Rente mit 63 vor dem Rückzieher? Altersteilzeit könnte zur Rentenfalle werden

Ein Beitrag von
Werner Hoffmann. - Rentenberater und Prozessbevollmächtigter
Werner Hoffmann. – Rentenberater und Prozessbevollmächtigter.

Die Diskussion um die sogenannte „Rente mit 63“ nimmt erneut Fahrt auf. Gemeint ist heute vor allem die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Wer 45 Versicherungsjahre erfüllt, kann – je nach Geburtsjahr – früher abschlagsfrei in Rente gehen. Für Jahrgänge ab 1964 ist dies grundsätzlich mit 65 Jahren möglich.

Politisch wird über Einschränkungen, Abschaffung sowie Übergangs- und Härtefallregelungen diskutiert. Dabei wird ein wichtiger Punkt bislang kaum beachtet:

Was passiert mit bereits bestehenden Altersteilzeitverträgen?

Viele Unternehmen nutzen das Blockmodell, zum Beispiel 3 Jahre Aktivphase plus 3 Jahre Passivphase. Die Verträge sind häufig so gestaltet, dass am Ende unmittelbar eine Altersrente beginnt.

Das kann die Altersrente für langjährig Versicherte mit Abschlägen oder die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Jahren sein.

Genau hier kann eine Reform problematisch werden.

Beispiel: Die Altersteilzeit endet mit 65. Nach heutiger Rechtslage soll anschließend die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren beginnen. Wird das Zugangsalter später angehoben, kann eine Versorgungslücke entstehen.

Denn ein Altersteilzeitvertrag verlängert sich nicht automatisch, nur weil sich das Rentenrecht ändert. Maßgeblich sind der konkrete Vertrag, ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung.

Die Altersteilzeit kann also enden, obwohl die eingeplante Rente noch nicht beginnen darf.

Das ist besonders kritisch, weil Beschäftigte ihre Lebens- und Finanzplanung oft Jahre vorher darauf ausgerichtet haben. Auch Arbeitgeber planen entsprechend.

Deshalb genügt ein allgemeiner Hinweis auf Vertrauensschutz nicht. Es muss geprüft werden, ob bereits abgeschlossene Altersteilzeitverträge ausdrücklich geschützt werden, wenn sie auf den bisherigen Rentenbeginn nach 45 Versicherungsjahren ausgerichtet wurden.

Wer dagegen ohnehin den Übergang in die Altersrente für langjährig Versicherte mit Abschlägen geplant hat, wäre von einer Änderung der 45-Jahres-Rente nicht automatisch betroffen.

Bei jeder Reform der Rente nach 45 Versicherungsjahren muss die Altersteilzeit mitgedacht werden. Sonst kann aus einer Rentenreform für manche Beschäftigte eine echte Renten- und Versorgungslücke entstehen.

#RenteMit63 #Altersteilzeit #Rentenreform #Rentenversicherung #Altersrente

Hinweis: Die verwendeten Bilder wurden mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und dienen ausschließlich der Illustration. Dargestellte Personen, Situationen und Dokumente sind symbolisch und stehen nicht für konkrete Einzelfälle.

Im Ausland gearbeitet? Rentenansprüche sichern!

Auslandsrente und frühere Auslandstätigkeit

Wer im Ausland gearbeitet hat, erwirbt relevante Zeiten für den späteren Rentenanspruch.

Jobs im Ausland sollten deshalb unbedingt beim zuständigen Rentenversicherungsträger angegeben werden. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin hin.

Um eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Dazu zählt zum Beispiel eine „Mindestversicherungszeit“:

Für langjährig Versicherte liegt diese in Deutschland bei 35 Jahren. Beschäftigungszeiten, die in verschiedenen Ländern zurückgelegt wurden, können hierfür zusammengerechnet werden.

Eine Zusammenrechnung der Zeiten erfolgt nach europäischem Gemeinschaftsrecht zwischen den Staaten der Europäischen Union sowie Liechtenstein, Island, Norwegen und der Schweiz. Mit vielen anderen Staaten hat Deutschland Sozialversicherungsabkommen geschlossen, etwa mit Tunesien, der Türkei, den USA und Australien. Diese enthalten entsprechende Regelungen zur Zusammenrechnung von Zeiten.

Sind die Voraussetzungen für eine Rente erfüllt, zahlt grundsätzlich jedes Land die Leistung aus den dort zurückgelegten Zeiten.

Demzufolge können zeitgleich Rentenzahlungen aus mehreren Staaten erfolgen. Wer die Mindestversicherungszeit trotz der Zusammenrechnung von Zeiten nicht erfüllt und somit keine Rente erhält, kann sich die gezahlten Beiträge in der Regel erstatten lassen.

Innerhalb der Deutschen Rentenversicherung gibt es – unterschiedliche Verbindungsstellen, die zuständig sind:

Land Deutsche Verbindungsstellen der Regionalträger


Albanien Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz


Australien Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen


Belgien Deutsche Rentenversicherung Rheinland


Bosnien-Herzegowina Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Brasilien Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

Bulgarien Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Chile Deutsche Rentenversicherung Rheinland

Dänemark Deutsche Rentenversicherung Nord

Estland Deutsche Rentenversicherung Nord

Finnland Deutsche Rentenversicherung Nord

Frankreich
Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Griechenland Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg

Großbritannien Deutsche Rentenversicherung Nord

Indien Deutsche Rentenversicherung Nord

Irland Deutsche Rentenversicherung Nord

Island Deutsche Rentenversicherung Westfalen

Israel Deutsche Rentenversicherung Rheinland

Italien Deutsche Rentenversicherung Schwaben

Japan Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover

Kanada/Québec Deutsche Rentenversicherung Nord

Republik Korea Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover

Kosovo Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Kroatien Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Lettland Deutsche Rentenversicherung Nord

Liechtenstein Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg

Litauen Deutsche Rentenversicherung Nord

Luxemburg
Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Malta Deutsche Rentenversicherung Schwaben
Marokko Deutsche Rentenversicherung Schwaben
Niederlande

Deutsche Rentenversicherung Westfalen

Republik Moldau
Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

Montenegro Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Nordmazedonien Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Norwegen Deutsche Rentenversicherung Nord

Österreich Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Philippinen Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover

Polen Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg

Portugal Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

Rumänien Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

Schweden Deutsche Rentenversicherung Nord

Schweiz Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg

Serbien Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Slowakei Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Slowenien Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Spanien Deutsche Rentenversicherung Rheinland

Tschechien Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Tunesien Deutsche Rentenversicherung Schwaben

Türkei Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

Ukraine Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Ungarn Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland

Uruguay Deutsche Rentenversicherung Rheinland

USA Deutsche Rentenversicherung Nord

Zypern (griechischer Teil) Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg

Beispiel:

Ein Italiener arbeitete in Deutschland, hatte aber noch Militärdienst und Arbeitszeiten in Italien abgeleistet.

In diesem Fall wäre die Deutsche Rentenversicherung Schwaben für den Rentenantrag zuständig.

error

Gefällt Dir der Blog-Demokratie? Einfach weiterempfehlen