Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Der weltweite Strombedarf steigt rasant – und genau darin liegt eine historische Chance.
Lange galt wirtschaftliches Wachstum als Gegner des Klimaschutzes.
Doch immer deutlicher wird:
Steigende Stromnachfrage kann Dekarbonisierung und Wohlstand gleichzeitig vorantreiben, wenn sie klug gestaltet wird.

Warum der Stromhunger wächst
Der globale Stromverbrauch dürfte in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Treiber sind vor allem:
- Künstliche Intelligenz und Rechenzentren,
- Elektrifizierung von Industrieprozessen,
- Elektromobilität, Wärmepumpen und Klimatisierung.
Diese Anwendungen sind energieintensiv, ersetzen aber zugleich fossile Energieträger – und ermöglichen große Effizienzgewinne.
Konkrete Beispiele:
So kann mehr Strom weniger CO₂ bedeuten

- Wärmepumpen: Sie erhöhen den Strombedarf, senken aber den Gas- und Ölverbrauch deutlich – besonders, wenn der Strom zunehmend aus Wind und Sonne kommt,
- Stahlindustrie: Elektrische Lichtbogenöfen benötigen viel Strom, können aber gegenüber kohlebasierten Hochöfen massive CO₂-Einsparungen ermöglichen,
- Rechenzentren: Neue Standorte entstehen zunehmend dort, wo erneuerbare Energien gut verfügbar sind – so kann digitales Wachstum klimafreundlicher werden,
- Netze & Flexibilität: Intelligente Stromnetze, Speicher und Lastmanagement helfen, erneuerbare Energien besser zu integrieren und Spitzenlasten zu glätten.

Wachstum und Klimaschutz: Kein Widerspruch
Entscheidend ist nicht, dass der Strombedarf steigt, sondern womit er gedeckt wird. Wenn zusätzlicher Strom aus sauberen Quellen stammt und die Netze modernisiert werden, entsteht ein positiver Kreislauf:
- mehr Investitionen in erneuerbare Erzeugung und Infrastruktur,
- mehr Innovation und Jobs in Technik, Bau, Netzen und Digitalisierung,
- sinkende Emissionen trotz wachsender Wirtschaft.

Resümee
Der wachsende Strombedarf ist kein reines Risiko – er ist ein Hebel. Richtig genutzt, kann er die Energiewende beschleunigen, die Wirtschaft stärken und Emissionen senken. Die Zukunft ist elektrisch – und genau darin liegt ihre Klimachance.
Quelle: https://www.weforum.org/stories/2026/01/electricity-demand-decarbonization-economic-growth/
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