Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Was sich lange nur leise abzeichnete, wird nun zur strategischen Zeitenwende und das von ihm geprägte Machtverständnis geraten unter Druck – nicht durch Proteste, sondern durch ökonomische Realität.

Der Grund ist ein wachsender, bewusster Abschied von US-Tech-Konzernen. Immer mehr Staaten, Bundesländer, Städte und Millionen Nutzer kehren der amerikanischen Mono-IT den Rücken.
Der Auslöser ist simpel – und für Big Tech gefährlich: Abhängigkeit. Wer Verwaltung, Bildung oder kritische Infrastruktur vollständig auf proprietäre US-Software stützt, macht sich erpressbar. Genau das wird zunehmend erkannt. Staaten wie Dänemark, Bundesländer wie Schleswig-Holstein oder Städte wie München setzen gezielt auf Open-Source-Lösungen. Ziel ist digitale Souveränität – Kontrolle über Daten, Kosten, Sicherheit und politische Unabhängigkeit.

Parallel vollzieht sich ein Wandel im privaten Bereich. Immer mehr Menschen verabschieden sich von Lizenzzwang, Cloud-Bindung und Fremdkontrolle und wechseln zu Linux-Varianten, besonders zu Linux Mint. Nicht aus Ideologie, sondern aus Pragmatismus: stabil, transparent, sicher – und ohne geopolitisches Risiko.

Der eigentliche Hebel liegt jedoch an der Börse. Die EU trägt bei vielen Tech-Giganten rund 30 % zum Gesamtgewinn bei. Der überwiegende Teil der Profite wird also außerhalb der USA erwirtschaftet. Das US-Binnengeschäft selbst macht – je nach Konzern – oft nur 20 bis maximal 30 % aus. Big Tech lebt von offenen Märkten und internationalem Vertrauen.

Genau hier wird es für Trump gefährlich. Eine aggressive „America-First-Politik“, Zölle oder politische Einschüchterung treffen nicht die Konkurrenz – sie treffen das eigene Geschäftsmodell. Wenn Europa, Verwaltungen und Unternehmen sich systematisch entkoppeln, gerät die Gewinnlogik der Tech-Konzerne ins Wanken.

Spätestens innerhalb der nächsten sechs Monate ist damit zu rechnen, dass es an der Börse zu einem spürbaren Erdrutsch rund um die großen IT-Konzerne kommt. Erste Warnsignale sind bereits sichtbar: steigende Volatilität, wachsende Skepsis institutioneller Investoren und Kursreaktionen auf politische Risiken. Diese Auswirkungen werden inzwischen erkannt – noch vorsichtig, aber zunehmend offen.

Deshalb ist jetzt Vorbereitung entscheidend. Diese Entwicklung wird Folgen für die Börse haben. Wer heute Abhängigkeiten abbaut und Alternativen schafft, handelt nicht politisch – sondern ökonomisch klug. Digitale Souveränität ist kein Randthema mehr. Sie ist wirtschaftliche Vernunft.
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