Ein Beitrag von Werner Hoffmann

(ab 1.2.2026)
Viele Menschen sind überzeugt: Wer 45 Jahre gearbeitet hat, erhält automatisch die volle Rente ohne Abzüge.
Diese Annahme ist weit verbreitet – aber sie ist falsch.
Die Realität der gesetzlichen Rente
Die 45 Jahre beziehen sich auf eine besondere Wartezeit,
anerkannt werden nur bestimmte Versicherungszeiten,
und entscheidend ist das Erreichen der jeweiligen Altersgrenze.
Welche Zeiten angerechnet werden können
Pflichtbeiträge aus Beschäftigung oder Selbstständigkeit,
Kindererziehungszeiten,
Pflege von Angehörigen,
Zeiten mit Arbeitslosengeld I,
freiwillige Beiträge unter klaren gesetzlichen Voraussetzungen.
Welche Zeiten nicht zählen oder kaum wirken

Bürgergeld bzw. früheres Arbeitslosengeld II,
längere beitragsfreie Unterbrechungen,
Schul- und Studienzeiten nach dem 17. Lebensjahr,
Minijobs ohne eigene Rentenbeiträge.
Der entscheidende Punkt: der Rentenbeginn
Die abschlagsfreie Rente ist nur bei Erreichen der Altersgrenze möglich,
wer früher in Rente geht, erhält Abschläge,
pro Monat 0,3 Prozent,
dauerhaft und lebenslang.
Warum ein Rentenabschlag nicht immer schlecht sein muss

Besonders bei Ehepaaren mit zwei hohen Renten,
kann eine sehr hohe eigene Altersrente Nachteile haben,
denn bei einer Witwen- oder Witwerrente wird die eigene Rente angerechnet,
oberhalb eines Freibetrags kommt es zu Kürzungen,
im Extremfall entfällt die Hinterbliebenenrente ganz.
Ein Beispiel aus der Praxis
Langjährig Beschäftigte großer Arbeitgeber wie Debeka,
mit stabilen Erwerbsbiografien und überdurchschnittlichen Rentenansprüchen,
sind häufig von dieser Konstellation betroffen,
eine bewusst etwas niedrigere eigene Rente kann dazu führen,
dass im Todesfall des Partners mehr Witwen- oder Witwerrente verbleibt.
Was unbedingt geprüft werden sollte

Ist der Versicherungsverlauf vollständig?,
stimmen alle angerechneten Zeiten?,
lohnt sich ein früherer Rentenbeginn trotz Abschlag?,
wie wirken sich Rentenhöhe und Hinterbliebenenversorgung gemeinsam aus?
Resümee
45 Arbeitsjahre sind kein Automatismus für eine volle Rente.
Entscheidend ist nicht nur die Höhe der eigenen Rente,
sondern die Gesamtstrategie für beide Partner.
Gerade bei strategischen Entscheidungen rund um den Rentenbeginn und mögliche Abschläge sollte man sich unbedingt von einem unabhängigen Rentenberater begleiten lassen, um finanzielle Fehlentscheidungen mit lebenslanger Wirkung zu vermeiden.
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