Manuel Hagel – modern inszeniert, aber industriepolitisch im Gestern

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Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann
– Überzeugter demokratischer Europäer. –

Modernes Auftreten, klare Brille, aufgeräumter Sound – doch in der Automobilpolitik klingt Manuel Hagel wie aus einem anderen Jahrzehnt.

Besonders deutlich wird das beim Thema Verbrennungsmotor. Hagel spricht von einem „hocheffizienten Verbrenner“. Doch physikalisch betrachtet ist der klassische Verbrennungsmotor alles andere als hocheffizient. Bei der Umwandlung von Kraftstoff in Bewegung gehen rund 70–80 % der Energie als Wärme verloren. Nur ein kleiner Teil wird tatsächlich in Vortrieb umgewandelt. Das ist kein politischer Standpunkt, sondern Thermodynamik.

Wenn also suggeriert wird, man könne das Erfolgsmodell der letzten 140 Jahre einfach fortschreiben, wird ausgeblendet, dass sich der Weltmarkt längst verändert hat.

China, die USA und selbst europäische Nachbarländer investieren massiv in Elektromobilität. Wer glaubt, Baden-Württemberg könne sich diesem Wandel dauerhaft entziehen, setzt Wohlstand und Industriearbeitsplätze aufs Spiel.

Oft fällt auch der Begriff „Range Extender“. Kurz erklärt: Ein Range Extender ist ein zusätzlich verbauter kleiner Verbrennungsmotor in einem Elektroauto, der während der Fahrt Strom erzeugt, um die Batterie zu laden. Das Fahrzeug wird weiterhin elektrisch angetrieben – der Verbrenner dient lediglich als Generator. Es handelt sich also um ein hybrides Übergangskonzept, nicht um einen vollwertigen Zukunftsantrieb.

Auch der Plug-in-Hybrid wird gerne als Lösung präsentiert. Dabei kombiniert man einen Elektroantrieb mit einem klassischen Verbrennungsmotor. Das Fahrzeug kann extern geladen („plug-in“) werden und kurze Strecken rein elektrisch fahren. In der Praxis werden viele dieser Fahrzeuge jedoch überwiegend mit dem Verbrenner betrieben – mit entsprechendem Verbrauch.

Das rein batterieelektrische Fahrzeug ist derzeit das effizienteste Antriebssystem im Pkw-Bereich. Elektromotoren erreichen Wirkungsgrade von über 85–90 %. Es entsteht deutlich weniger Abwärme, und ein Großteil der eingesetzten Energie wird tatsächlich in Bewegung umgesetzt.

Industriepolitik darf sich nicht an nostalgischen Bildern orientieren, sondern an globalen Realitäten. Baden-Württemberg lebt vom Export. Wer glaubt, die Welt werde auch in den nächsten 140 Jahren genau das nachfragen, was wir gestern produziert haben, riskiert den Anschluss.

Ein Ministerpräsident muss Zukunft gestalten – nicht Vergangenheit konservieren.

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