Vier Konzerne dominieren den Einkauf – wie der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelmarkt verschwand

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Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer – Auch eine Ausbildung im Marketing absolviert (Fachwirt f. Marketing, 1991 nannte man dies noch Fachkaufmann für Marketing)

Der deutsche Lebensmittelhandel wirkt vielfältig: unterschiedliche Marken, Filialen und Angebote. Doch hinter dieser Fassade steckt eine klare Realität: Vier große Konzerne dominieren den Markt.

  • Edeka,
  • Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland),
  • Rewe Group,
  • Aldi (Nord und Süd).

Diese vier vereinen heute bis zu 80–90 % Marktanteil. Der Wettbewerb findet damit überwiegend innerhalb weniger Konzerne statt.

Doch das war nicht immer so. In den 1970er- und 1980er-Jahren war der Markt deutlich vielfältiger. Es gab zahlreiche regionale Händler, kleine Ketten und selbstständige Kaufleute. Auch Metzger, Bäcker und Gemischtwarenläden waren echte Alternativen.

Seit den 1990er-Jahren setzte jedoch eine massive Konzentration ein. Discounter lösten einen harten Preiskampf aus, große Handelsgruppen übernahmen kleinere Ketten. Viele bekannte Namen verschwanden vollständig.

Heute gibt es weiterhin Wettbewerb – aber in veränderter Form. Preise werden aggressiv kalkuliert, Sortimente ähneln sich zunehmend und Eigenmarken dominieren. Für Verbraucher bedeutet das oft günstige Preise, für Produzenten steigt der Druck.

Ökonomisch spricht man von einem Oligopol: wenige große Anbieter bestimmen den Markt. Neue Wettbewerber haben es schwer, Fuß zu fassen, und die Abhängigkeit wächst.

Resümee:
Der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel ist nicht verschwunden – aber er hat sich grundlegend verändert. Früher konkurrierten viele Anbieter miteinander. Heute konkurrieren vor allem wenige große Konzerne.

#Deutschland #Einzelhandel #Supermarkt #Wettbewerb #Wirtschaft

Penny will Preise inklusive Umweltkosten verlangen

Viele Produkte können nur billig angeboten werden, weil die Kosten für #Umweltverbrauch außen vor bleiben.

Davon sollen jetzt auch die Kunden des Discounters Penny erfahren.

Ab Montag verlangt der Discounter Penny für 9 seiner mehr als 3000 Produkte eine Woche lang »wahre Preise« – also den Betrag, der bei Berücksichtigung aller durch die Produktion #verursachten #Umweltschäden eigentlich berechnet werden müsste.

Die Produkte vom Käse bis zum Wiener Würstchen werden dadurch erheblich teurer, wie die #Handelskette am Sonntag mitteilte.

Die Mehreinnahmen will die zur #Rewe-#Gruppe gehörende Kette für ein Projekt zum #Klimaschutz und zum Erhalt familiengeführter #Bauernhöfe im Alpenraum spenden

Der Händler will mit dem Schritt mehr #Bewusstsein für die #Umweltbelastungen durch die Lebensmittelproduktion schaffen. »Wir sehen, dass viele unserer Kundinnen und Kunden unter den unverändert hohen Lebensmittelpreisen leiden. Dennoch müssen wir uns der unbequemen Botschaft stellen, dass die Preise unserer Lebensmittel, die entlang der Lieferkette anfallen, die Umweltfolgekosten nicht widerspiegeln«, beschrieb Penny-Manager Stefan Görgens den Hintergrund der Aktion.

Berechnet wurden die »wahren Preise«, bei denen neben den üblichen Herstellungskosten auch die Auswirkungen der #Lebensmittelproduktion auf Boden, #Klima, Wasser und #Gesundheit einbezogen werden, von Wissenschaftlern der Technischen Hochschule Nürnberg und der Universität Greifswald.

Maasdamer Käse etwa verteuert sich dadurch um 94 Prozent, Wiener Würstchen um 88 Prozent. Deutlich geringer fiel die Steigerung mit nur fünf Prozent bei einem veganen Schnitzel aus.

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/penny-discounter-will-preise-inklusive-umweltkosten-verlangen-a-a4ef330e-f920-411c-91fd-b5b4fb833793

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