Was bahnt sich da an?

Ein Beitrag von Hartwig Holst und von Werner Hoffmann – „einem hoffentlich falschen Zukunftsausblick für 2026 bis 2027“

Von Hartwig Holst

Russland hat an der NATO-Grenze 360.000 Soldaten stationiert – Truppen, die nicht im Ukrainekrieg eingesetzt werden. Darauf verweist Christian Ortner in „Die Presse“ und zieht daraus eine alarmierende Schlussfolgerung: Europa könnte 2026 und 2027 besonders gefährdet sein, solange die militärische Nachrüstung noch nicht abgeschlossen ist.

Zur Erinnerung: Vor der tatsächlichen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 waren es – je nach Schätzung – 150.000 bis 190.000 Soldaten, die Russland an den Grenzen zusammengezogen hatte. Heute ist diese Zahl fast doppelt so hoch – und sie steht nicht an einer aktiven Kriegsfront, sondern entlang der NATO-Grenze.

Bemerkenswert ist dabei die Quelle selbst: Ortner gilt beileibe weder als links noch als „woke“. Gerade deshalb wiegt seine Warnung schwer. Wenn selbst konservativ-liberale Stimmen vor einem gefährlichen Zeitfenster für Europa warnen, sollte dies nicht als Alarmismus abgetan werden, sondern als nüchterne Analyse einer sich zuspitzenden sicherheitspolitischen Lage.

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Nachfolgend ein hoffentlich falscher Zukunftsausblick für die Jahre 2026 und 2028:

Von Werner Hoffmann

– Demokratie der Mitte, weil Extremflügel das Land zerstören –

Während Russland an der Front zur NATO immer mehr Soldaten zusammenzieht und gleichzeitig die europäische Infrastruktur umfassend angreift – Verkehr, Internet, Strom –, greift China in diesem Zeitraum Taiwan an und vereinnahmt es für sich.

Zeitgleich wären die USA 2.0 mit einem diktatorischen Präsidenten konfrontiert (dies könnte auch ein Nachfolger Trumps sein), der sich in militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran und Venezuela* befindet.

Zusätzlich haben die USA 2.0 inzwischen auch in Grönland eine völkerrechtswidrige Annexion durchgeführt.

Damit wäre erstmals seit Jahrzehnten ein westlicher Staat offen von der regelbasierten internationalen Ordnung abgerückt und hätte selbst territoriale Expansion betrieben.

Trump hatte mit zu vielen Ländern Konflikte begonnen und sich zunehmend Feinde aufgebaut – auch außerhalb aktiver Kriegsgebiete.

In diesem Stadium greift Russland schließlich die Europäische Union an und geht davon aus, dass sich die USA nicht mehr um Europa kümmern werden.

Mit über 450.000 Soldaten, die sich bis dahin an der NATO-Grenze befinden, startet Russland einen großflächigen Angriff auf Polen und andere osteuropäische Länder. Zeitgleich wird versucht, Deutschland von innen heraus durch eine rechtsextreme Partei zu destabilisieren.

Ich hoffe, dieses Szenario tritt nicht ein.

Aber es macht klar, wie wichtig es ist, dass demokratische Länder weltweit näher zusammenrücken und die EU sich endlich einig ist.

Nur ein vereintes Europa, das demokratisch zusammenhält und seine demokratischen Werte aktiv verteidigt, hat überhaupt eine Chance, in solchen Szenarien zu bestehen.

Die Zerschlagung der EU wäre keine Lösung – sie wäre eine direkte Förderung des oben beschriebenen Szenarios.

#Russland #NATO #Sicherheitslage #Europa #Geopolitik

*Ergänzung:

Die Gefangennahme von dem venezuelischen Präsidenten Maduro hatte ich erst nach der Veröffentlichung dieses Artikels mitbekommen. Überrascht hat mich dies eigentlich nicht wirklich.

Ich bin kein Anhänger von Präsidenten, wie Maduro, die durch Wahlmanipulation an der Macht sind.

Aber was Trump macht, hat einen einfachen Grund. Trump will Deals mit fossiler Energie machen. Und es würde mich nicht wundern, wenn die Trump-Dynastie hier für sich Gutes tut (Cash).

Auch das Machtstreben in Mittelamerika und Südamerika wird Trump weiter betreiben. Als eines der nächsten Ziele wird wohl auch Kuba noch umgepolt.

Über die Motive der Trump-Dynastie werde ich noch im Zusammenhang mit Lateinamerika einen weiteren Artikel machen.

Ausblick zu Trumps Aktivitäten

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