Werner Hoffmann – Überzeugter demokratischer Europäer. –
Modernes Auftreten, klare Brille, aufgeräumter Sound – doch in der Automobilpolitik klingt Manuel Hagel wie aus einem anderen Jahrzehnt.
Besonders deutlich wird das beim Thema Verbrennungsmotor. Hagel spricht von einem „hocheffizienten Verbrenner“. Doch physikalisch betrachtet ist der klassische Verbrennungsmotor alles andere als hocheffizient. Bei der Umwandlung von Kraftstoff in Bewegung gehen rund 70–80 % der Energie als Wärme verloren. Nur ein kleiner Teil wird tatsächlich in Vortrieb umgewandelt. Das ist kein politischer Standpunkt, sondern Thermodynamik.
Wenn also suggeriert wird, man könne das Erfolgsmodell der letzten 140 Jahre einfach fortschreiben, wird ausgeblendet, dass sich der Weltmarkt längst verändert hat.
China, die USA und selbst europäische Nachbarländer investieren massiv in Elektromobilität. Wer glaubt, Baden-Württemberg könne sich diesem Wandel dauerhaft entziehen, setzt Wohlstand und Industriearbeitsplätze aufs Spiel.
Oft fällt auch der Begriff „Range Extender“. Kurz erklärt: Ein Range Extender ist ein zusätzlich verbauter kleiner Verbrennungsmotor in einem Elektroauto, der während der Fahrt Strom erzeugt, um die Batterie zu laden. Das Fahrzeug wird weiterhin elektrisch angetrieben – der Verbrenner dient lediglich als Generator. Es handelt sich also um ein hybrides Übergangskonzept, nicht um einen vollwertigen Zukunftsantrieb.
Auch der Plug-in-Hybrid wird gerne als Lösung präsentiert. Dabei kombiniert man einen Elektroantrieb mit einem klassischen Verbrennungsmotor. Das Fahrzeug kann extern geladen („plug-in“) werden und kurze Strecken rein elektrisch fahren. In der Praxis werden viele dieser Fahrzeuge jedoch überwiegend mit dem Verbrenner betrieben – mit entsprechendem Verbrauch.
Das rein batterieelektrische Fahrzeug ist derzeit das effizienteste Antriebssystem im Pkw-Bereich. Elektromotoren erreichen Wirkungsgrade von über 85–90 %. Es entsteht deutlich weniger Abwärme, und ein Großteil der eingesetzten Energie wird tatsächlich in Bewegung umgesetzt.
Industriepolitik darf sich nicht an nostalgischen Bildern orientieren, sondern an globalen Realitäten. Baden-Württemberg lebt vom Export. Wer glaubt, die Welt werde auch in den nächsten 140 Jahren genau das nachfragen, was wir gestern produziert haben, riskiert den Anschluss.
Ein Ministerpräsident muss Zukunft gestalten – nicht Vergangenheit konservieren.
Kuschelkissen „CDU“ – dahinter die Keule als Metapher.
Auffällig zurückhaltend wirkt die CDU derzeit bei kontroversen Themen – zumindest bis die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vorbei sind.
Der Eindruck entsteht, als habe die Parteispitze einen verordneten Kuschelkurs mit dem Bürger ausgegeben. Besonders deutlich wurde dies beim Parteitag in Stuttgart.
In der Sozialpolitik bleiben konkrete Einschnitte nebulös. Reformen im Gesundheitswesen werden angekündigt, doch konkrete Sparzahlen oder klare Aussagen zu möglichen Eigenbeteiligungen fehlen. Auch beim Rentenalter oder bei Sozialleistungen dominiert Zurückhaltung. Statt harter Fakten fallen Worte wie „Stabilität“ und „Verlässlichkeit“.
In der Energie- und Klimapolitik setzt man auf „Technologieoffenheit“. Klare Abgrenzungen oder mutige Richtungsentscheidungen bleiben aus. Angesichts der industriellen Bedeutung Baden-Württembergs scheint man jede Polarisierung vermeiden zu wollen.
Beim Thema Migration wirkt der Ton gedämpft. Zuspitzungen bleiben aus, stattdessen ist von „Ordnung und Humanität“ die Rede. Auch hier scheint die Devise zu gelten: keine Eskalation vor dem Wahltermin.
Der Parteitag in Stuttgart zeigte Harmonie statt innerparteilicher Konflikte. Keine offenen Flügelkämpfe, keine konfrontativen Debatten. Einigkeit und Zusammenhalt standen im Vordergrund.
Auch steuerpolitisch bleibt es vage. Über mögliche Kürzungen oder Gegenfinanzierungen wird kaum gesprochen. Stattdessen dominieren Versprechen von Entlastung und Wirtschaftsstärkung.
Dieses Muster ist politisch nicht neu: Vor Wahlen wird Konfliktpotenzial minimiert. Konkrete Reformen folgen häufig erst danach. Man könnte es als strategische Deeskalation bezeichnen – oder als Verschieben unbequemer Wahrheiten.
– Demokratie der Mitte, weil Extremflügel das Land zerstören.
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Transformation in der Industrie: Strukturwandel trifft auf reale Arbeitsplätze.
„Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz.“ Kaum ein Satz wird von der CDU so häufig wiederholt wie dieser. Auch Manuel Hagel greift ihn regelmäßig auf. Doch hinter dieser Formel verbirgt sich eine entscheidende Frage: Für wen wird hier eigentlich gekämpft – für Beschäftigte oder für Unternehmensbilanzen?
Wenn die CDU von Arbeitsplatzsicherung spricht, meint sie häufig Wettbewerbsfähigkeit, Standortbedingungen und Entlastungen für Unternehmen. Das klingt vernünftig – verschiebt aber den Fokus. Denn sichere Arbeitsplätze entstehen nicht allein durch Steuersenkungen oder Deregulierung, sondern durch faire Löhne, Mitbestimmung und soziale Absicherung.
Entscheidungen im Vorstand – Auswirkungen in der Werkhalle.
Gerade in Zeiten von Transformation, Digitalisierung und Klimawandel brauchen Beschäftigte Schutz vor Unsicherheit. Doch die CDU setzt traditionell stärker auf unternehmerische Freiheit als auf Arbeitnehmerrechte. Kündigungsschutz, Tarifbindung und Mitbestimmung werden selten offensiv verteidigt, sondern eher als „Belastung“ diskutiert.
Manuel Hagel betont gerne die Bedeutung des Mittelstands. Doch bleibt offen, ob es um gute Arbeitsbedingungen oder primär um Entlastungen auf Arbeitgeberseite geht. Wer wirklich um Arbeitsplätze kämpft, muss auch über Mindestlohn, Tarifbindung und faire Verteilung von Produktivitätsgewinnen sprechen.
Hinter jedem Arbeitsplatz steht ein Mensch – mit Familie, Miete und Verantwortung.
Strukturwandel bedeutet Veränderung. Automobilindustrie, Zulieferer und Energiebranche stehen vor tiefgreifenden Umbrüchen. Entscheidend ist nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sondern die soziale Absicherung der Beschäftigten. Weiterbildung, Qualifizierung und Schutz bei Jobverlust müssen im Mittelpunkt stehen.
Stattdessen dominiert häufig das klassische Narrativ: weniger Regulierung, mehr Markt, mehr Freiheit für Unternehmen. Dieses Modell hat Wachstum erzeugt – aber auch prekäre Beschäftigung und wachsende Unsicherheit.
Zukunft entsteht durch Qualifizierung – nicht durch bloße Standort-Rhetorik.
Wer „Arbeitsplätze sichern“ sagt, muss beantworten: Wie sicher sind diese Jobs? Wie fair werden sie bezahlt? Wie stark ist die Tarifbindung? Und wer trägt das Risiko in Krisenzeiten?
Resümee: Arbeitsplätze zu sichern heißt mehr als Unternehmensinteressen zu schützen. Es heißt, Menschen Sicherheit, faire Löhne und echte Perspektiven zu geben. Genau hier bleibt die CDU unter Manuel Hagel zentrale Antworten schuldig.
Die Abartigkeit der CDU im sozialen Bereich wird nur noch von der FDP und AfD übertroffen
Werner Hoffmann. – Überzeugter demokratischer Europäer –
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Werner Hoffmann – Demokratie der Mitte, weil Extremflügel das Land zerstören.
Polizeipräsenz im öffentlichen Raum – sichtbare Sicherheit, aber ist das schon die ganze Antwort?
„Innere Sicherheit stärken“ – kaum ein Begriff wird von der CDU so konsequent genutzt wie dieser. Auch Manuel Hagel greift ihn regelmäßig auf. Mehr Polizei, härtere Strafen, konsequentere Abschiebungen – das klingt nach Handlungsfähigkeit. Doch Sicherheit ist mehr als Strafrecht und Symbolpolitik.
Die zentrale Frage lautet: Was erzeugt echte Sicherheit im Alltag? Ist es allein die Verschärfung von Gesetzen? Oder sind es soziale Stabilität, Bildung, Integration und Prävention?
Sozialarbeit, Dialog, Prävention – oft unsichtbar, aber langfristig wirksam.
Die CDU setzt traditionell stark auf Law-and-Order-Rhetorik. Kriminalität wird häufig als Folge individueller Fehlentscheidungen dargestellt – weniger als Ausdruck sozialer Problemlagen. Wer jedoch nur repressiv denkt, greift zu kurz. Sicherheit entsteht nicht nur durch Durchgreifen, sondern durch Vertrauen, soziale Perspektiven und funktionierende Institutionen.
Besonders auffällig ist der Fokus auf Migration. Probleme werden schnell mit Herkunft verknüpft, Abschiebung wird zur politischen Botschaft. Das erzeugt Schlagzeilen – aber keine nachhaltigen Lösungen. Wer Sicherheit ernst nimmt, muss Integration, Sprachförderung, Bildungszugang und soziale Teilhabe stärken.
Sicherheitspolitik wird beschlossen – doch welche Ursachen werden wirklich adressiert?
Manuel Hagel positioniert sich klar auf der konservativen Linie der CDU. Betonung staatlicher Autorität, Stärkung der Exekutive, schärfere Tonlage in Migrationsfragen – das ist klassische CDU-Politik. Doch Sicherheitspolitik darf nicht zum Instrument politischer Profilierung werden. Sie muss differenziert, faktenbasiert und verhältnismäßig sein.
Innere Sicherheit wird häufig isoliert betrachtet. Dabei hängen viele Herausforderungen mit sozialer Ungleichheit, Perspektivlosigkeit und fehlender Teilhabe zusammen. Wer nur auf Strafverschärfung setzt, behandelt Symptome – nicht Ursachen.
Sicherheit entsteht dort, wo Menschen Perspektiven, Stabilität und Vertrauen haben.
Sicherheit bedeutet auch Schutz vor Armut, vor Wohnungslosigkeit, vor sozialem Abstieg. Wer diese Dimension ausblendet, reduziert Sicherheit auf Polizeipräsenz. Eine moderne Sicherheitspolitik verbindet Prävention, soziale Stabilität und Rechtsstaatlichkeit.
Resümee: „Innere Sicherheit stärken“ darf kein Schlagwort bleiben. Sicherheit entsteht nicht allein durch Härte, sondern durch Gerechtigkeit, Integration und Vertrauen. Genau hier bleibt die CDU unter Manuel Hagel in ihrer Argumentation oft einseitig.
Werner Hoffmann – Überzeugter demokratischer Europäer. –
Werner Hoffmann – Demokratie der Mitte, weil Extremflügel das Land zerstören.
Alt-Politik im neuen Anzug: Die Inszenierung wirkt modern, die Machtstrukturen bleiben traditionell.
Die CDU inszeniert Manuel Hagel bewusst als jungen, dynamischen Hoffnungsträger: freundliches Auftreten, Optimismus, „Agenda des Aufbruchs“. Doch hinter der frischen Fassade steckt keine neue Politik, sondern alte CDU-Linie im modernen Verpackungsdesign. Es bleibt beim #ADMS – Alte-Deutsche-Männer-Syndrom.
„Vorfahrt für Wirtschaft und Wohlstand“ klingt nach Fortschritt. Ohne soziale Leitplanken ist es jedoch vor allem ein Signal an große Unternehmen, Investoren und wirtschaftliche Interessengruppen. Wenn von „neuem Wohlstand“ die Rede ist, bleibt die entscheidende Frage: Wer profitiert wirklich? Für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen bleibt vieles vage.
Während im Boardroom über Renditen gesprochen wird, kämpfen viele Haushalte mit Miete, Energie und Alltag.
Statt konkrete Entlastungen oder tragfähige Konzepte gegen steigende Lebenshaltungskosten vorzulegen, setzt die CDU auf altbekannte Standort-Schlagworte. Wohlstand wird nach oben organisiert – in der Hoffnung, dass unten etwas ankommt. Dieses Prinzip hat in den letzten Jahrzehnten mehr Ungleichheit erzeugt, aber kaum zusätzliche Sicherheit im Alltag.
Begriffe wie Industrie, Export oder „Hightech-Standort“ klingen modern, dienen jedoch oft als Ausweichformeln, wenn es um soziale Verantwortung geht: Wie werden Beschäftigte geschützt? Wie bleibt Wohnen bezahlbar? Wer trägt die Kosten des Strukturwandels? Und wie gelingt Klimaschutz, wenn fossile Interessen weiter bedient werden?
[BILD 3 HIER EINFÜGEN – Wirtschaft vor Klima | Dateiname/URL einfügen]
Stau, Abgase, Stillstand: Wenn Politik „Wohlstand“ sagt, aber die Folgekosten verschweigt.
Manuel Hagel wird innerparteilich dem rechten, konservativen Flügel der CDU zugerechnet. Seine Außendarstellung wirkt modern, die politische Stoßrichtung bleibt klassisch: Law-and-Order-Rhetorik, harte Migrationslinie, wirtschaftsliberale Prioritäten, geringe Umverteilung. Optimismus ersetzt kein sozial gerechtes Konzept.
Auch die Nähe zu Friedrich Merz ist offensichtlich. Hagel erscheint weniger als eigenständiger Erneuerer, sondern als verlässlicher Träger der Merz-Linie auf Landesebene. Das Bild eines Kandidaten, der Zukunft verkauft, aber wirtschaftsliberale Parteipositionen stabilisiert, drängt sich auf.
Viele Beobachter sehen darin keine Modernisierung, sondern die Fortsetzung einer stark wirtschaftsnahen CDU-Agenda – eine Linie, die in ihrer marktradikalen Zuspitzung nur noch von FDP oder AfD übertroffen wird.
„Zukunft“ klingt gut – aber ohne Transparenz bleibt es PR: Wer entscheidet, wer profitiert?
Auch beim „Zukunftsfonds BW“ bleibt vieles unklar: Wer entscheidet? Welche Kriterien gelten? Wer profitiert? Ohne Transparenz wird aus Zukunft schnell PR statt Politik.
Resümee: Die CDU präsentiert mit Manuel Hagel ein junges Gesicht – aber kein neues Konzept. Wer ihn wählt, bekommt Kontinuität. Die Frage bleibt: Vorfahrt für wessen Wohlstand?
Die CDU inszeniert Manuel Hagel bewusst als jungen, dynamischen Hoffnungsträger: freundliches Auftreten, Optimismus, eine „Agenda der Zuversicht“.
Alles wirkt wie ein moderner Neustart.
Doch genau hier beginnt das Problem.
Denn hinter dem frischen Erscheinungsbild steckt nach meiner Einschätzung weniger neue Politik als vielmehr die klassische CDU-Linie in neuer Verpackung. Es bleibt bei #ADMS – dem Alte-Deutsche-Männer-Syndrom.
Die CDU Baden-Württemberg verspricht „Vorfahrt für Wirtschaft und Wohlstand“. Das klingt nach Fortschritt, ist aber ohne klare soziale Leitplanken vor allem ein Signal an Unternehmen, Investoren und wirtschaftliche Interessengruppen.
Wenn von „neuem Wohlstand“ gesprochen wird, bleibt die entscheidende Frage auffällig unbeantwortet: Wer soll davon eigentlich profitieren?
Wer genauer hinschaut, erkennt ein altbekanntes Muster.
Statt spürbarer Entlastungen für normale Haushalte und konkreter Konzepte gegen steigende Lebenshaltungskosten setzt die CDU traditionell auf Standortpolitik und eine wirtschaftsliberale Logik, die Wohlstand nach oben organisiert – in der Hoffnung, dass unten schon etwas ankommt.
Genau dieses Prinzip hat in den vergangenen Jahrzehnten jedoch eher zu wachsender Ungleichheit als zu mehr Sicherheit im Alltag geführt.
Besonders deutlich zeigt sich das bei den großen Versprechen rund um Industrie, Export und „Hightech-Standort“.
Diese Begriffe klingen nach Zukunft, weichen aber den entscheidenden Fragen aus:
Wie wird Arbeit fair bezahlt?
Wie werden Beschäftigte geschützt?
Wie wird Wohnen bezahlbar?
Wie wird der Strukturwandel sozial abgefedert?
Und wie wird Klimaschutz umgesetzt, ohne ihn permanent zu relativieren?
Hinzu kommt, dass Manuel Hagel innerparteilich dem konservativen Flügel der CDU zugerechnet wird.
Das erklärt, warum die Außendarstellung modern wirkt, die politische Stoßrichtung jedoch klassisch bleibt:
Law-and-Order, harte Migrationspolitik, wirtschaftsliberale Prioritäten und kaum Umverteilung. Der Optimismus ist dabei vor allem Kommunikation – kein Garant für soziale Gerechtigkeit.
Auch die Nähe zur Bundes-CDU unter Friedrich Merz prägt den Kurs. Hagel erscheint weniger als eigenständiger Kurswechsler, sondern eher als verlässlicher Träger der Merz-Linie auf Landesebene. Zukunft wird verkauft, Kontinuität geliefert.
Resümee: Die CDU präsentiert mit Manuel Hagel ein junges Gesicht – aber kein neues Konzept. „Vorfahrt für Wohlstand“ bleibt deshalb vor allem eine Frage der Perspektive:
Wohlstand für wen?
Sicher NICHT für Studenten, Hausfrauen, Alleinerziehende, Arbeitnehmer und Rentner!
– Demokratie der Mitte, weil Fortschritt nicht auf fossilen Ideologien gebaut werden darf –
1. Der konservative Hoffnungsträger mit Blick in den Rückspiegel
Manuel Hagel, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und designierter Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2026, wird von seiner Partei als junge, dynamische Antwort auf grüne Regierungspolitik präsentiert. Doch bei näherem Hinsehen wird klar: Hagel steht nicht für Zukunft, sondern für eine Politik, die in Denkweisen der Vergangenheit verhaftet ist.
Unser Ländle braucht keinen Rückspiegelgucker!
Ob in Fragen der Umweltpolitik, der Integration oder der Energie- und Industriepolitik – seine Positionen wirken rückwärtsgewandt, nostalgisch und oftmals populistisch aufgeladen. Damit vertritt er eher die Interessen gestriger Industrien und ideologischer Lagerkämpfer als die einer demokratischen Gesellschaft, die sich den Herausforderungen von Klimawandel, sozialem Zusammenhalt und digitaler Transformation stellen will.
2. Populismus mit freundlichem Lächeln – das Verbrenner-Aus als Feindbild
Als die EU das Aus für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2035 beschloss, hätte Hagel die Chance gehabt, Baden-Württemberg als Innovationsstandort für Zukunftstechnologien zu positionieren. Stattdessen wetterte er gegen das Vorhaben und bezeichnete es als „total daneben“.
Diese Argumentation ist gefährlich kurzsichtig:
Verbrenner ist weltweit out.
Weltweit verabschieden sich Industrienationen vom Verbrenner: China, die USA, Indien, Norwegen und viele EU-Staaten setzen auf Elektromobilität. Die Märkte der Zukunft entstehen jenseits des Auspuffs – in Batterietechnologie, Software, Ladeinfrastruktur und Recycling. Die deutsche Automobilindustrie selbst investiert längst massiv in Elektroantriebe und digitale Plattformen.
Hagels Position wirkt wie ein politischer Rettungsschirm für fossile Technologien – nicht wie eine zukunftsorientierte Industriepolitik. Wer so redet, betreibt nicht Fortschrittsgestaltung, sondern Fortschrittsverweigerung.
3. Sprachliche Nähe zu Rechtsextremen: „Umweltschutz ist Heimatschutz“
Im März 2025 benutzte Hagel auf einer Veranstaltung den Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“. Diese Parole stammt ursprünglich aus dem Sprachgebrauch völkischer und rechtsextremer Kreise – etwa der NPD oder der Partei „Der III. Weg“. Die Empörung war groß, die Linke forderte sogar seinen Rücktritt.
Ein Plakat von Rechtsextremisten mit dem gleichen Slogan: „Umweltschutz ist Heimatschutz“
Hagel verteidigte sich mit dem Hinweis, er habe damit einen konservativen Zugang zum Naturschutz betonen wollen.
Doch wer derart unreflektiert auf ideologisch belastete Formulierungen zurückgreift, dokumentiert entweder politisches Unverständnis oder eine bewusste Provokation – beides disqualifiziert ihn für ein Amt, in dem Sensibilität für demokratische Sprache und Verantwortung entscheidend ist.
4. Treffen mit Viktor Orbáns Außenminister – ein fatales Signal
Im Frühjahr 2025 traf sich Hagel demonstrativ mit dem ungarischen Außenminister Péter Szijjártó – einem engen Vertrauten des autoritären Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Dieses Treffen sendete ein klares Signal: Man sucht Nähe zu einem Regime, das in der EU für Demokratieabbau, Pressezensur, Homophobie und die Schwächung der Gewaltenteilung steht.
In einer Zeit, in der Demokratien weltweit unter Druck stehen, ist es ein verheerendes Zeichen, wenn ein potenzieller Ministerpräsident sich öffentlich mit Repräsentanten illiberaler Systeme schmückt. Wer Fortschritt und Menschenrechte ernst nimmt, meidet solche Allianzen – Hagel hingegen deutet ideologische Kompatibilität an.
5. Nationalkonservativer Kurs statt inklusiver Gesellschaft
Schon 2017 fiel Hagel mit seinem Strategiepapier „Wach auf CDU“ auf, in dem er sich von der Flüchtlings- und Integrationspolitik Angela Merkels abgrenzte. Er forderte die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft – ein Vorschlag, der Integration nicht fördert, sondern behindert.
Statt Vielfalt und Modernität als Stärke zu begreifen, setzt Hagel auf nationale Exklusivität und ethnokulturelle Vorstellungen von „Heimat“. Das ist kein progressiver Konservatismus, sondern der Versuch, mit dem rechten Rand auf Tuchfühlung zu gehen – sprachlich wie politisch.
6. Die Demokratie braucht Visionäre – keine Verwalter der Vergangenheit
Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind enorm: Digitalisierung, Klimaneutralität, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Bildung, Migration. Dafür braucht es Politikerinnen und Politiker mit Mut zu Veränderung, Haltung für Menschenrechte, und dem Willen, Baden-Württemberg zu einem Zukunftsstandort zu machen – nicht zu einem Museum fossiler Denkweisen.
Manuel Hagel hat in all diesen Bereichen bisher keine Vision erkennen lassen. Stattdessen betreibt er symbolische Politik, schürt Ängste und bedient Narrative, die eher an Orban und Merz erinnern als an Kretschmann oder Macron.
Symbolbild: Fossile Denkweise – Hagel mit Verbrenner und Rückwärtsrhetorik
7. Der globale Süden überholt – Fortschritt kommt nicht mehr nur aus dem Westen
Besonders brisant wirkt Hagels Verbrenner-Rhetorik, wenn man den Blick über Europa hinaus richtet: Auch Länder des globalen Südens – lange Zeit wirtschaftlich vom Westen abhängig – setzen konsequent auf emissionsfreie Technologien und verabschieden sich aktiv von fossilen Antrieben.
In Äthiopien wurde bereits 2023 der Import von Benzin- und Dieselautos verboten. Das Land investiert stattdessen massiv in Elektrobusse, Solarenergie und grüne Wasserstoffprojekte, unterstützt durch internationale Entwicklungsbanken.
In Kenia dürfen neue Verbrenner nicht mehr registriert werden. In Pilotzonen wie Nairobi ist das Betanken älterer Fahrzeuge verboten. 90 % des Stroms stammen bereits aus erneuerbaren Energien.
In Indien, der größten Demokratie der Welt, sollen bis 2030 keine neuen Zweiräder oder Dreiräder mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. E-Mopeds und Elektro-Rikschas prägen schon heute das Stadtbild.
Diese Länder zeigen: Der Wandel zur postfossilen Mobilität ist nicht nur eine europäische Vision, sondern eine globale Realität. Wer wie Hagel den Verbrenner als Schlüsseltechnologie der Zukunft verteidigt, ignoriert nicht nur die ökologischen Notwendigkeiten – sondern auch die ökonomische Dynamik ganzer Kontinente.
Fazit: Kein Ministerpräsident für das 21. Jahrhundert
Hagel gibt sich jung, smart und bodenständig – doch seine Politik steht für Rückschritt, fossile Technologie, ideologische Nähe zu autoritären Strukturen und eine Sprache, die mit rechtsextremen Deutungsmustern flirtet.
Wer Baden-Württemberg in die Zukunft führen will, braucht einen anderen Kurs.
Manuel Hagel ist kein Ministerpräsident der Moderne – sondern ein Verwalter vergangener Ideologien im neuen Gewand.
Rechtsaußen positionierte Fossil-Ideologie war gestern und funktioniert nicht mehr, wenn andere Länder auf E-Mobilität setzen und wir dann nicht einmal unsere Gebrauchtfahrzeuge ins Ausland abschieben können!