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Ich bin noch nie Mitglied einer Partei gewesen. Ich bin Wechselwähler und bezeichne mich als unabhängigen demokratischen Europäer.
Gewählt habe ich in meinem Leben schon CDU, FDP, SPD und Grüne. Gerade deshalb schreibe ich das nicht aus Parteitreue, sondern aus Enttäuschung über eine politische Entwicklung, die ich für gefährlich halte.
Eine längere Zeit habe ich auch die CDU gewählt. Nicht, weil ich alles richtig fand, sondern weil ich in der Zuwanderung größere Chancen sah als viele andere: für den Arbeitsmarkt, für die Generationenfrage, für Fachkräfte, für Know-how und für ein offenes Europa.
Und wer jetzt mit dem Angstthema „fremde Kulturen“ und „Kriminelle“ einzelne Attentate hochspielt, sollte auch zwei andere Zahlen zur Kenntnis nehmen:
Allein 2026 wurden in Deutschland nach RKI-Schätzung bereits rund 12.500 hitzebedingte Todesfälle gezählt. Und was sagen dazu CDU, CSU, FDP und AfD?
Sie sitzen das Thema aus und wissen, dass es irgendwann wieder weniger heiß wird. Sie vergessen aber: Nach den Hitzetoten kommen die Herbststürme. Und dann heißt es wieder: „So ist halt das Wetter!“
Und bei Sexualdelikten sind Tatverdächtige laut Polizeilicher Kriminalstatistik ganz überwiegend männlich; bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall liegt der Anteil männlicher Tatverdächtiger sogar bei über 90 %.
Das Problem ist also nicht „die fremde Kultur“, sondern Gewalt, Männergewalt und politisches Wegschauen.
Bitte nicht falsch verstehen:
Aber bei 12.500 Hitzetoten verstecken sich CDU, CSU, FDP und AfD. Wenn aber zehn Menschen von einem Autofahrer angefahren oder gar getötet werden, will man gleich Deutschland absperren und alle Ausländer abschieben.
Thema Atomkraft
Auch bei der Abkehr von der Kernkraft und bei der vorsichtigen Anerkennung des Klimawandels war die CDU unter Angela Merkel weiter als das, was heute aus Teilen der Union kommt.

Heute sehe ich bei CDU und CSU kein überzeugendes Zukunftskonzept mehr. Stattdessen dominiert zu oft ein rückwärtsgewandter Kulturkampf. Die Grünen werden zum Feindbild erklärt, Klimaschutz wird lächerlich gemacht, notwendige Modernisierung wird verzögert. Das stärkt nicht die politische Mitte. Es stärkt am Ende die extremistischen Kräfte.

Übrigens waren an dem Aufbau des grünen Feindbildes massiv der Axel-Springer-Verlag mit BILD/WELT und auch Focus vom Burda-Verlag sowie alle rechtspopulistischen Medien beteiligt.
Und schaut man hinter die Kulissen, dann findet man dort fossile Investoren.
Beim Axel-Springer-Verlag wurden die Wärmepumpe über 230-mal und das Elektrofahrzeug rund 150-mal madig gemacht.
Man wollte strategisch damit ein Feindbild gegen Habeck und die Grünen aufbauen, da der neue „Grüne Kurs“ eine Gefahr für die fossile Lobby war; auch eine Gefahr für USA 2.0, Putin–Russland & Co.
Wenn man weiß, dass 38 % dieses Konzerns direkt dem fossilen Investor KKR gehörten und der Axel-Springer-Verlag heute im USA-Land 2.0 aktiv ist, dann weiß man, warum BILD für fossile Energie schwärmt.

Besonders problematisch ist die neoliberale Schlagseite bei CDU, CSU und FDP. Dort wird Freiheit oft mit der Freiheit der fossilen Lobby verwechselt.
Es geht dann nicht mehr um soziale Marktwirtschaft, sondern um Besitzstandswahrung für alte Geschäftsmodelle: Öl, Gas, Verbrenner, Atomkraft, Steuergeschenke und möglichst wenig Regulierung.
Diese Form von Neoliberalismus macht unsere Demokratie kaputt, weil sie die Interessen weniger wirtschaftlich Mächtiger über die Zukunft vieler stellt.
Dass CDU und CSU dieses seit 2006 bestehende Informationsrecht (Informationsfreiheitsgesetz, IFG) nach knapp 20 Jahren wieder zurückbauen wollen, indem Presse, Bürgerinnen und Bürger oder Organisationen nicht mehr einfach nachfragen können, wer wann was in einer Behörde veranlasst hat, ist der erste Axthieb beim Kahlschlag der Demokratie.
Man schafft damit einen Teil demokratischer Kontrolle ab.

Wenn ich mir Teile der heutigen Führung anschaue, etwa Friedrich Merz, Katherina Reiche, Carsten Linnemann, Steffen Bilger oder Philipp Amthor, dann sehe ich keine Politik, die Deutschland mutig in die Zukunft führt.
Ich sehe vor allem Abwehr: gegen Klimaschutz, gegen Transformation, gegen eine moderne europäische Industriepolitik.
Die SPD ist mir in dieser Lage oft zu leise und zu defensiv.
Sie erklärt zu wenig, setzt zu wenig Zeichen und lässt sich zu oft treiben.
Jetzt versucht sie, ein grünes Thema für sich zu nutzen, um mehr Wähler für sich zu gewinnen, ohne zu erkennen, dass sie damit die Grünen schwächt, aber gleichzeitig der CDU und AfD nicht weh tut.
Ja, die SPD hat vielleicht auch die Sorge, dass wenn sie zu viel rebelliert, die CDU vielleicht doch nich als Minderheitsregierung mit der AfD gemeinsame Sache macht.
Die SPD sollte – nein, sie muss – zurück zum Thema Sozialdemokratie für den Mittelstand der Arbeitnehmer, Rentner und Selbstständigen.
Dazu zählen übrigens nicht nur Sozialhilfeempfänger, sondern auch Menschen mit Einkommen bis knapp 60.000 Euro pro Jahr; der mittlere Bruttojahresverdienst von Vollzeitbeschäftigten lag 2025 laut Statistischem Bundesamt bei 54.066 Euro.
Aus meiner Sicht wird es Zeit, die Grünen wieder stärker zu machen.
Habeck zurück in Verantwortung wäre kein Fehler.
Natürlich machen auch die Grünen Fehler.
Aber sie benennen wenigstens die zentralen Zukunftsfragen: Klima, Energie, industrielle Transformation, Europa, Digitalisierung, Abhängigkeiten von autoritären Staaten.
Der menschengemachte Klimawandel ist keine abstrakte Theorie mehr.
Er ist sichtbar und spürbar: Hitzewellen, Wassermangel, Waldbrände, Bergstürze, Ernteausfälle und steigende Lebensmittelpreise.
Für Europa wurden für 2024 über 30.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Wer in dieser Lage Klimaschutz als Ideologie abtut, handelt verantwortungslos.
Auch die Energiefrage ist eine Freiheitsfrage.
Fossile Energie macht uns abhängig von autoritären Staaten.
Atomkraft schafft ebenfalls Abhängigkeiten. Russland kontrolliert über Rosatom einen erheblichen Anteil der weltweiten Urananreicherung.
Über 42 % der weltweiten Urananreicherung befindet sich in der Hand von Putin-Russland durch Rosatom!
Wer Atomkraft als nationale Unabhängigkeit verkauft, verschweigt diesen geopolitischen Haken.
Dazu kommt:
Die alte Energiewelt ist nicht billig.
Erneuerbare Energien gehören bei neuen Anlagen längst zu den günstigsten Stromquellen.
Dagegen bleiben Atomkraft, fossile Importe, Zwischenlagerung,
Endlagerung und Altlasten Kostenrisiken für Jahrzehnte.
Das Umweltbundesamt bezifferte umweltschädliche Subventionen in Deutschland bereits für 2018 auf mindestens 65,4 Milliarden Euro.
Im Jahr 2025 sah es nicht besser aus: Allein für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle waren über 534 Millionen Euro vorgesehen;
das ist gut zweieinhalbmal so viel wie der gesamte Haushalt des Umweltbundesamtes (UBA) mit rund 205 Millionen Euro.
Für Zwischen- und Endlagerung zusammen waren sogar 1,4 Milliarden Euro vorgesehen.
Das UBA könnte solche Atomkosten aus eigenen Mitteln gar nicht decken.
Das ist eine Untergrenze, keine abschließende Gesamtrechnung.

Und die Asse zeigt, wohin diese Politik führt: In das marode Atommülllager dringt Wasser ein, die Vorbereitung der Rückholung wird bereits auf rund 4,7 Milliarden Euro geschätzt; die Gesamtkosten sind bis heute nicht prognostizierbar, könnten jedoch zwischen 80 und über 100 Milliarden Euro liegen.

Deutschland und Europa müssen endlich europäisch denken. Unser Geld sollte in erneuerbare Energien, Speicher, Netze, Digitalisierung, Bildung und industrielle Wertschöpfung in Europa fließen. Nicht weiter in fossile Abhängigkeiten, alte Technologien und digitale Monopole außerhalb Europas.
Demokratie braucht Zukunft. Zukunft entsteht nicht durch Rückwärtsreden, nicht durch fossile Nostalgie und nicht durch neoliberale Besitzstandspolitik. Zukunft entsteht durch Mut, Aufklärung, Investitionen und europäische Verantwortung.
#Klimaschutz #Demokratie #Energiewende #Europa #CDU
Hinweis: Die verwendeten Bilder wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt und dienen als symbolische Visualisierung des Artikels.
Diese Quellen wurden hier berücksichtigt:
Statistisches Bundesamt, 01.04.2026: Mittlerer Bruttojahresverdienst 2025 bei 54.066 Euro
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_113_621.html
Spiegel / RKI, August 2026: Zahl der Hitzetoten laut RKI-Schätzung auf rund 12.500 gestiegen
https://www.spiegel.de/gesundheit/hitze-in-deutschland-zahl-der-hitzetoten-laut-rki-auf-12-500-gestiegen-a-6e83a5e8-7f40-42da-bbd3-d4fd6e57b70f
BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2025/pks2025_node.html
BfDI, 01.01.2006: Informationsfreiheitsgesetz tritt in Kraft
https://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2005/41-05InformationsfreiheitsgesetzTrittAm01012006InKraft.html
Tagesschau, 06.07.2026: Was sich bei der Informationsfreiheit ändern soll
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/informationsfreiheitsgesetz-novelle-100.html
Umweltbundesamt: Umweltschädliche Subventionen in Deutschland, 65,4 Mrd. Euro als Untergrenze
https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/umweltschaedliche-subventionen-in-deutschland
Fraunhofer ISE: Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien und konventioneller Kraftwerke
https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html
Reuters, 08.08.2025: Russland/Rosatom hält rund 44 % weltweiter Urananreicherungskapazität
https://www.reuters.com/business/energy/russias-rosatom-starts-development-uranium-deposit-eastern-siberia-2025-08-08/
Deutscher Bundestag, 08.07.2025: Bundeshaushalt 2025, Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw28-de-umwelt-1094312
BGE: Schachtanlage Asse II und Kosten der Rückholung
https://www.bge.de/de/asse/
Greenpeace: Atomstrom und weitere Folgekosten der Atomkraft
https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/atomstrom-304-milliarden-euro-subventioniert
Reuters, 26.08.2019: KKR wird größter Aktionär von Axel Springer mit 43,54 %
https://www.reuters.com/article/world/kkr-becomes-axel-springers-biggest-shareholder-idUSKCN1VG1TE/
Axel Springer, 29.04.2025: Neue Konzernstruktur, Mediengeschäft wieder unter Kontrolle von Friede Springer und Mathias Döpfner
https://www.axelspringer.com/en/ax-press-release/axel-springer-implements-new-corporate-structure

