Herr Merz, Ihre „weise Voraussicht“ kommt immer zu spät

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Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann.
– Überzeugter demokratischer Europäer.
– Parteilos.-

Herr Merz, ich sage es Ihnen direkt: Ihre angebliche Weitsicht ist nichts anderes als Nachbetrachtung im Rückspiegel.

Während Robert Habeck bereits vor Jahren auf die Risiken hingewiesen hat – auf fossile Abhängigkeiten, auf verwundbare Lieferketten und geopolitische Engpässe wie die Straße von Hormus –, haben Sie genau diese Warnungen kleingeredet, relativiert oder ignoriert.

Und heute?

Heute setzen Sie gemeinsam mit Katherina Reiche genau auf die falschen Hebel: Sie bremsen den Ausbau der Stromnetze aus, behindern damit Windenergie und Photovoltaik – und wollen stattdessen Gaskraftwerke ausbauen.

Während rund 2 bis 3 Milliarden Euro nötig wären, um überschüssige Windenergie sinnvoll zu integrieren, halten Sie es offenbar für klüger, 83 Milliarden Euro in fossile Strukturen zu lenken. Ernsthaft?

Und als Krönung feiern Sie dann noch Subventionen wie den Tankrabatt von 17 Cent pro Liter. Herr Merz: In einer möglichen Benzin- oder Dieselknappheit führt das nicht zum Sparen – sondern zum Gegenteil.

Das ist keine Energiepolitik. Das ist politisch organisierte Fehlsteuerung.

Und genau hier zeigt sich der nächste Unterschied: Während Habeck nicht nur gewarnt, sondern gehandelt hat – LNG-Terminals aufgebaut, Gasspeicher gefüllt und neue Lieferquellen erschlossen –, standen Sie vor allem daneben und haben kommentiert.

Deutschland ist nicht im Dunkeln gelandet. Es gab keinen Gasmangel. Das war nicht Ihr Verdienst – sondern das Ergebnis der Entscheidungen, die Sie kritisiert haben.

Und während Habeck den Ausbau von Wind- und Solarenergie beschleunigt, Genehmigungen vereinfacht und Netze stärken will, halten Sie an fossilen Strukturen fest – und verkaufen das als Vernunft.

Nein, Herr Merz: Das ist kein Realismus. Das ist ein energiepolitischer Irrweg mit Ansage.

Resümee:
Sie sind kein Vordenker. Sie sind ein Nachdenker – einer, der erst versteht, was passiert, wenn es längst zu spät ist.

#Deutschland #FriedrichMerz #RobertHabeck #KatherinaReiche #Energiepolitik

Europa im Rentencheck: Wer zahlt wirklich – Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder der Staat?

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Werner Hoffmann - Rentenberater (RDG) www.Renten-experte.de
Werner Hoffmann – Rentenberater (RDG) und Betriebswirt für betriebliche Altersversorgung (FH)
www.Renten-experte.de

Die Rentendebatte wird oft verkürzt geführt. Ein Blick nach Europa zeigt: Entscheidend ist nicht nur die Beitragshöhe – sondern wer zahlt.

Resümee der Beitragsverteilung

In Europa gibt es drei Modelle:

1. Paritätisch
Deutschland, Schweiz, USA
Ausgewogen, aber begrenzte Leistungsspielräume.

2. Arbeitgeberlastig
Frankreich, Italien, Spanien, Belgien
Höhere Renten möglich, aber hohe Lohnkosten.

3. Arbeitnehmerlastig
Rumänien, Ungarn, Kroatien, Litauen
Unternehmen entlastet, aber niedrigere Renten.

4. Mit starker Staatsbeteiligung
Norwegen, Luxemburg, Schweden
Stabile Systeme durch Steuern und Sonderfinanzierung.

Ländervergleich Arbeitgeber / Arbeitnehmer

Deutschland – 9,3 / 9,3
Frankreich – ca. 17–18 / ca. 10–11
Belgien – ca. 25 / ca. 13
Luxemburg – 8 / 8
Österreich – 12,55 / 10,25

Schweden – ca. 10 / ca. 7
Norwegen – ca. 14,1 / 8,2
Finnland – ca. 16–17 / ca. 7–8

Italien – ca. 24 / ca. 9–10
Spanien – ca. 23,6 / ca. 4,7
Portugal – 23,75 / 11

Polen – ca. 9,8 / ca. 9,8
Tschechien – 21,5 / 6,5
Slowakei – ca. 14 / ca. 9,4

Ungarn – 0 / 18,5
Rumänien – 0 / 25
Bulgarien – ca. 11–12 / ca. 8–9
Kroatien – 0 / ca. 20
Slowenien – 8,85 / 15,5

Estland – ca. 20 / ca. 2
Lettland – 23,6 / 10,5
Litauen – ca. 1–2 / ca. 19–20

Irland – ca. 11 / 4
USA – 6,2 / 6,2

Europa-Durchschnitt

Arbeitgeber: 12,8 Prozent
Arbeitnehmer: 10,6 Prozent

Das entspricht einem Verhältnis von etwa 55 Prozent Arbeitgeber zu 45 Prozent Arbeitnehmer.

Die zentrale Erkenntnis

Europa ist nicht paritätisch. Arbeitgeber zahlen im Schnitt mehr.

Deutschland liegt mit 9,3 Prozent Arbeitgeberanteil und 9,3 Prozent Arbeitnehmeranteil zwar bei 50/50, aber unter dem europäischen Arbeitgeberniveau. Damit ist Deutschland im Vergleich relativ arbeitnehmerbelastet.

Der entscheidende Unterschied

Top-Systeme nutzen zusätzliche Finanzierungsquellen:

Norwegen nutzt Öl- und Energiegewinne,
Luxemburg profitiert vom Finanzsektor,
Skandinavien setzt stark auf Steuerfinanzierung.

Rente ist keine reine Beitragsfrage, sondern eine Verteilungsfrage.

Schlussgedanke

Hohe Renten entstehen dort, wo Arbeitgeber stärker beteiligt sind, der Staat aktiv mitfinanziert und zusätzliche Einnahmequellen genutzt werden.

Deutschland liegt genau dazwischen – und genau deshalb ist die Rentendebatte hier so brisant.

#Rente #Europa #Sozialstaat #Altersvorsorge #Deutschland

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