Ein Beitrag von Werner Hoffmann
Die Zahl „41 Prozent“ macht Schlagzeilen.
Ein Whitepaper der Technischen Universität München kommt nach Auswertung von 19 Studien und 47 Szenarien zu dem Ergebnis, dass batterieelektrische Autos über den Lebenszyklus durchschnittlich 41 Prozent weniger CO₂ verursachen als Verbrenner. Auftraggeber war TUM-Präsident Thomas F. Hofmann. Federführend waren Prof. Johannes Fottner, Prof. Magnus Fröhling und Prof. Tim Büthe.

Doch welche Verbindungen bestehen zur Autoindustrie?
Bei Johannes Fottner und Magnus Fröhling sind Kooperationen mit der Branche dokumentiert. Beide waren am Forschungsprojekt „Future Sustainable Car Materials“ beteiligt. Konsortialführer war die BMW Group; außerdem wirkten unter anderem Dräxlmaier und Thyssenkrupp Steel mit. Das Projekt wurde öffentlich durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Auch beim Projekt „Car2Car“ arbeiteten Fottner und Fröhling mit BMW zusammen. BMW war dort Projektleiter beziehungsweise Projektpartner. Auch dieses Projekt erhielt öffentliche Förderung.
Fottners Lehrstuhl weist zudem frühere Industriekooperationen mit BMW, BMW M, Audi, Continental, Bosch, MAN, Schaeffler und weiteren Unternehmen aus.

Auch die TUM selbst unterhält umfangreiche Wirtschaftskooperationen. Zu ihren Unternehmenspartnern gehören unter anderem BMW und MAN. Als „Partners of Excellence“ werden unter anderem BMW, Audi, MAN, Volkswagen, RWE und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft genannt.
Politisch ist der Zeitpunkt bemerkenswert. Die TUM erklärt selbst, Hofmann habe die Untersuchung „vor dem Hintergrund der im Herbst anstehenden politischen Entscheidungen zur Zukunft der Automobilindustrie in Europa“ beauftragt.

Markus Söder greift die 41-Prozent-Zahl für seine Forderung auf, das EU-Verbrenner-Aus zurückzudrehen.
Dabei kann man dieselbe Zahl völlig anders lesen:
Elektroautos verursachen laut Whitepaper durchschnittlich nicht „nur“ 41 Prozent weniger CO₂, sondern immerhin 41 Prozent weniger. Zudem nennt die TUM selbst eine große Spannweite: Je nach Szenario kann der Vorteil des Elektroautos bis zu 89 Prozent betragen.

Warum wird also gerade die niedrig wirkende Zahl „41 Prozent“ politisch so stark hervorgehoben?
Aus einem deutlichen CO₂-Vorteil der Elektromobilität wird damit ein Argument für eine Technologie gemacht, die dauerhaft fossile Kraftstoffe benötigt.
Genau hier beginnt die politische Instrumentalisierung einer wissenschaftlichen Zahl.
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Hinweis: Die verwendeten Bilder wurden teilweise mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

