Ein Beitrag von

Dr. Franz Hitzelsberger.
Will die AfD die Energiepreise in Deutschland vervielfachen?
Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Florian Köhler hat auf Instagram ein energiepolitisches Programm veröffentlicht.

„Deutschland muss zu nationaler Souveränität in der Energiepolitik zurückkehren. Keine Abhängigkeit mehr von Putin, den USA, Katar, China oder dem Iran.“

Dem Gedanken größerer Unabhängigkeit können viele zustimmen. Doch Köhler fordert zugleich:
„Die Energiewende ist vollständig zu beenden.“
Erneuerbare Energien gelten für ihn offenbar nicht als Ausdruck nationaler Souveränität.
Stattdessen fordert er:
„Eigene Kohle, eigenes Gas, eigene Kernkraft.“
Ein kurzer Faktencheck zeigt die Probleme.
Kohle:
Steinkohlevorkommen existieren zwar noch, eine Förderung gibt es aber nicht mehr. Eine Wiederaufnahme wäre extrem teuer. Braunkohle wird noch gefördert, doch eine massive Ausweitung würde weitere Ortschaften gefährden und hohe Umwelt- und Folgekosten verursachen.

Erdgas:
Sicher förderbare Reserven in Deutschland reichen laut Branchenangaben nur für einen Bruchteil des Jahresverbrauchs. Größere Vorkommen sind wirtschaftlich kaum nutzbar. Eine Förderung würde Energiepreise deutlich steigen lassen.
Kernkraft:
Deutschland verfügt über keine bedeutenden Uranlagerstätten. Der Brennstoff müsste importiert werden – neue Abhängigkeiten wären unvermeidlich. Zudem zeigen viele Analysen, dass neue Kernkraftwerke deutlich teureren Strom liefern würden als Wind- und Solaranlagen.
Erdöl:
Die heimische Förderung deckt nur rund 1,8 % des Bedarfs. Erweiterungsmöglichkeiten gelten als wirtschaftlich unattraktiv.

Resümee:
Eine weitgehend „deutsche“ Energieversorgung auf Basis von Kohle, Gas und Kernkraft ist praktisch kaum realisierbar. Der Versuch würde Industrie und Verbraucher voraussichtlich mit deutlich höheren Energiepreisen belasten.
Mit erneuerbaren Energien hingegen – also Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Geothermie – kann ein größerer Teil der Versorgung tatsächlich im Inland erfolgen. Warum diese Optionen politisch abgelehnt werden, bleibt eine offene Frage.

Ein Kommentar von

– Überzeugter demokratischer Europäer.-
Werner Hoffmann:
Die energiepolitischen Aussagen der AfD erinnern mich stark an einen Ausspruch eines AfD-Pressesprechers:
„Geht es den Deutschen schlecht, geht es der AfD gut!“
Wenn politische Konzepte absehbar zu deutlich höheren Energiepreisen führen würden, stellt sich die Frage, wem das am Ende nutzt.
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