Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Die vorherigen Teile haben gezeigt, wie wichtig einfache, verlässliche und fehlbedienungssichere Technik für ältere Menschen ist.

Telefonie und Notfallkommunikation dürfen im Alltag keine zusätzliche Hürde darstellen.
Sie müssen funktionieren – auch unter Stress, bei Unsicherheit oder nach einem Sturz.
Sprachgesteuerte Systeme und cloudbasierte Dienste können dabei eine große Hilfe sein.
Sie ermöglichen Kommunikation ohne Tasten, Menüs oder Displays.
Gleichzeitig darf jedoch nicht ausgeblendet werden, dass solche Lösungen immer auch Abhängigkeiten schaffen – insbesondere dann, wenn sie auf Cloud-Diensten außerhalb der Europäischen Union basieren.

Cloud-Dienste aus den USA, aus einem möglichen „USA 2.0“-Szenario oder aus anderen Drittstaaten unterliegen nicht dem europäischen Rechtsrahmen.
Änderungen von Geschäftsmodellen, politische Entscheidungen, Sanktionen oder sicherheitspolitische Maßnahmen können dazu führen, dass Funktionen eingeschränkt, verteuert oder im Extremfall abgeschaltet werden. Darauf haben Nutzerinnen und Nutzer keinen Einfluss.

Gerade bei sicherheitsrelevanter Kommunikation im Alter ist das ein Risiko, das zumindest bewusst mitgedacht werden sollte. Es geht dabei nicht um Misstrauen, sondern um Vorsorge. Wer sich ausschließlich auf externe Cloud-Infrastrukturen verlässt, gibt einen Teil der Kontrolle aus der Hand.
Deshalb ist es wichtig, Alternativen zu kennen: europäische Lösungen, lokale Systeme, klassische Notrufkonzepte oder offene Standards wie SIP-Telefonie. Sie sind nicht immer so bequem wie große Plattformen, bieten dafür aber mehr Unabhängigkeit, Transparenz und langfristige Stabilität.

Am Ende gilt: Technik muss dem Menschen dienen – nicht umgekehrt. Die beste Lösung ist diejenige, die zur Person, zur Lebenssituation und zum eigenen Sicherheitsbedürfnis passt. Souveränität bedeutet Wahlfreiheit.
Gerade im Alter ist diese Wahlfreiheit ein Stück Sicherheit.

