Ein Beitrag von Werner Hoffmann
Es begann harmlos. Ein sachlicher Artikel. Historisch, erklärend, ohne Werbung und ohne Gewinnerzielung. Einfach Information.

Zur Illustration ein Foto. Alt. Archivmaterial. Schröder, Bush, Kanzleramt. Ein Bild, das man seit Jahren kennt und das scheinbar zur Zeitgeschichte gehört.
Unter das Bild kam eine ordentliche Quellenangabe: Quelle: dpa. So, wie man es gelernt hat. So, wie es seriös wirkt.
Dann kam Post.
Kein Hinweis.
Keine Bitte um Entfernung.
Kein Dialog.
Stattdessen: Aktenzeichen, Frist, Forderung. Über 250 Euro – für ein einziges Bild.
Nicht wegen Manipulation. Nicht wegen Hetze. Nicht wegen Desinformation. Sondern wegen Nutzung.
In dieser Realität gilt nicht, was viele glauben:
„Ich habe doch die Quelle genannt.“
Sondern nur eine einzige Frage:
Hast du eine Nutzungslizenz – ja oder nein?

Fehlt diese Lizenz, greift ein strikt organisiertes System: automatisierte Bildsuche, Beweissicherung, Lizenzberechnung, juristische Durchsetzung.
Das Schreiben kam von einer auf Urheberrechtsdurchsetzung spezialisierten Kanzlei aus Hamburg, die im Auftrag von Rechteinhabern Lizenzansprüche geltend macht. Sachlich. Formal. Effektiv.
Kein Kontext.
Kein Augenmaß.
Nur der festgestellte Verstoß.
Das perfide Detail:
Das Foto war alt. Der Artikel unauffällig. Die Reichweite überschaubar. Und trotzdem spielt all das keine Rolle.
Nicht das Alter des Bildes. Nicht die Absicht. Nicht der Zweck.

Entscheidend ist allein: Das Bild ist heute noch online.
Selbst Fotos, die seit 15 oder 20 Jahren genutzt werden, können heute noch abgemahnt werden, wenn sie weiterhin öffentlich zugänglich sind. Jede fortdauernde Nutzung gilt rechtlich als neuer Verstoß.
Wer heute publiziert – ob Blog, Verein, Informationsseite oder politisches Projekt – sollte alle alten Bilder dringend prüfen.
Alles ohne eigene Urheberschaft oder eindeutig freie Lizenz sollte konsequent entfernt oder ersetzt werden.
Auch historische Bilder sind nicht sicher.
Auch alte Beiträge nicht verjährt, solange sie online sind.
Hinweis: Dieser Beitrag ist als Dauerartikel konzipiert und wird über ein Jahr hinweg regelmäßig im Netz geteilt, um vor Risiken bei der Bildnutzung zu warnen.
Resümee: Niemals DPA-Bilder nutzen. Nicht für Blogs. Nicht für Vereine. Nicht für Informationsseiten. Nicht „nur klein“. Nicht „nur historisch“. Auch nicht mit Quellenangabe.
Eine Quelle ersetzt keine Lizenz.

Und was stattdessen?
KI-Bilder selbst generieren ist heute oft der sicherste Weg. Du bist selbst Urheber, hast volle Nutzungsrechte und kein Risiko nach Jahren. KI ersetzt keine Dokumentarfotografie – aber das juristische Risiko.
Es geht nicht um Geld. Es geht um Kontrolle und Sicherheit.
Texte sind frei. Bilder sind es nicht.
Und deshalb gilt: Lieber alte Bilder löschen und neue selbst erzeugen, als irgendwann Post mit Aktenzeichen zu bekommen.
#Urheberrecht #Bildrechte #Abmahnung #KIStattAbmahnung #DigitaleSelbstverteidigung

