Teil 5 – Es muss nicht Amazon sein – Sicherheit, Wahlfreiheit und souveräne Alternativen

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Sprachgesteuerte Systeme wie Alexa können im Alltag älterer Menschen eine große Hilfe sein. Doch so sinnvoll diese Technik ist, sie darf nicht zur einzigen Option werden.

Niemand sollte das Gefühl haben, auf einen bestimmten Konzern angewiesen zu sein, um im Alter erreichbar zu bleiben oder Hilfe rufen zu können.

Entscheidend ist nicht der Anbieter, sondern die Frage, ob eine Lösung im Alltag zuverlässig funktioniert.

Gerade ältere Menschen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Manche möchten bewusst keine Cloud-Dienste nutzen, andere fühlen sich mit klassischer Technik wohler oder lehnen Sprachassistenten grundsätzlich ab.

Diese Haltung ist legitim. Technik soll Sicherheit geben – nicht verunsichern.

Deshalb ist es wichtig, Alternativen zu kennen. Neben sprachgesteuerten Lösungen gibt es bewährte Konzepte wie klassische Hausnotrufsysteme, WLAN- oder DECT-Telefone mit Notruftaste oder stark vereinfachte Mobiltelefone. Sie funktionieren ohne Sprachsteuerung und sind für viele Menschen vertrauter.

Entscheidend ist immer dasselbe Prinzip: Ein System muss auch dann funktionieren, wenn Stress, Angst oder körperliche Einschränkungen dazukommen. Je weniger Schritte nötig sind, desto höher ist die Sicherheit. Technik darf nicht fordern – sie muss tragen.

Open-Source-Alternative: SIP-Telefonie (VoIP) mit Freisprecheinheit

Wer bewusst unabhängig von großen IT-Plattformen bleiben möchte, kann auch auf offene Telefonie-Standards setzen. Bei der sogenannten SIP-Telefonie (VoIP) erfolgt das Telefonieren über das Internet, ohne geschlossene Ökosysteme.

In Kombination mit einer Freisprecheinheit oder einem einfach bedienbaren WLAN-Telefon kann so eine sehr stabile Lösung entstehen. Der Vorteil: keine Sprachdaten in Konzern-Clouds, freie Wahl des Anbieters und hohe Kontrolle über die Technik.

Der Nachteil ist ehrlich zu benennen: Diese Lösung ist nicht „hinstellen und fertig“. Sie erfordert einmalige Einrichtung durch Angehörige und ist weniger intuitiv als Sprachsteuerung. Für technikaffine Familien kann sie jedoch eine souveräne, langfristige Alternative sein.

Wählt man eine Lösung auf Basis von Amazon oder anderen US-Plattformen, sollte man sich dieser Abhängigkeit bewusst sein. Niemand kann garantieren, dass solche Dienste dauerhaft, unverändert und ohne politische oder wirtschaftliche Einflussnahme verfügbar bleiben. Spätestens seit den aktuellen geopolitischen Entwicklungen ist klar: Man weiß nie, ob eine künftige „USA 2.0“ bestimmte Funktionen einschränkt, abschaltet oder als strategisches Druckmittel nutzt.

Gerade bei sicherheitsrelevanter Kommunikation im Alter ist diese Abhängigkeit ein Faktor, der zumindest mitgedacht werden sollte. Deshalb ist es sinnvoll, Alternativen zu kennen und gegebenenfalls bewusst auf Lösungen zu setzen, die unabhängig, kontrollierbar und langfristig stabil sind.

Am Ende zählt nicht Ideologie, sondern Alltagstauglichkeit. Die beste Lösung ist immer die, die zur Person passt – nicht umgekehrt.

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