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Vor ein paar Tagen stand ich an einer zweispurigen Straße links an einer roten Ampel. Hinter mir zunächst ein Motorradfahrer, der sich dann entschied, auf die rechte Spur zu wechseln. Beide standen wir an der Ampel, wohl wissend, dass sich die zwei Spuren nach rund 200 Metern zu einer vereinen würden.

Der Motorradfahrer ließ seinen Motor aufheulen. Dieses sonore „Hör mich an, gleich geht’s los!“, das man nur zu gut kennt. Drehzahl hoch, Kupplung bereit, volle Aufmerksamkeit.
Normalerweise verhalte ich mich defensiv. Kein Wettkampf, kein Kräftemessen. Aber in diesem Moment kam das Kind im Manne durch. Ganz kurz. Ganz leise. Und dann: Jetzt.

Als die Ampel auf Grün schaltete, trat ich mit meinem Audi Q8 55 e-tron einmal bewusst aufs Pedal. Über 400 PS – aber ohne Drama. Kein Motorengebrüll, kein Krachen. Nur ein sanftes Surren, etwas Windgeräusch und gleichmäßiger Vortrieb. Als der Motorradfahrer richtig loslegte, war ich bereits etwa 50 Meter weiter.

Der Grund dafür liegt nicht in Mut oder Reaktionsschnelligkeit, sondern in der Physik des Antriebs. Ein Elektromotor stellt sein maximales Drehmoment sofort bereit – ab der ersten Umdrehung. Es gibt kein Hochdrehen, kein Schalten, keinen Kraftverlust durch Kupplung oder Getriebe. Die Leistung liegt unmittelbar an den Rädern an.
Ein Verbrenner – egal ob Auto oder Motorrad – muss dagegen erst Drehzahl aufbauen. Die Kraft entsteht verzögert, wird über mehrere mechanische Komponenten übertragen und geht dabei teilweise verloren. Was laut klingt und spektakulär wirkt, ist technisch oft langsamer.

Wichtig an dieser Stelle:
Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Verkehrsgefährdung. Die Situation spielte sich bei freier Straße ab, alle Verkehrsregeln wurden eingehalten und selbstverständlich wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten. Es ging nicht um ein Rennen, sondern um einen normalen Ampelstart – und um ein Fahrgefühl.
Das Schönste daran war die Ruhe. Kein Reifenquietschen, kein hektisches Hochschalten, kein Lärm. Nur dieses fast schon höfliche Davongleiten. Souverän. Kontrolliert.

Ich stelle mir vor, wie der Motorradfahrer kurz schluckte. Vielleicht auch kurz dachte: Moment mal … Wer weiß – vielleicht steigt er ja irgendwann selbst auf einen Elektromotor um. Die gibt es inzwischen sogar mit künstlichen Fahrgeräuschen, falls jemand das Brüllen wirklich vermisst.
Für mich bleibt klar: Der Elektromotor ist die entspanntere Wahl. Kein Krachen, kein Ruckeln – nur leises Surren, unmittelbares Drehmoment und Fahrspaß ohne Stress. Und manchmal eben auch ein kleines Lächeln an der Ampel.

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