Rhein vor der Teilung: Niedrigwasser treibt Güter auf die Straße – doch die Regierung verweigert das Tempolimit

Ein Beitrag von

Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer.

Der Rhein droht an einer entscheidenden Stelle praktisch auseinanderzubrechen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt könnte der Pegel bei Kaub südlich von Koblenz bald in den einstelligen Zentimeterbereich fallen. Die Fahrrinne dort ist das Nadelöhr zwischen den Nordseehäfen und Süddeutschland. Wird sie unpassierbar, wäre der Rhein für den durchgehenden Güterverkehr faktisch zweigeteilt.

Nördlich von Kaub könnten Schiffe weiter zwischen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und deutschen Häfen verkehren. Südlich blieben Main, Mosel und Neckar erreichbar. Die Verbindung dazwischen wäre jedoch unterbrochen. Schon jetzt können viele Schiffe wegen des geringen Tiefgangs nur einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung befördern. Das verteuert Transporte und gefährdet die Versorgung von Chemie-, Stahl- und Energieunternehmen.

Viele Güter müssten auf Straße und Schiene verlagert werden. Die Dimension ist enorm: Laut Deutscher Industrie- und Handelskammer würden bereits 25 Prozent weniger Frachtkapazität auf dem Rhein etwa 120.000 zusätzliche Lkw-Ladungen bedeuten. Dafür fehlen Fahrzeuge, Fahrer und ausreichende Kapazitäten auf der Schiene.

Mehrere Bundesländer haben deshalb das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für bestimmte Lkw-Transporte zeitweise gelockert. Damit rollen auch sonntags zusätzliche Lastwagen. Die Folgen: mehr Staus, Lärm, Abgase und Straßenverschleiß. Mit zunehmendem Schwerverkehr steigen zudem Konflikt- und Unfallrisiken.

Auch Europas Energieversorgung leidet unter Hitze und Niedrigwasser. In Frankreich mussten Kernreaktoren gedrosselt oder heruntergefahren werden, weil Flüsse zu wenig oder zu warmes Kühlwasser führen. Auch Rumänien und Ungarn reduzierten die Atomstromproduktion wegen niedriger Donaupegel. Tschechien beobachtet die Lage ebenfalls.

Fehlender Strom muss über das europäische Verbundnetz ausgeglichen werden. Dazu tragen auch deutsche Wind- und Solaranlagen bei.

Trotz zusätzlicher Lkw, wachsender Staugefahr und höherer Unfallrisiken lehnt die schwarz-rote Bundesregierung ein allgemeines Tempolimit weiterhin ab. Friedrich Merz, Markus Söder und die Union blockieren es; die SPD setzt es in der Koalition nicht durch. Selbst in dieser Ausnahmesituation bleibt damit eine sofort umsetzbare Maßnahme für mehr Verkehrssicherheit und Klimaschutz ungenutzt.

Das ist nicht nur kurzsichtig. Ich empfinde es als perfide!

#Niedrigwasser
#Rhein
#Klimakrise
#Tempolimit
#Bundesregierung

Quellen:

n-tv, 9. August 2026: Binnenschiffer erwarten baldige Zweiteilung des Rheins

Reuters, 9. August 2026: Warnung vor einer Zweiteilung des Rheins durch Niedrigwasser

Tagesschau, 8. August 2026: Lockerungen des Sonntagsfahrverbots

Reuters, 31. Juli 2026: Niedrige Donaupegel beeinträchtigen Kernkraftwerke

Die verwendeten Bilder wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Sie dienen ausschließlich der symbolischen Darstellung und zeigen keine dokumentarischen Aufnahmen tatsächlicher Ereignisse.

error

Gefällt Dir der Blog-Demokratie? Einfach weiterempfehlen