente.

Das Problem: Nach Auffassung des Gerichts war die Frau bis Ende Februar 2023 medizinisch noch nicht erwerbsgemindert. Später verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand – doch da fehlte bereits die notwendige Pflichtbeitragszeit.

Mein Hinweis aus der Beratungspraxis:

Wer länger krank oder arbeitslos ist, sollte nicht nur fragen:

„Bin ich schon erwerbsgemindert?“

Mindestens genauso wichtig ist die Frage:

„Bis zu welchem konkreten Datum erfülle ich noch die 3/5-Regel?“

Gerade nach dem Ende von Krankengeld oder Arbeitslosengeld kann eine genaue Prüfung des Versicherungsverlaufs entscheidend sein.

Denn bei der Erwerbsminderungsrente können wenige Wochen oder sogar ein einziger Monat über einen Rentenanspruch entscheiden.

Deshalb: Nicht warten, bis die rentenrechtliche Tür bereits zugefallen ist.

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Hinweis: Verwendete Bilder können mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt worden sein.

Erwerbsminderungsrente auf Dauer: Wann die Rentenversicherung nicht mehr befristen darf

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Rentenberater. Werner Hoffmann. www.Renten-Experte.de
Unabhängiger Rentenberater Werner Hoffmann.

Wer eine Erwerbsminderungsrente erhält, bekommt sie keineswegs automatisch dauerhaft. Grundsätzlich werden Renten wegen Erwerbsminderung zunächst befristet bewilligt.

Nach § 102 Abs. 2 SGB VI darf eine Befristung grundsätzlich längstens drei Jahre nach Rentenbeginn dauern. Danach kann die Deutsche Rentenversicherung die Rente erneut befristet verlängern – wiederum für höchstens drei Jahre.

Doch es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Zeitrente und Dauerrente.

Eine Erwerbsminderungsrente ist unbefristet zu leisten, wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit wieder behoben werden kann. Dabei kommt es nicht allein auf die Diagnose an.

Eine schwere Depression, Krebserkrankung, neurologische Erkrankung oder eine schwere Erkrankung des Bewegungsapparates bedeutet deshalb nicht automatisch: Rente auf Dauer.

Entscheidend ist vielmehr die medizinische Prognose: Kann sich das Leistungsvermögen durch Behandlung, Therapie oder Rehabilitation noch so verbessern, dass keine Erwerbsminderung mehr vorliegt?

Ist eine solche Verbesserung nach den medizinischen Erkenntnissen unwahrscheinlich, kann eine Dauerrente sogar bereits bei der ersten Bewilligung möglich sein.

Besonders wichtig ist die 9-Jahres-Regel.

Wurde die Erwerbsminderungsrente aus medizinischen Gründen insgesamt neun Jahre lang befristet, geht das Gesetz davon aus, dass eine Behebung der Erwerbsminderung unwahrscheinlich ist. Dann ist grundsätzlich eine unbefristete Erwerbsminderungsrente zu leisten.

Aber Vorsicht: Eine bedeutende Ausnahme gibt es bei der sogenannten Arbeitsmarktrente.

Wer medizinisch noch drei bis unter sechs Stunden täglich arbeiten könnte und nur deshalb eine volle Erwerbsminderungsrente erhält, weil der Teilzeitarbeitsmarkt als verschlossen gilt, bekommt eine arbeitsmarktbedingte volle EM-Rente.

Für diese gilt die 9-Jahres-Grenze nicht. Sie kann weiterhin befristet werden.

Mein Tipp: Wer bereits mehrfach eine befristete EM-Rente erhalten hat, sollte genau prüfen, warum die Rente befristet wurde, wie lange sie bereits bezogen wird und ob die medizinischen Voraussetzungen inzwischen für eine Dauerrente sprechen.

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Hinweis: Die verwendeten Bilder sind KI-generiert und dienen ausschließlich der Illustration.

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