Radikalisierung im Nachwuchs? Markus Frohnmaier und die Junge Alternative

Ein Beitrag von

Werner Hoffmann.

Markus Frohnmaier begann seine bundespolitische Karriere nicht im Bundestag, sondern an der Spitze der Jungen Alternative (JA). Von 2015 bis 2018 war er Bundesvorsitzender dieser Nachwuchsorganisation der AfD. Genau in dieser Phase wurde die Junge Alternative vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft.

Das ist keine parteipolitische Bewertung, sondern eine behördliche Einordnung. Die JA war damit keine gewöhnliche Jugendorganisation, sondern stand im Fokus der Sicherheitsbehörden.

Ihre ideologischen Positionierungen – darunter ethnokulturelle Identitätskonzepte, eine scharfe Systemkritik und nationalistische Abgrenzungsrhetorik – wurden als mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar bewertet.

Und an der Spitze dieser Organisation stand Markus Frohnmaier.

Zwar wurde die Junge Alternative nie staatlich verboten. Doch sie existiert in ihrer bisherigen Form nicht mehr. Die AfD beschloss, die Struktur aufzulösen und neu zu ordnen. Kritiker sehen darin einen strategischen Schritt, um politischen und rechtlichen Druck zu reduzieren und möglichen Vereinsverbotsverfahren zuvorzukommen. Die Partei selbst spricht von einer organisatorischen Neuaufstellung.

Politisch bleibt jedoch der entscheidende Punkt bestehen: Frohnmaiers politischer Aufstieg begann in einer Organisation, die staatlich als rechtsextrem eingestuft wurde. Wer eine solche Struktur führt, prägt sie – in Tonalität, strategischer Ausrichtung und ideologischem Selbstverständnis.

Es geht hier nicht um eine strafrechtliche Schuldfrage. Es liegt keine entsprechende Verurteilung vor. Es geht um politische Verantwortung und um die Frage, welche ideologischen Grundlagen eine spätere parlamentarische Tätigkeit beeinflussen. Die Junge Alternative war kein harmloser Debattierkreis, sondern nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden eine extremistische Bestrebung.

Dass ihr damaliger Vorsitzender heute im Bundestag sitzt und international auftritt, ist deshalb kein Nebenaspekt. Es ist ein zentraler Bestandteil der politischen Bewertung seiner Person – und ein Kern der demokratischen Auseinandersetzung.

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#Demokratie
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Wie kann Baden-Württemberg so jemanden wählen? Der Fall Markus Frohnmaier

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Werner Hoffmann.

Markus Frohnmaier ist Spitzenkandidat der AfD Baden-Württemberg für die Landtagswahl 2026.

Seit 2017 sitzt er im Deutschen Bundestag, seit 2025 ist er stellvertretender Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion.

Bereits seit 2022 ist er Co-Vorsitzender der AfD Baden-Württemberg. Von 2015 bis 2018 führte er zudem die Jugendorganisation der Partei, die „Junge Alternative“.

Geboren wurde Frohnmaier am 25. Februar 1991 im rumänischen Craiova.

Als Säugling kam er in ein Waisenhaus und wurde im Alter von einem Jahr gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester von einem deutschen Ehepaar adoptiert.

Er wuchs in Weil der Stadt auf. Seine Adoptiveltern waren eine gelernte Blumenbinderin und ein Elektrotechniker.

Schulisch absolvierte er zunächst die Hauptschule in Grafenau-Döffingen, wechselte anschließend an eine Fachschule in Stuttgart und erlangte 2011 am Wirtschaftsgymnasium in Calw das Abitur. Danach begann er ein Jurastudium an der Universität Tübingen, das er jedoch nicht abschloss.

Politisch beschreibt Frohnmaier selbst eine Entwicklung vom linken Spektrum in seiner Jugend hin zu einer nationalkonservativen Positionierung.

Als Auslöser nannte er eigene negative Erfahrungen mit Migranten. Früh engagierte er sich in der Jungen Alternative, deren Bundesvorsitzender er 2015 wurde. In dieser Zeit profilierte er sich als Vertreter eines schärferen Kurses innerhalb der AfD.

Im Bundestag ist Frohnmaier vor allem in außen- und sicherheitspolitischen Debatten präsent.

In der Vergangenheit sorgten Berichte über Kontakte nach Russland sowie über internationale Auftritte – unter anderem in den USA – für Aufmerksamkeit. Kritiker werfen ihm vor, dabei Positionen vertreten zu haben, die Deutschlands Rolle in Europa und in der internationalen Zusammenarbeit schwächen. Unterstützer sehen in ihm hingegen einen Vertreter nationaler Interessen und eine Stimme gegen das politische Establishment.

Seine Biografie – Adoption aus Rumänien, Aufwachsen in Baden-Württemberg, politischer Aufstieg in einer migrationskritischen Partei – sorgt für intensive Diskussionen. Während die einen darin ein Beispiel gelungener Integration sehen, kritisieren andere die politische Linie, die er heute vertritt.

Mit seiner Kandidatur für die Landtagswahl 2026 rückt Frohnmaier noch stärker in den Mittelpunkt der Landespolitik. Die entscheidende Frage lautet: Welche politischen Inhalte, welche Haltung zu Europa, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt bringt er mit – und entspricht das wirklich dem Selbstverständnis eines weltoffenen Baden-Württembergs?

Sicherlich nicht!

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Deutschlands Blick nach Südostasien – sinnvoll, aber nur als Teil einer größeren Strategie

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Werner Hoffmann.
– Überzeugter EU-Demokrat.-

Der LinkedIn-Artikel „Deutschlands neue Chancen in Südostasien“(siehe unten) * zeigt überzeugend, warum Deutschland und Europa ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu den ASEAN-Staaten ausbauen wollen.

Südostasien ist wachstumsstark, innovationsfreudig und geopolitisch relevant.

In einer Welt fragiler Lieferketten ist diese Öffnung richtig – aber sie darf nicht isoliert gedacht werden.

Diversifizierung ja – insbesondere gegenüber China

Die Südostasien-Strategie ist Teil des europäischen De-Risking-Ansatzes gegenüber China. Nicht als Abkehr, sondern als Risikostreuung. Viele Länder der Region sind wirtschaftlich eng mit China verflochten, zugleich aber offen für europäische Partnerschaften.

Südostasien ist daher keine Alternative zu China, sondern eine strategische Ergänzung, um Abhängigkeiten zu verringern.

Erste Priorität: Europa selbst

Was in der Debatte oft zu kurz kommt: Europas größtes ungenutztes Potenzial liegt im eigenen Binnenmarkt. Noch immer scheitern Kooperationen an nationalen Regelwerken, fragmentierter Industriepolitik und fehlender Koordination. Es ist widersprüchlich, neue Märkte in Asien zu erschließen, während der wirtschaftliche Austausch innerhalb der EU unnötig kompliziert bleibt.

Ohne gemeinsame Industrie- und Energiepolitik, europäische Lieferketten und abgestimmte Investitionen in Schlüsseltechnologien bleibt jede Außenstrategie instabil.

Zweite Priorität: Demokratische Partner

Nach der Stärkung des EU-Binnenmarktes muss Europa systematisch den Austausch mit anderen demokratischen Staaten ausbauen – etwa mit Kanada, Japan, Südkorea, Australien oder demokratischen Ländern in Lateinamerika und Afrika. Gemeinsame Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Verlässlichkeit und transparente Regeln sind dabei kein moralischer Zusatz, sondern wirtschaftliche Sicherheit.

Dritte Ebene: Globale Diversifizierung – inklusive Südostasien

Auf dieser Grundlage entfaltet auch die Südostasien-Strategie ihre volle Wirkung: als Wachstumschance und geopolitischer Ausgleich, nicht als Ersatz für europäische oder demokratische Kernpartnerschaften.

Vierte Ebene: Länder auf dem Weg zur Demokratie einbinden

Europa darf sich nicht auf bestehende Demokratien beschränken. Auch Staaten, die durch klare Bedingungen demokratisch gestärkt werden können, gehören in diese Strategie. Handel ist hier ein politisches Instrument – über Standards, Transparenz und Verantwortung.

Dazu gehört ausdrücklich das Lieferkettengesetz. Es ist kein Bürokratiemonster, sondern ein demokratisches Steuerungsinstrument. Wer gegen das Lieferkettengesetz ist, ist in letzter Konsequenz gegen demokratische Werte, denn Handel ohne Verantwortung stabilisiert Ausbeutung und autoritäre Strukturen.

Resümee

Europa stärken, demokratische Partner ausbauen, global diversifizieren – und demokratische Entwicklung aktiv fördern. Nur so wird Europa strategisch souverän.

#EuropaZuerst
#DemokratischePartner
#StrategischeSouveränität
#Lieferkettengesetz
#DeRisking

* https://www.linkedin.com/pulse/deutschlands-neue-chancen-s%C3%BCdostasien-warum-das-eine-er%C3%B6ffnet-kklkf

Der Tag, an dem ein einziges Foto alles veränderte

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Es begann harmlos. Ein sachlicher Artikel. Historisch, erklärend, ohne Werbung und ohne Gewinnerzielung. Einfach Information.

Zur Illustration ein Foto. Alt. Archivmaterial. Schröder, Bush, Kanzleramt. Ein Bild, das man seit Jahren kennt und das scheinbar zur Zeitgeschichte gehört.
Unter das Bild kam eine ordentliche Quellenangabe: Quelle: dpa. So, wie man es gelernt hat. So, wie es seriös wirkt.

Dann kam Post.

Kein Hinweis.
Keine Bitte um Entfernung.
Kein Dialog.

Stattdessen: Aktenzeichen, Frist, Forderung. Über 250 Euro – für ein einziges Bild.
Nicht wegen Manipulation. Nicht wegen Hetze. Nicht wegen Desinformation. Sondern wegen Nutzung.

In dieser Realität gilt nicht, was viele glauben:
„Ich habe doch die Quelle genannt.“

Sondern nur eine einzige Frage:
Hast du eine Nutzungslizenz – ja oder nein?

Fehlt diese Lizenz, greift ein strikt organisiertes System: automatisierte Bildsuche, Beweissicherung, Lizenzberechnung, juristische Durchsetzung.
Das Schreiben kam von einer auf Urheberrechtsdurchsetzung spezialisierten Kanzlei aus Hamburg, die im Auftrag von Rechteinhabern Lizenzansprüche geltend macht. Sachlich. Formal. Effektiv.

Kein Kontext.
Kein Augenmaß.
Nur der festgestellte Verstoß.

Das perfide Detail:
Das Foto war alt. Der Artikel unauffällig. Die Reichweite überschaubar. Und trotzdem spielt das keine Rolle.
Nicht das Alter des Bildes. Nicht die Absicht. Nicht der Zweck.

Entscheidend ist allein: Das Bild ist heute noch online.

Selbst Fotos, die seit 15 oder 20 Jahren genutzt werden, können heute noch abgemahnt werden, wenn sie weiterhin öffentlich zugänglich sind. Jede fortdauernde Nutzung gilt rechtlich als neuer Verstoß.

Wer heute publiziert – ob Blog, Verein oder Informationsseite – sollte alle alten Bilder dringend prüfen.
Alles ohne eigene Urheberschaft oder eindeutige freie Lizenz sollte konsequent entfernt oder ersetzt werden.

Auch historische Bilder sind nicht sicher.
Auch alte Beiträge nicht verjährt, solange sie online sind.

Hinweis: Dieser Beitrag ist als Dauerartikel konzipiert und wird über ein Jahr hinweg regelmäßig geteilt, um vor Risiken bei der Bildnutzung zu warnen.

Resümee: Niemals DPA-Bilder nutzen. Nicht für Blogs. Nicht für Vereine. Nicht für Informationsseiten. Auch nicht mit Quellenangabe.
Eine Quelle ersetzt keine Lizenz.

Und was stattdessen?
KI-Bilder selbst generieren ist oft der sicherste Weg. Du bist Urheber, hast volle Nutzungsrechte und kein Risiko nach Jahren. KI ersetzt keine Dokumentarfotografie – aber das juristische Risiko.

Es geht nicht um Geld. Es geht um Kontrolle und Sicherheit.
Texte sind frei. Bilder sind es nicht.

#Urheberrecht

#Bildrechte

#Abmahnung

#DigitaleSelbstverteidigung

#KIStattAbmahnung

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