Supreme Court kippt möglicherweise Trumps Zollpolitik – ein Urteil mit enormen politischen Folgen

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Am heutigen Nachmittag mitteleuropäischer Zeit wird eine Entscheidung des Supreme Court erwartet, die erhebliche wirtschaftliche und politische Auswirkungen haben dürfte. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die von Donald Trump verhängten Importzölle rechtmäßig sind oder ob sie die verfassungsmäßigen Kompetenzen des Präsidenten überschreiten.

Trump hatte die Zölle auf Waren aus Europa, China, Kanada und weiteren Staaten als Schutzmaßnahme für die US-Wirtschaft eingeführt. Kritiker sehen darin jedoch eine unzulässige Machtverschiebung, da Handelspolitik traditionell dem Kongress obliegt. Mehrere untergeordnete Gerichte haben diese Sicht bereits gestützt, weshalb nun das oberste Gericht entscheidet.

Ich gehe davon aus, dass der Supreme Court die Zölle zurücknimmt. Für Trump wäre dies eine herbe politische Niederlage. Seine zentrale wirtschaftspolitische Strategie würde damit juristisch scheitern und zugleich erheblichen finanziellen Druck erzeugen.

Denn im Falle einer Aufhebung müssten die bereits eingenommenen Zölle an jene Unternehmen zurückgezahlt werden, die diese Abgaben gezahlt haben. Damit würde ein wichtiges Argument Trumps für seine Haushalts- und Sicherheitspolitik wegfallen.

Vor diesem Hintergrund ist auch Trumps Vorgehen gegenüber Venezuela zu sehen. Durch die Beschlagnahmung und Nutzung fossiler Rohstoffe sollen nach seinen Vorstellungen rund zwei Milliarden US-Dollar generiert werden. Dieses Geld könnte genutzt werden, um mögliche Rückzahlungen zu kompensieren und zugleich politisch zu begründen, warum die Verteidigungsausgaben nicht stärker erhöht werden können.

Das heutige Urteil ist daher weit mehr als eine juristische Entscheidung. Es geht um die Grenzen präsidialer Macht, um Rechtsstaatlichkeit und um die Frage, ob wirtschaftspolitische Alleingänge eines Präsidenten Bestand haben dürfen. Sollte der Supreme Court die Zölle kippen, wäre dies ein deutliches Signal, dass auch ein Präsident wie Trump nicht über dem Gesetz steht.

#Trump #Zölle #SupremeCourt #Handelspolitik #Weltwirtschaft

Mehr Strom, weniger CO₂: Warum steigende Nachfrage zum Klimabooster werden kann

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Der weltweite Strombedarf steigt rasant – und genau darin liegt eine historische Chance.

Lange galt wirtschaftliches Wachstum als Gegner des Klimaschutzes.

Doch immer deutlicher wird:

Steigende Stromnachfrage kann Dekarbonisierung und Wohlstand gleichzeitig vorantreiben, wenn sie klug gestaltet wird.

Warum der Stromhunger wächst

Der globale Stromverbrauch dürfte in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Treiber sind vor allem:

  • Künstliche Intelligenz und Rechenzentren,
  • Elektrifizierung von Industrieprozessen,
  • Elektromobilität, Wärmepumpen und Klimatisierung.

Diese Anwendungen sind energieintensiv, ersetzen aber zugleich fossile Energieträger – und ermöglichen große Effizienzgewinne.

Konkrete Beispiele:

So kann mehr Strom weniger CO₂ bedeuten

  • Wärmepumpen: Sie erhöhen den Strombedarf, senken aber den Gas- und Ölverbrauch deutlich – besonders, wenn der Strom zunehmend aus Wind und Sonne kommt,
  • Stahlindustrie: Elektrische Lichtbogenöfen benötigen viel Strom, können aber gegenüber kohlebasierten Hochöfen massive CO₂-Einsparungen ermöglichen,
  • Rechenzentren: Neue Standorte entstehen zunehmend dort, wo erneuerbare Energien gut verfügbar sind – so kann digitales Wachstum klimafreundlicher werden,
  • Netze & Flexibilität: Intelligente Stromnetze, Speicher und Lastmanagement helfen, erneuerbare Energien besser zu integrieren und Spitzenlasten zu glätten.

Wachstum und Klimaschutz: Kein Widerspruch

Entscheidend ist nicht, dass der Strombedarf steigt, sondern womit er gedeckt wird. Wenn zusätzlicher Strom aus sauberen Quellen stammt und die Netze modernisiert werden, entsteht ein positiver Kreislauf:

  • mehr Investitionen in erneuerbare Erzeugung und Infrastruktur,
  • mehr Innovation und Jobs in Technik, Bau, Netzen und Digitalisierung,
  • sinkende Emissionen trotz wachsender Wirtschaft.

Resümee

Der wachsende Strombedarf ist kein reines Risiko – er ist ein Hebel. Richtig genutzt, kann er die Energiewende beschleunigen, die Wirtschaft stärken und Emissionen senken. Die Zukunft ist elektrisch – und genau darin liegt ihre Klimachance.

Quelle: https://www.weforum.org/stories/2026/01/electricity-demand-decarbonization-economic-growth/

#Energiewende

#Dekarbonisierung

#Stromnetze

#ErneuerbareEnergien

#Klimaschutz

Grundlast ist ein Märchen – Wie alte Energie-Mythen Deutschlands Zukunft blockieren

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Seit Jahren wird den Menschen erzählt: „Ohne Kohle, Gas und Atom geht in Deutschland das Licht aus.“

Dieses Argument wird besonders von CDU, CSU, AfD und FDP immer wiederholt.

Das Problem:

Dieses Argument ist wissenschaftlich falsch.

Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung im renommierten Journal Cell Reports Physical Science (Cell Press) kommt zu einem klaren Ergebnis:

Moderne Stromsysteme brauchen keine klassischen Grundlastkraftwerke. Entscheidend ist nicht „Dauerstrom“, sondern Flexibilität.

Was bedeutet „Grundlast“ überhaupt?

Früher war die Stromversorgung einfach gedacht:

Große Kraftwerke liefen rund um die Uhr, Strom floss in eine Richtung, und Verbraucher mussten sich anpassen.

Dieses Denken stammt aus einer Zeit vor Windrädern, Solaranlagen, Speichern und digitalen Netzen.

Heute ist die Realität eine andere: Stromsysteme werden stabil, wenn sie schnell reagieren können – und genau das können starre Großkraftwerke oft nicht.

Warum Grundlastkraftwerke heute ein Problem sind

Kohle- und Atomkraftwerke lassen sich nur schwer herunterfahren. Sie reagieren langsam und produzieren häufig Strom auch dann, wenn er gar nicht gebraucht wird. Das führt zu einem paradoxen Effekt: Wenn viel Wind- und Solarstrom da ist, werden erneuerbare Anlagen teilweise abgeregelt, weil starre Kraftwerke das Netz blockieren.

Klartext: Nicht zu wenig Strom ist das Problem – sondern zu wenig Flexibilität.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Studie zeigt anhand von Modellen und Simulationen:

Versorgungssicherheit hängt nicht davon ab, dass einige Kraftwerke ständig laufen.

Sie hängt davon ab, dass das System Schwankungen ausgleichen kann – schnell, intelligent und dezentral.

Genau dafür sind Speicher, flexible Reservekraftwerke und steuerbarer Verbrauch deutlich besser geeignet als klassische Grundlast.

Was ersetzt die alte Grundlast? Ganz einfach erklärt

1. Wind und Sonne im Zusammenspiel
Wind und Solar ergänzen sich oft zeitlich. Außerdem gleicht sich über große Regionen vieles aus: Wenn es in einer Region windstill ist, weht in einer anderen oft Wind, und umgekehrt.

2. Stromspeicher
Batterien können in Sekunden reagieren. Für längere Zeiträume gibt es Pumpspeicher, Wärmespeicher und langfristig auch Wasserstoff-Lösungen. Speicher liefern Strom dann, wenn er gebraucht wird – nicht dann, wenn ein Kraftwerk zufällig gerade läuft.

3. Flexible Reservekraftwerke
Gas-Kraftwerke können als Reserve dienen, aber nur bei Bedarf. Nicht als Dauerlösung, nicht als Grundlast – sondern als Sicherheitsnetz für besondere Situationen.

4. Intelligenter Verbrauch (Lastmanagement)
E-Autos laden, wenn viel Strom da ist. Industrie verschiebt Prozesse. Wärmepumpen arbeiten netzdienlich. Der Verbrauch passt sich an – und stabilisiert das Netz.

Das ist der Kern der modernen Energieversorgung: Flexibilität statt Starre.

Warum erzählen CDU, CSU, AfD und FDP trotzdem etwas anderes?

Weil diese Parteien politisch und ideologisch oft an der alten Energiewelt festhalten.

Man könnte sagen: alte Welt – alte Reflexe.

Dazu kommt, dass sich die fossile Lobby über Jahrzehnte in politische und mediale Strukturen eingearbeitet hat – teils direkt, teils über Netzwerke und Vorfeldorganisationen.

Friedrich Merz – Umbau von Deutschland in die Vergangenheit für BlackRock, Gaslobby und sonstiger fossiler Lobby.

Auch Organisationen wie EIKE und Partnernetzwerke aus den USA tragen zur Verbreitung von Narrativen bei, die Zweifel säen und die Energiewende diskreditieren sollen – häufig nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern aus Interessenpolitik.

Katherina Reiche (CDU).

Die wahre Gefahr für Deutschland

Die Gefahr sind nicht Windräder und Solaranlagen. Die Gefahr ist, dass Deutschland aus Angst und Lobbydruck auf alte Technologien setzt, während die Welt längst auf flexible, erneuerbare Systeme umstellt.

Wer die Zukunft blockiert, riskiert nicht nur Klimaziele, sondern auch industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Versorgungssicherheit.

Resümee

Grundlast ist kein Naturgesetz – sie ist ein Relikt. Moderne Systeme sind sicher, wenn sie flexibel sind. Die Technik ist da, die ökonomischen Argumente werden immer stärker, und die wissenschaftliche Lage ist eindeutig.

Wer heute noch Kohle, Atom und Grundlast fordert, schützt nicht Deutschland – er schützt alte Geschäftsmodelle.

Wissenschaftliche Quelle:
Cell Reports Physical Science (Cell Press), Artikel: S2666-3864(25)00649-6, „Baseload power plants are not essential for future …“

Grundlast ist ein Märchen – Wie alte Energie-Mythen Deutschlands Zukunft blockieren

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Seit Jahren wird den Menschen erzählt: „Ohne Kohle, Gas und Atom geht in Deutschland das Licht aus.“ Dieses Argument wird besonders von CDU, CSU, AfD und FDP immer wiederholt. Das Problem: Dieses Argument ist wissenschaftlich falsch.

Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung im renommierten Journal Cell Reports Physical Science (Cell Press) kommt zu einem klaren Ergebnis: Moderne Stromsysteme brauchen keine klassischen Grundlastkraftwerke. Entscheidend ist nicht „Dauerstrom“, sondern Flexibilität.

Was bedeutet „Grundlast“ überhaupt?

Früher war die Stromversorgung einfach gedacht: Große Kraftwerke liefen rund um die Uhr, Strom floss in eine Richtung, und Verbraucher mussten sich anpassen. Dieses Denken stammt aus einer Zeit vor Windrädern, Solaranlagen, Speichern und digitalen Netzen.

Heute ist die Realität eine andere: Stromsysteme werden stabil, wenn sie schnell reagieren können – und genau das können starre Großkraftwerke oft nicht.

Warum Grundlastkraftwerke heute ein Problem sind

Kohle- und Atomkraftwerke lassen sich nur schwer herunterfahren. Sie reagieren langsam und produzieren häufig Strom auch dann, wenn er gar nicht gebraucht wird. Das führt zu einem paradoxen Effekt: Wenn viel Wind- und Solarstrom da ist, werden erneuerbare Anlagen teilweise abgeregelt, weil starre Kraftwerke das Netz blockieren.

Klartext: Nicht zu wenig Strom ist das Problem – sondern zu wenig Flexibilität.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Studie zeigt anhand von Modellen und Simulationen: Versorgungssicherheit hängt nicht davon ab, dass einige Kraftwerke ständig laufen. Sie hängt davon ab, dass das System Schwankungen ausgleichen kann – schnell, intelligent und dezentral. Genau dafür sind Speicher, flexible Reservekraftwerke und steuerbarer Verbrauch deutlich besser geeignet als klassische Grundlast.

Was ersetzt die alte Grundlast? Ganz einfach erklärt

1. Wind und Sonne im Zusammenspiel
Wind und Solar ergänzen sich oft zeitlich. Außerdem gleicht sich über große Regionen vieles aus: Wenn es in einer Region windstill ist, weht in einer anderen oft Wind, und umgekehrt.

2. Stromspeicher
Batterien können in Sekunden reagieren. Für längere Zeiträume gibt es Pumpspeicher, Wärmespeicher und langfristig auch Wasserstoff-Lösungen. Speicher liefern Strom dann, wenn er gebraucht wird – nicht dann, wenn ein Kraftwerk zufällig gerade läuft.

3. Flexible Reservekraftwerke
Gas-Kraftwerke können als Reserve dienen, aber nur bei Bedarf. Nicht als Dauerlösung, nicht als Grundlast – sondern als Sicherheitsnetz für besondere Situationen.

4. Intelligenter Verbrauch (Lastmanagement)
E-Autos laden, wenn viel Strom da ist. Industrie verschiebt Prozesse. Wärmepumpen arbeiten netzdienlich. Der Verbrauch passt sich an – und stabilisiert das Netz.

Das ist der Kern der modernen Energieversorgung: Flexibilität statt Starre.

Warum erzählen CDU, CSU, AfD und FDP trotzdem etwas anderes?

Weil diese Parteien politisch und ideologisch oft an der alten Energiewelt festhalten. Man könnte sagen: alte Welt – alte Reflexe. Dazu kommt, dass sich die fossile Lobby über Jahrzehnte in politische und mediale Strukturen eingearbeitet hat – teils direkt, teils über Netzwerke und Vorfeldorganisationen.

Auch Organisationen wie EIKE und Partnernetzwerke aus den USA tragen zur Verbreitung von Narrativen bei, die Zweifel säen und die Energiewende diskreditieren sollen – häufig nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern aus Interessenpolitik.

Die wahre Gefahr für Deutschland

Die Gefahr sind nicht Windräder und Solaranlagen. Die Gefahr ist, dass Deutschland aus Angst und Lobbydruck auf alte Technologien setzt, während die Welt längst auf flexible, erneuerbare Systeme umstellt.

Wer die Zukunft blockiert, riskiert nicht nur Klimaziele, sondern auch industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Versorgungssicherheit.

Resümee

Grundlast ist kein Naturgesetz – sie ist ein Relikt. Moderne Systeme sind sicher, wenn sie flexibel sind. Die Technik ist da, die ökonomischen Argumente werden immer stärker, und die wissenschaftliche Lage ist eindeutig.

Wer heute noch Kohle, Atom und Grundlast fordert, schützt nicht Deutschland – er schützt alte Geschäftsmodelle.

#Energiewende
#ErneuerbareEnergien
#Klimaschutz
#Energiepolitik
#FaktenStattMythen

Wissenschaftliche Quelle (wissenschaftliche Studie):


https://www.cell.com/cell-reports-physical-science/fulltext/S2666

BLACKOUT SCHOCK: WIRD DEIN E-AUTO ZUR STROMRETTUNG, WENN ALLES DUNKEL WIRD?

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Der Jahresanfang hat gezeigt, wie schnell es ernst werden kann: In Berlin waren nach einem Sabotagefall zehntausende Haushalte über Tage ohne Strom.

Plötzlich fehlen Heizung, Warmwasser, Kommunikation, Licht, funktionierende Aufzüge. Ein langer Ausfall macht innerhalb kurzer Zeit aus Alltag einen Ausnahmezustand. Genau deshalb rückt eine Frage ins Zentrum, die viele bisher für Theorie gehalten haben: Können Elektroautos im Notfall Strom liefern und damit zumindest Teile der Versorgung sichern?

In der großen Batterie moderner E-Autos steckt ein beachtlicher Energiespeicher. Entscheidend ist aber, welche Technik das Fahrzeug unterstützt und wie gut Haus und Installation darauf vorbereitet sind. Hier wird oft alles in einen Topf geworfen, obwohl es klare Unterschiede gibt.

Erstens: Vehicle to Load, kurz V2L. Das ist die pragmatischste Variante. Das Auto wird zur mobilen Steckdose und liefert 230 Volt für kleinere Verbraucher. Damit lassen sich bei Stromausfall zum Beispiel Smartphones laden, Beleuchtung betreiben oder einzelne Geräte versorgen. Einige Hersteller bieten solche Funktionen bereits in Serienfahrzeugen an. Für den Alltag ist das praktisch, für einen längeren Blackout ist es aber nur eine Teilhilfe, weil große Verbraucher und eine komplette Hausversorgung damit meist nicht realistisch abgedeckt werden.

Zweitens: Vehicle to Home, kurz V2H. Hier speist das Auto Strom direkt in das Hausnetz ein, ähnlich wie ein Generator, nur elektrisch. Damit wird es deutlich relevanter, weil nicht nur einzelne Geräte laufen, sondern ein Haushalt für eine gewisse Zeit stabil versorgt werden kann. Dafür braucht es jedoch Technik und Planung: Das Gebäude muss vom öffentlichen Netz sauber getrennt werden können, damit ein sicherer Inselbetrieb möglich ist. Ohne fachgerecht installierte Umschalttechnik und passende Hardware funktioniert das nicht zuverlässig und darf es aus Sicherheitsgründen auch nicht.

Drittens: Vehicle to Grid, kurz V2G. Dabei wird das Auto Teil des Stromnetzes und kann Energie aufnehmen und wieder abgeben. In einer Zukunft mit intelligenten Netzen und dynamischen Tarifen könnte das helfen, erneuerbare Energien besser zu nutzen und Netze zu stabilisieren. Für einen konkreten Blackout in einem abgeschalteten Netzabschnitt ist V2G jedoch kaum geeignet, weil Sicherheitsvorgaben eine Einspeisung in ein abgeschaltetes Netz verhindern. Das schützt Einsatzkräfte und ermöglicht ein kontrolliertes Wiederhochfahren des Netzes.

Was heißt das unterm Strich für Krisenfälle? Am realistischsten ist Hilfe auf Gebäudeebene, also über V2H oder Vehicle to Building, wenn ein Haus oder ein Gebäude als Insel betrieben werden kann. Mit bidirektionaler Wallbox, geeigneter Leistungselektronik und sauberer Netztrennung kann ein E-Auto dann tatsächlich wichtige Funktionen im Haushalt stützen. Besonders wirkungsvoll wird das im Verbund mit Photovoltaik und stationärem Speicher, weil dann nicht nur Energie entnommen, sondern je nach Wetter auch wieder nachgeladen werden kann.

Der Haken ist der Aufwand. Umschalter im Zählerschrank, bidirektionale Wallbox, Installation und Abnahme kosten Geld und müssen geplant werden. Ohne Vorbereitung gibt es keine schnelle Resilienz. Beispiele aus Ländern, in denen Unwetter häufiger Netze lahmlegen, zeigen aber: Wenn Hersteller und Infrastruktur auf Notstrom ausgelegt sind, kann ein E-Auto im Extremfall ein Haus sogar über längere Zeit stützen.

Warum das im Versorgungsfall und sogar im Kriegsfall relevant sein kann. In einer Lage mit wiederkehrenden Stromausfällen, wie man sie in Krisenregionen sieht, zählt jede dezentrale Quelle, die Kommunikation, Licht, medizinische Geräte, Kühlung oder Wärmeerhalt unterstützt. Gerade in Szenarien, wie sie die Ukraine durch Angriffe auf Energieinfrastruktur erlebt, kann ein E-Auto als mobiler Speicher helfen, Versorgungslücken zu überbrücken. Nicht als Ersatz für ein ganzes Stromnetz, aber als dezentrale, schnell verfügbare Energie für Haushalte, Notunterkünfte, lokale Anlaufstellen oder einzelne kritische Geräte. Je mehr Fahrzeuge und Gebäude dafür vorbereitet sind, desto höher wird die Widerstandskraft einer Region.

Elektroautos sind damit nicht nur Fortbewegungsmittel. Richtig eingebunden werden sie zu einem Baustein moderner Krisenvorsorge. Das Potenzial ist da, aber es wird erst dann echte Notfallhilfe, wenn Technik, Regeln und Installation im Vorfeld konsequent mitgedacht werden.

#Elektroauto #Blackout #Notstrom #Energiewende #Krisenvorsorge

Trumps Betrugs-Mythos: Wie die US-Fossillobby in Venezuela enteignet wurde – und warum das kein Diebstahl war

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Donald Trump behauptet immer wieder, Venezuela habe die USA und ihre Ölkonzerne „betrogen“ oder ihnen Öl „gestohlen“.

Diese Darstellung klingt dramatisch, hält einer rechtlichen und historischen Prüfung jedoch nicht stand. Tatsächlich geht es nicht um Diebstahl, sondern um staatliche Nationalisierung, internationale Schiedsverfahren und Milliarden-Entschädigungen.

Ausgangspunkt ist die Verstaatlichung der venezolanischen Ölindustrie ab 2007 unter Präsident Hugo Chávez.

Damals übernahm der Staat über den Ölkonzern PDVSA die Mehrheitskontrolle an Projekten im Orinoco-Ölgürtel.

Betroffen waren vor allem große US-Konzerne wie ExxonMobil und ConocoPhillips. Venezuela bot Entschädigungen an, allerdings auf Basis von Buchwerten und nicht nach den erwarteten zukünftigen Gewinnen. Mehrere Unternehmen lehnten diese Angebote ab.

Daraufhin folgten internationale Schiedsverfahren vor dem ICSID (International Centre for Settlement of Investment Disputes), einer Schiedsstelle der Weltbankgruppe.

Die Ergebnisse zeigen ein klares, aber differenziertes Bild: ExxonMobil erhielt nach jahrelangem Verfahren rund 1,6 Milliarden US-Dollar, die Venezuela 2014/2015 zahlte.

Der Fall gilt damit weitgehend als abgeschlossen. ConocoPhillips bekam rund 8,7 Milliarden US-Dollar zugesprochen, doch bis heute wurden nur Teilbeträge beglichen.

Deshalb versuchte das Unternehmen, venezolanische Staatsvermögen im Ausland zu pfänden. Andere Konzerne einigten sich außergerichtlich, oft mit reduzierten Summen oder mit Öl-Lieferrechten statt Bargeld.

Rechtlich ist die Lage eindeutig: Nationalisierungen sind völkerrechtlich zulässig, sofern eine Entschädigung vorgesehen ist. Internationale Gerichte haben keinen Betrug festgestellt. Trumps Vorwurf ist daher keine

juristische Bewertung, sondern politische Rhetorik. Er rechnet verspätete oder aus seiner Sicht zu niedrige Entschädigungen sowie entgangene Zukunftsgewinne zusammen und erklärt dies zum „Diebstahl“.

Damit rechtfertigt er eine harte Venezuela-Politik und lenkt den Blick auf strategische Rohstoffe statt auf Rechtsfragen.

Unterm Strich gilt: US-Ölkonzerne wurden teilweise entschädigt, manche vollständig, andere bis heute nicht. Von Betrug im rechtlichen Sinn kann keine Rede sein. Trumps Erzählung dient vor allem der politischen Instrumentalisierung wirtschaftlicher Interessen.

#Venezuela
#Trump
#Ölindustrie
#FossileLobby
#Geopolitik

Quellen:
www.worldbank.org/icsid
www.reuters.com/world/americas
www.bbc.com/news/world-latin-america
www.theguardian.com/world
www.apnews.com

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