Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Ein Rentenantrag ist kein reiner Formalakt. Viele Versicherte unterschätzen, wie folgenreich einzelne Angaben sein können – insbesondere dann, wenn im Antrag mit Hochrechnungen gearbeitet wird. Was zunächst harmlos klingt, kann sich dauerhaft negativ auf die Höhe der Rente auswirken.

Was bedeutet eine Hochrechnung im Rentenantrag?
Bei der Beantragung einer Altersrente werden häufig sogenannte Hochrechnungen verwendet. Dabei werden Zeiten und Beiträge, die noch nicht endgültig feststehen, rechnerisch fortgeschrieben. Das betrifft unter anderem das laufende Kalenderjahr, noch nicht gemeldete Arbeitsentgelte oder Zeiten kurz vor dem Rentenbeginn.
Diese Hochrechnungen beruhen auf Annahmen. Stimmen diese Annahmen nicht, kann das zu einer dauerhaft zu niedrigen Rente führen.

Typische Stolpersteine im Rentenantrag
Besonders häufig problematisch sind unvollständige oder fehlerhafte Angaben zu Beschäftigungszeiten, nicht korrekt berücksichtigte Minijobs, fehlende Kindererziehungs- oder Pflegezeiten, unklare Angaben zu freiwilligen Beiträgen sowie falsche Annahmen bei der Hochrechnung des letzten Einkommens.
Wird der Rentenbescheid auf dieser Grundlage erlassen und nicht rechtzeitig überprüft, bleibt die Rente oft lebenslang zu niedrig.
Was kostet die Antragstellung der Altersrente?
Die Antragstellung einer Altersrente bei der Deutschen Rentenversicherung ist kostenfrei. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Bescheid automatisch optimal oder fehlerfrei ist. Die Rentenversicherung prüft die Angaben, vertritt aber nicht die individuellen finanziellen Interessen der Antragsteller.

Warum eine unabhängige Rentenberatung sinnvoll sein kann
Eine unabhängige Rentenberatung ist zwar kostenpflichtig, lohnt sich jedoch häufig. Für eine qualifizierte Erstberatung fallen in der Regel etwa 180 Euro an. Bereits eine um nur 10 Euro zu niedrige monatliche Rente führt zu einem Verlust von 120 Euro pro Jahr und 240 Euro nach zwei Jahren. Über die gesamte Rentenbezugsdauer können sich daraus mehrere tausend Euro Nachteil ergeben.
Viele Fehler lassen sich vor Rentenbeginn erkennen und korrigieren. Deshalb ist es oft sinnvoll, den Rentenantrag und den späteren Rentenbescheid durch einen unabhängigen Rentenberater prüfen zu lassen.
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