Ausländerhass oder Zukunft? – Warum Deutschland auf Zuwanderung angewiesen ist

Ein Beitrag von

Werner Hoffmann

„Die AfD schreit nach Remigration, rechtspopulistische Stimmen schüren täglich Ausländerhass – und viele nicken still, weil sie glauben, Deutschland sei überlastet.“

Doch genau hier beginnt der Irrtum:

Ohne Zuwanderung würde unser Land nicht wachsen, sondern Jahr für Jahr schrumpfen.

Wenn Du die nackten Zahlen siehst, erkennst Du die Realität:

  • 2010 waren etwa 41,02 Millionen Erwerbstätige in Deutschland registriert,
  • 2024 wurde mit 46,1 Millionen Erwerbstätigen ein neuer Rekord erreicht,
  • jedes Jahr sterben in Deutschland rund eine Million Menschen,
  • geboren werden dagegen nur etwa 670.000 Kinder,
  • das ergibt ein Defizit von rund 330.000 Menschen jährlich,
  • gleichzeitig verlassen rund 1,2 bis 1,3 Millionen Menschen unser Land wieder.

Das heißt:

Wenn Du glaubst, eine Million Einwanderer reiche, liegst Du falsch.

Denn davon bleibt nach Abwanderung und Geburtendefizit nichts übrig.

Die ehrliche Rechnung lautet:

Damit Deutschland nicht schrumpft, brauchst Du mindestens 1,6 Millionen Brutto-Zuwanderung pro Jahr.

Und jetzt stell Dir einmal vor, was passiert, wenn wir das ignorieren und die Bevölkerung jedes Jahr um 500.000 Menschen kleiner wird.

In nur zehn Jahren wären das 5 Millionen weniger – vor allem junge, arbeitsfähige Menschen.

Zurück bleiben immer mehr ältere Menschen, die Pflege, Rente und medizinische Versorgung benötigen.

Was bedeutet das konkret für Dich und Dein Umfeld?

  • In den Krankenhäusern fehlen Ärztinnen, Pfleger und Pflegekräfte, weil immer weniger junge Leute da sind, die diese Jobs übernehmen,
  • In der Altenpflege steigen die Kosten ins Unermessliche, weil die Nachfrage wächst, aber das Personal immer knapper wird,
  • Bei Handwerksleistungen wartest Du nicht mehr Wochen, sondern Monate auf einen Elektriker, Heizungsbauer oder Dachdecker,
  • Schulen und Kitas müssen schließen, weil keine Kinder mehr da sind, während gleichzeitig Altenheime überfüllt sind,
  • Die Renten geraten unter massiven Druck, weil zu wenige Beitragszahler für zu viele Rentner aufkommen müssen.

Natürlich darf man sich nicht einreden, dass Integration automatisch gelingt.

Aber wenn Du das ernst nimmst und den „Wirtschaftszweig Einwanderung und Eingliederung“ wirklich ausbaust, wird daraus eine Chance:

  • Flüchtlinge, die hier eine Ausbildung machen, zahlen später Steuern und Sozialbeiträge,
  • junge Arbeitskräfte entlasten ein überaltertes Rentensystem,
  • kulturelle Vielfalt bringt Innovation, neue Ideen und neue Wirtschaftskraft.

In welchen Branchen Zuwanderung heute schon unverzichtbar ist:

  • Pflege & Gesundheit: Jede sechste Pflegekraft hat einen ausländischen Pass. Ohne sie kollabieren Altenheime und Krankenhäuser,
  • Handwerk & Bau: Viele Elektriker, Installateure und Bauarbeiter kommen aus dem Ausland. Ohne sie würden Sanierungen und Bauprojekte noch langsamer laufen,
  • IT & Ingenieurwesen: Talente aus Indien, China oder Osteuropa treiben die Digitalisierung und Innovation voran,
  • Gastronomie & Dienstleistungen: In Hotels, Restaurants und der Logistik halten Migrantinnen und Migranten den Betrieb am Laufen,
  • Landwirtschaft: Erntehelfer aus Osteuropa sichern unsere Versorgung mit Obst und Gemüse.

Du kannst es drehen und wenden, wie Du willst:

Ohne Zuwanderung kollabieren Arbeitsmarkt und Renten.

Mit rechtspopulistischen Parolen wie „Remigration“ beraubt sich Deutschland seiner eigenen Zukunft.

Und wer das Ammenmärchen glaubt, dass jede Frau einfach mehr Kinder bekommen muss, lebt realitätsfremd.

——

Um einen Ausgleich zu schaffen, müsste eigentlich jede Frau zwischen 18 und 40 sofort vier Erwachsene Kinder bekommen. Dass dies utopisch ist, ist wohl klar. Von der Geburt eines Kindes bis es berufstätig sein kann, vergehen mindestens einmal 20 Jahre.

Und sei einmal ehrlich: welche Frau möchte heute noch vier Kinder groß ziehen?

——

Es wird höchste Zeit, dass Du, dass wir alle, diese Realität akzeptieren:

Zuwanderung ist kein Risiko – sie ist die Überlebensversicherung für unser Land.

Übrigens: Dass die Anzahl der Erwerbstätigen seit 2010 stark angestiegen ist, lag nicht an der Zunahme von Schul- und Studienabgänger oder an weniger Menschen, die in Rente gingen, sondern rückblickend an der hohen Anzahl von Zuwanderern von Flüchtlingen aus Syrien und Ukrainern sowie Anfangs 2000 an Zuwanderung aus Osteuropa.

Deutschland war immer ein Zuwanderungsland.

Und schon zu Zeiten des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm sind die Hugenotten aus Frankreich nach Preußen eingewandert – er hatte sie sehr gerne aufgenommen, weil er wusste: damit gewinnt das Land Preußen.

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