Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Die CDU ringt seit Jahren um ihre politische Ausrichtung zwischen konservativer Volkspartei und marktradikal-liberalen Einflüssen.

Eine zentrale Figur dieser Debatte ist Jens Spahn, ehemaliger Bundesgesundheitsminister und heutiger CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender. Immer wieder geraten dabei seine politischen und persönlichen Netzwerke in den Fokus – insbesondere die Verbindungen zu Christian Angermayer und indirekt zu Peter Thiel, zwei Schlüsselfiguren des internationalen rechtslibertären Milieus.

Christian Angermayer, deutscher Investor mit Schwerpunkten in Biotech, Kryptowährungen und KI, bezeichnet sich selbst als konservativ-libertär. Er ist eng mit internationalen Tech-Eliten vernetzt und trat in Deutschland als Großspender der CDU in Erscheinung. Über Jahre flossen sechsstellige Beträge an die Partei. Gleichzeitig pflegte Angermayer persönliche Kontakte zu Jens Spahn – eine Nähe, die insbesondere während der Corona-Pandemie kritisch hinterfragt wurde, da Firmen aus Angermayers Umfeld wirtschaftlich von gesundheitspolitischen Entscheidungen profitierten. Zwar bestreitet Spahn jeden Interessenkonflikt, doch der Eindruck einer problematischen Nähe von Politik und Kapital bleibt bestehen.

Über Angermayer führt auch eine indirekte Verbindung zu Peter Thiel. Der US-Milliardär, PayPal-Mitgründer und Palantir-Investor gilt als einer der einflussreichsten Vertreter eines autoritären Libertarismus.

Thiel unterstützt offen rechte und antidemokratische Positionen, förderte Donald Trump finanziell und vertritt ein Weltbild, das demokratische Institutionen als Hindernis für wirtschaftliche und technologische „Effizienz“ betrachtet. Angermayer und Thiel sind geschäftlich und ideologisch verbunden – damit entsteht ein transatlantisches Netzwerk aus Kapital, Technologie und politischem Einfluss.

Konkrete direkte Absprachen zwischen Spahn und Thiel sind öffentlich nicht belegt. Doch die Struktur dieses Netzwerks ist politisch relevant: Investoren mit klarer Ideologie treffen auf Entscheidungsträger mit Macht über Gesetzgebung, Regulierung und staatliche Aufträge. Kritiker sehen darin eine schleichende Verschiebung der CDU nach rechtslibertär, weg von sozialer Marktwirtschaft und demokratischer Ausgewogenheit hin zu marktradikalen Interessen.
Die Debatte berührt damit Grundfragen demokratischer Kontrolle: Wie unabhängig ist Politik, wenn sie von finanzstarken Ideengebern flankiert wird? Ist dies das neue Gesicht der CDU – oder sollte Jens Spahn nun endlich den Löffel abgeben und aus der Politik verschwinden?
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