Renten-Schock ab 2027? DRV warnt vor höheren Beiträgen für Millionen

Renten-Schock ab 2027? DRV warnt vor höheren Beiträgen für Millionen

Ein Beitrag von

Werner Hoffmann - Rentenberater (RDG) www.Renten-experte.de

Werner Hoffmann – Rentenberater (RDG)

www.Renten-experte.de

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) schlägt Alarm:

Bereits ab 2027 könnten Millionen Arbeitnehmer und Arbeitgeber stärker belastet werden. Hintergrund sind Pläne der Bundesregierung, die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung um rund vier Milliarden Euro zu kürzen.

Nach Angaben der DRV würde dies dazu führen, dass der Rentenbeitrag bereits 2027 von derzeit 18,6 Prozent auf 18,8 Prozent steigen müsste. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssten die zusätzlichen Kosten jeweils zur Hälfte tragen. Für Beschäftigte bedeutet das weniger Netto vom Brutto, für Unternehmen höhere Lohnkosten.

Warum die Rentenversicherung protestiert

Die Deutsche Rentenversicherung verweist darauf, dass sie zahlreiche Leistungen finanziert, für die niemals Beiträge eingezahlt wurden. Dazu gehören unter anderem Kindererziehungszeiten sowie weitere politisch beschlossene Leistungen.

DRV-Vorstandsvorsitzender Alexander Gunkel kritisiert deshalb die Kürzungspläne deutlich. Wenn der Bund seine Zuschüsse reduziert, müssten die fehlenden Milliarden letztlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern über höhere Beiträge aufgebracht werden. Die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben dürfe nicht zulasten der Beitragszahler erfolgen.

Die eigentliche Debatte wird oft verschwiegen

Seit Jahrzehnten werden der gesetzlichen Rentenversicherung sogenannte versicherungsfremde Leistungen übertragen. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die gesellschaftspolitisch gewollt sind, aber nicht durch die Beiträge der Versicherten verursacht wurden.

Wer solche Leistungen beschließt, muss sie eigentlich vollständig aus Steuermitteln finanzieren. Geschieht dies nicht oder nur teilweise, entsteht schnell der Eindruck, die Rentenversicherung habe ein grundsätzliches Finanzierungsproblem.

Genau an diesem Punkt setzen viele neoliberale (= wirtschaftsliberale) Gruppen an. Sie nutzen die durch politische Entscheidungen verursachten Finanzierungslücken häufig als Beleg dafür, dass das Umlageverfahren angeblich nicht mehr tragfähig sei.

Dabei wird jedoch oft übersehen, dass ein erheblicher Teil der Belastungen nicht aus den eigentlichen Rentenansprüchen der Beitragszahler entsteht, sondern aus politischen Zusatzaufgaben, die der Rentenversicherung übertragen wurden.

Die entscheidende Frage

Die aktuelle Diskussion zeigt deshalb, dass nicht nur über Beitragssätze gesprochen werden darf. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Aufgaben die gesetzliche Rentenversicherung finanzieren soll und wer dafür aufkommt.

Wenn der Staat gesamtgesellschaftliche Leistungen beschließt, sollte er diese auch vollständig aus Steuermitteln finanzieren. Andernfalls drohen höhere Beiträge und eine weitere Verschärfung der Debatte über die Zukunft der gesetzlichen Rente.

Unabhängiger Rentenberater Werner Hoffmann.

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Renten-Schock aus der CDU? Warum Millionen Arbeitnehmer am Ende die Zeche zahlen könnten!

Renten-Schock aus der CDU? Warum Millionen Arbeitnehmer am Ende die Zeche zahlen könnten!

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Vertreter der CDU und der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) fordern angesichts des demografischen Wandels Reformen.

Im Mittelpunkt stehen längere Lebensarbeitszeiten, weniger Anreize für einen vorzeitigen Renteneintritt sowie ein stärkerer Ausbau der privaten und betrieblichen Altersvorsorge.

Ein Blick auf andere europäische Länder zeigt jedoch: Deutschland diskutiert häufig über die falschen Stellschrauben.

Während hierzulande oft über Leistungskürzungen, längere Arbeitszeiten oder mehr private Vorsorge gesprochen wird, setzen viele europäische Staaten auf eine breitere Finanzierung ihrer Alterssicherung.

Arbeitgeber in Österreich leisten höhere Beiträge zur gesetzlichen Altersversorgung. Auch in vielen anderen europäischen Ländern beteiligen sich Arbeitgeber deutlich stärker an der Finanzierung der Altersversorgung ihrer Beschäftigten. Deutschland gehört bei der Gesamtversorgung aus gesetzlicher Rente und betrieblicher Altersversorgung zu den Schlusslichtern.

Besonders auffällig ist zudem, dass in den meisten europäischen Ländern Selbstständige verpflichtend in die Alterssicherung einbezogen sind. Oft gilt dies auch für Beamte. Dadurch verteilt sich die Finanzierung auf mehr Schultern als in Deutschland.

Ein weiterer Unterschied: Während in Deutschland Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro jährlich in der gesetzlichen Rentenversicherung beitragsfrei bleiben, existiert eine solche Begrenzung in mehreren europäischen Ländern gar nicht oder nur eingeschränkt.

Teilweise werden sogar weitere Einkommens- oder Vermögensbestandteile zur Finanzierung herangezogen. In der Schweiz müssen Nichterwerbstätige und Personen, die vor dem regulären Rentenalter aus dem Erwerbsleben ausscheiden, AHV-Beiträge zahlen, deren Höhe sich unter anderem nach Vermögen und Renteneinkünften richtet.

Dies wird in Deutschland häufig ausgeblendet. Statt über höhere Arbeitgeberbeiträge, eine breitere Finanzierungsbasis oder die Einbeziehung weiterer Berufsgruppen zu sprechen, konzentriert sich die Debatte oft auf Einschnitte bei der gesetzlichen Rente.

Die Verantwortung der Altersvorsorge wird stärker auf die Arbeitnehmer verlagert. Wer zusätzlich vorsorgen will oder muss, soll dies dann überwiegend aus dem eigenen Einkommen finanzieren. So will dies die jedenfalls wohl die CDU, FDP, AfD.

Warum wird in Deutschland kaum darüber diskutiert, die Arbeitgeberbeteiligung und die Finanzierungsbasis der Alterssicherung auf das Niveau vieler europäischer Nachbarländer anzuheben?

Wer die Rentensysteme Europas objektiv vergleicht, erkennt schnell: Es gibt Alternativen zu Rentenkürzungen und einer stärkeren Belastung der Arbeitnehmer. Vielleicht sollte die politische Debatte genau dort beginnen.

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Weiterführende Artikel zum Thema Rentenvergleiche Deutschland und jeweils andere EU-Länder

https://rentenberater.blog/tag/vergleich-rente-deutschland-europa/

Bundesbank will Milliarden-Rentenfonds verwalten – Kommt jetzt die größte Rentenreform seit Jahrzehnten?

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Die Diskussion über die Zukunft der gesetzlichen Rente gewinnt weiter an Dynamik. Nach aktuellen Berichten bringt sich nun die Deutsche Bundesbank als möglicher Verwalter eines staatlichen Rentenfonds ins Gespräch. Ziel wäre eine langfristige Kapitalanlage, deren Erträge künftig zur Finanzierung der Altersvorsorge beitragen könnten.

Hintergrund ist der demografische Wandel. Immer mehr Rentner stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber. Deshalb wird diskutiert, das bisherige System durch einen staatlichen Kapitalfonds zu ergänzen.

[Bild 2 – Das Umlageverfahren hat Zukunft]

Ein solcher Fonds kann durchaus Vorteile bieten. Langfristig erzielten breit gestreute Kapitalanlagen historisch häufig höhere Renditen als klassische Zinspapiere. Gleichzeitig könnten die Verwaltungskosten geringer sein als bei vielen privaten Vorsorgeprodukten.

Dabei wird jedoch häufig ein entscheidender Punkt übersehen: Das Umlageverfahren ist keineswegs überholt.

Oft wird das Umlageverfahren auf die einfache Formel reduziert: Die Arbeitnehmer und Arbeitgeber von heute finanzieren die Renten der heutigen Rentner. Weil die Zahl der Arbeitnehmer sinkt, müsse das System zwangsläufig scheitern.

Diese Betrachtung greift jedoch zu kurz.

Nicht das Umlageverfahren ist das eigentliche Problem, sondern die politische Ausgestaltung der Finanzierung. Der Kreis der Beitragszahler könnte deutlich erweitert werden. Denkbar wäre beispielsweise, dass neben Arbeitnehmern und Arbeitgebern auch Selbstständige, Beamte, Abgeordnete sowie Personen mit Kapitalerträgen stärker in die Finanzierung einbezogen werden.

Ein Blick in die Schweiz zeigt, dass eine breitere Finanzierungsbasis möglich ist. Dort werden – je nach Einkunftsart – deutlich mehr Einkommensarten in die Finanzierung der Altersvorsorge einbezogen. Dadurch verteilt sich die Finanzierung auf deutlich mehr Schultern.

Meine Bewertung als Rentenberater:

Ein staatlicher Rentenfonds kann eine sinnvolle Ergänzung der gesetzlichen Rentenversicherung sein. Er sollte jedoch nicht als Ersatz des Umlageverfahrens verstanden werden.

Das Umlageverfahren besitzt große Stärken: Es schützt vor den Risiken der Kapitalmärkte, finanziert laufende Renten unabhängig von Börsenentwicklungen und sorgt für einen kontinuierlichen Generationenausgleich.

Entscheidend ist deshalb nicht die Abschaffung des Umlageverfahrens, sondern seine Weiterentwicklung durch eine breitere und gerechtere Finanzierung.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht: Umlageverfahren oder Kapitalmarkt? Sondern: Wie lassen sich beide Systeme sinnvoll miteinander verbinden, um die Rente langfristig zu sichern?

#Rentenreform #Bundesbank #Umlageverfahren #Rentenfonds #Altersvorsorge

Rente vor dem Kollaps? Warum das eigentliche Problem verschwiegen wird!

Ein Beitrag von

Werner Hoffmann - Rentenberater (RDG) www.Renten-experte.de
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Werner Hoffmann – Rentenberater (RDG)

Die Diskussion um die gesetzliche Rentenversicherung wird seit Jahren von einem zentralen Narrativ geprägt:
Die Kosten explodieren – das System ist nicht mehr finanzierbar.

Doch genau das stimmt so nicht.

Aktuelle Analysen zeigen vielmehr:
Nicht die Kosten sind das Problem – sondern die politische Belastung des Systems.

Denn die gesetzliche Rentenversicherung ist längst nicht mehr nur ein reines Beitragssystem zur Altersvorsorge.

Sie wurde über Jahrzehnte hinweg mit zahlreichen zusätzlichen gesellschaftspolitischen Aufgaben belastet.

Dazu gehören unter anderem:

  • Berücksichtigungszeiten,
  • Kindererziehungszeiten,
  • Zuschläge zur Grundrente,
  • Entgeltpunkte für politisch Verfolgte der ehemaligen DDR,
  • rückwirkende Kindererziehungszeiten,
  • und viele weitere Leistungen.

Diese Maßnahmen sind gesellschaftlich gewollt – und oft auch sinnvoll.

Doch sie haben ein grundlegendes Problem:
Sie werden überwiegend aus der Rentenkasse finanziert – und nicht vollständig aus Steuermitteln.

Zwar zahlt der Bund bereits einen Zuschuss in die Rentenversicherung.

Doch dieser reicht bei weitem nicht aus, um die tatsächlichen Kosten dieser politischen Zusatzleistungen zu decken.

Gerade politische Akteure – von Populisten bis hin zu sogenannten neoliberalen oder „wirtschaftsliberalen“ Stimmen – stellen den Bundeszuschuss so dar, als müsse er gezahlt werden, weil die Rentenversicherung angeblich pleite wäre.
Das ist jedoch in keinster Weise der Fall.

Das Ergebnis:

  • Die Rentenkasse wird strukturell belastet,
  • Beitragszahler tragen indirekt politische Entscheidungen,
  • die Diskussion über „zu hohe Kosten“ lenkt vom eigentlichen Problem ab.

Dabei wäre die Lösung eigentlich klar:

👉 Der Bundeszuschuss müsste deutlich erhöht werden,
👉 um die politisch beschlossenen Zusatzleistungen vollständig auszugleichen.

Denn dann würde sichtbar werden:
Das Rentensystem selbst ist nicht das Problem – sondern seine politische Überfrachtung.

Als Rentenberater (RDG) erlebe ich in der Praxis immer wieder, wie stark dieses Missverständnis verbreitet ist.

Viele Menschen glauben, das System sei grundsätzlich „zu teuer“.

Doch tatsächlich wird es durch politische Entscheidungen belastet, die nicht ausreichend gegenfinanziert sind.

Das führt zu Unsicherheit – und zu falschen Schlussfolgerungen.

Deshalb ist es wichtig, die Dinge klar zu benennen:

Die gesetzliche Rentenversicherung ist stabiler als ihr Ruf – aber sie wird politisch überstrapaziert.

#Rente #Rentenversicherung #Politik #Sozialstaat #Altersvorsorge

Quelle: https://rentenberater.blog/rente-vor-dem-kollaps-warum-das-eigentliche-problem-verschwiegen-wird/

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