Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Die AfD tritt in Baden-Württemberg zur Landtagswahl 2026 mit Markus Frohnmaier als Spitzenkandidat an.
Damit erhebt sie einen klaren Anspruch:
den Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten – also auf die Führung eines gesamten Bundeslandes mit Verantwortung für Verfassungstreue, innere Sicherheit, Bildung, Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Ein Blick in die Fakten wirft jedoch zentrale Fragen auf.
In der offiziellen Biografie des Deutschen Bundestages werden Frohnmaiers schulische Stationen sowie ein ab 2011 begonnenes Jurastudium genannt.
Ein Studienabschluss wird dort nicht ausgewiesen.
Das ist kein formaler Nebenaspekt, sondern eine relevante Information für die Bewertung von Eignung, Reife und beruflicher Erdung – insbesondere dann, wenn jemand das höchste Regierungsamt eines Bundeslandes anstrebt.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine pauschale Abwertung alternativer Bildungswege. Entscheidend ist vielmehr: Es gibt keinen erkennbaren beruflichen Track-Record außerhalb des Politikbetriebs, der diesen Machtanspruch trägt. Frohnmaiers Karriere verläuft nahezu vollständig innerhalb von Parteistrukturen.

Hinzu kommt eine politische Dimension, die diesen Fall besonders brisant macht.
Gemeinsame Recherchen von ZDF, SPIEGEL und weiteren Medien berichteten 2019 über russische Strategiepapiere, in denen Frohnmaier als möglicher Ansatzpunkt für politische Einflussnahme genannt wurde.

Zwar bestritt er jede Zusammenarbeit – doch allein die Erwähnung eines deutschen Spitzenpolitikers in solchen Kontexten ist ein massiver Warnhinweis, gerade mit Blick auf ein Ministerpräsidentenamt.
Auch der Verfassungsschutz-Kontext wiegt schwer. Im veröffentlichten Gutachten zur AfD werden Frohnmaier Aussagen zugeschrieben, die geeignet seien, das Vertrauen in das staatliche Gewaltmonopol zu untergraben und mittelbar Angriffe darauf zu legitimieren. Das berührt den Kern des demokratischen Rechtsstaats.

Der Einwand „Andere Parteien haben auch solche Lebensläufe“ greift zu kurz. Die Daten des Bundestages zeigen: In allen Fraktionen verfügen deutliche Mehrheiten über Hochschulabschlüsse. Ein fehlender Abschluss ist nicht die Regel, sondern erklärungsbedürftig – vor allem dann, wenn er mit einer reinen Parteikarriere und sicherheitsrelevanten Warnsignalen zusammentrifft.

Resümee: Es geht nicht um Eliten-Denken. Es geht um demokratische Integrität. Wer Ministerpräsident werden will, muss Unabhängigkeit, Urteilskraft, Distanz zu extremistischen Milieus und Resilienz gegenüber ausländischen Einflussinteressen glaubhaft verkörpern. Wenn all das gleichzeitig infrage steht, ist Kritik kein Angriff – sondern demokratische Pflicht.
#BadenWürttemberg #Landtagswahl2026 #AfD #Frohnmaier #Demokratie
Quellen:
www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/F/frohnmaier_markus-1044406,
www.landtagswahl-bw.de/spitzenkandidierende-bw,
www.bundestag.de/resource/blob/272942/Kapitel_03_09_Schul-_und_Hochschulbildung-pdf.pdf,
www.zdfheute.de/video/frontal/der-fall-frohnmaier-100.html,
www.tagesspiegel.de/politik/dokumente-legen-russischen-einfluss-auf-afd-abgeordneten-nahe-5548483.html,
www.stern.de/politik/deutschland/markus-frohnmaier–russland-wollte-ueber-afd-mann-deutsche-politik-beeinflussen-8654122.html,
www.afd.de/wp-content/uploads/2019/01/BfV-Gutachten_%C3%BCber_die_AfD.pdf,
www.netzpolitik.org/2019/wir-veroeffentlichen-das-verfassungsschutz-gutachten-zur-afd/.

