Alternative Kraftstoffe als Klimaretter? Was sie wirklich können – und warum es keine Alternativen in der Praxis sind

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Alternative Kraftstoffe wie HVO100, E-Fuels und Wasserstoff werden seit einiger Zeit als vermeintliche Lösung für die Klimaprobleme des Verkehrssektors präsentiert.

Sie sollen den Verbrennungsmotor retten und zugleich die CO₂-Emissionen senken.

Doch bei genauer Betrachtung zeigt sich: In der praktischen Anwendung stoßen diese Konzepte schnell an klare Grenzen.

HVO100, ein synthetischer Dieselkraftstoff aus biogenen Reststoffen wie Altspeiseöl, kann die CO₂-Bilanz gegenüber fossilem Diesel verbessern.

Allerdings ist die verfügbare Menge stark begrenzt. Nachhaltige Rohstoffe stehen nur in kleinem Umfang zur Verfügung, die Herstellung ist teuer, und ein flächendeckender Einsatz im Straßenverkehr ist nicht realistisch.

HVO100 bleibt damit eine Nischenlösung für einzelne Anwendungsfälle, nicht aber eine breite Alternative.

E-Fuels werden politisch gern als technologische Wunderwaffe dargestellt. Sie entstehen aus Wasserstoff und CO₂ unter Einsatz großer Mengen erneuerbaren Stroms. Genau hier liegt das Problem:

Der Wirkungsgrad ist extrem schlecht. Ein Großteil der eingesetzten Energie geht bei der Herstellung verloren. Für Pkw bedeutet das hohe Kosten, geringe Effizienz und eine Produktion, die auf absehbare Zeit nicht in ausreichender Menge möglich ist.

Auch Wasserstoff gilt vielen als klimafreundlicher Hoffnungsträger. In der Praxis ist seine Nutzung jedoch aufwendig. Herstellung, Speicherung und Transport sind energieintensiv und teuer.

Im Verbrennungsmotor ist Wasserstoff zudem ineffizient und verursacht weiterhin Schadstoffe. Sinnvoll eingesetzt wird er vor allem dort, wo Batterien an ihre Grenzen stoßen, etwa im Schwerlastverkehr oder in der Industrie.

Unterm Strich gilt: Alternative Kraftstoffe können bestehende Emissionen punktuell senken, sie ersetzen jedoch keine echte Verkehrswende.

Für den Pkw-Bereich bleibt der direkte Einsatz von erneuerbarem Strom im Elektrofahrzeug der effizienteste und klimawirksamste Weg. Alles andere verzögert vor allem den notwendigen Strukturwandel.

#AlternativeKraftstoffe
#Verkehrswende
#EFuels
#Wasserstoff
#Klimaschutz

Öl macht abhängig, Strom macht frei – warum wir den Verbrenner-Irrsinn endlich beenden müssen

Ein Beitrag von Volker Quaschning

Volker Quaschning.

Europa hat fast kein eigenes Erdöl mehr.

Trotzdem klammern wir uns weiterhin an den Verbrennungsmotor – eine Technologie, die uns wirtschaftlich, geopolitisch und klimapolitisch in Abhängigkeit hält.

Ein durchschnittlicher Verbrenner verschlingt über seine Lebensdauer rund 100 Badewannen voller Erdöl.

Dieses Öl ist danach unwiederbringlich verbrannt. Weg.

Für immer.

Beim Elektroauto sieht die Welt grundlegend anders aus. Die benötigten Rohstoffe für Batterien und Solaranlagen bleiben im System.

Sie können recycelt, wiederverwendet und technisch weiterentwickelt werden, wenn sie einmal im Land sind. Beim Verbrenner dagegen muss der Treibstoff ständig neu importiert werden – Jahr für Jahr, Krise für Krise.

Diese Abhängigkeit gleicht der eines Junkies. Der nächste Schuss ist immer nötig, egal wie teuer oder gefährlich er ist. Und wie bei echten Drogen wird auch um Öl Krieg geführt. Staaten destabilisieren sich gegenseitig, autoritäre Regime werden finanziert, Konflikte eskalieren – nur damit der Nachschub nicht reißt.

E-Autos in Kombination mit erneuerbaren Energien bieten dagegen echte Souveränität. Strom aus Sonne und Wind kennt keine OPEC, keine Blockaden, keine Tankerkrisen. Er macht uns unabhängiger, sicherer und langfristig günstiger. Jeder weitere Verbrenner verlängert dagegen eine Abhängigkeit, die wir uns politisch und wirtschaftlich längst nicht mehr leisten können.

Carport mit Photovoltaik zum Laden des Vollstromer für durchschnittlich 55-65 km pro Tag im Jahresdurchschnitt.

Die Technik ist da.

Die Alternativen sind da. Was fehlt, ist der konsequente politische und gesellschaftliche Wille. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob wir umsteigen – sondern warum wir diesen Irrsinn noch immer nicht beenden.

#Energiewende
#Elektromobilität
#ÖlAbhängigkeit
#Klimaschutz
#Verkehrswende

Deutschland versorgt seit drei Tagen seine Nachbarländer mit inzwischen zusammen einer TWh Strom zu Preisen von bis zu rund 100 Euro/MWh.

Ein Beitrag von

Prof. Dr.-Ing. Dieter Buchberger.

Auch Frankreich bezieht teuren Strom aus Deutschland.

Der in Deutschland verbrauchte Strom wird rechnerisch zu 95% aus EE erzeugt und das bereits seit Monatsbeginn.

Auch Ende letzten Monats war die Situation ähnlich.Gas und Kohle muss noch eingesetzt werden, da wir in der Heizperiode in den noch nicht dekarbonisierten Fernwärmenetzen ordentlich Heizbedarf haben.

Eine Schwalbe macht bekanntlich keinen Sommer!
Dennoch ist dies ein toller Start in ein neues Jahr, das uns mit größter Sicherheit einen Rekord an Windzubau, einen hohen Solarzubau, einen Rekordzubau an Batterien und im größeren Stil den Einstieg in flexibilisierte Biogas-Anlagen bringen wird.

Die neuen EE-Anlagen erhalten im Mittel Vergütungen, die rund 30% unter dem heutigen Marktpreis liegen.

Die Batterien erhalten keine EE-Zuschüsse und helfen – so ist es angestrebt – den Netzausbau zu verbilligen. Insgesamt wird der Strom billiger und die Netzstabilität in Dunkelflauten höher.


Hoffentlich bremst das Wirtschaftsministerium nicht!

Windkraft.

An dieser Stelle sei auch ganz herzlich dem Kollegen Prof. Bruno Burger am Fraunhofer ISE gedankt, dessen öffentlich zugängliche und perfekt aufbereitete Energiedatenanalysen solche Auswertungen ermöglichen.

#Energiewende

#ErneuerbareEnergien

#Windenergie

#Netzstabilität

#Energieversorgung

Quelle:

https://www.linkedin.com/posts/prof-dr-ing-dieter-buchberger-78b95954_deutschland-versorgt-seit-drei-tagen-seine-activity-7413277750364495873-DClF?utm_source=share&utm_medium=member_ios&rcm=ACoAADSumNEBGYgkWA6yjTr6uB0NX_Lnrr_XlN0

Trump – Teil 10: Frieden, Lithium Und Die Neue Rohstofflogik

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Donald Trump erklärt seit Monaten, er könne den Krieg in der Ukraine „schnell beenden“.

Diese Aussage wirkt auf den ersten Blick wie ein diplomatisches Versprechen. Tatsächlich ergibt sie vor allem wirtschaftlich und geopolitisch Sinn.

Denn ein andauernder Krieg verhindert Investitionen, blockiert Privatisierungen und macht den Zugriff auf strategische Rohstoffe unmöglich. Ein stabiler Frieden hingegen öffnet Märkte.

Die Ukraine verfügt über eines der größten bekannten Lithiumvorkommen Europas. Lithium ist ein Schlüsselrohstoff für Batterien, Elektromobilität, Energiespeicher und militärische Technologien.

Wer sich hier Zugriff sichert, kontrolliert nicht nur Wertschöpfung, sondern auch geopolitische Abhängigkeiten. Genau an diesem Punkt setzt die neue Rohstofflogik an, die Trumps Politik prägt.

Ein n-tv-Bericht zeigt, dass Trump-nahe Investoren gemeinsam mit TechMet Zugang zum größten ukrainischen Lithiumfeld erhalten sollen.

TechMet ist kein politischer Akteur, sondern ein strategischer Rohstoffinvestor.

Doch gerade diese Rolle macht das Unternehmen relevant: Es verbindet staatliche Interessen, private Investitionen und globale Lieferketten. Ein Frieden erhöht den Wert solcher Projekte schlagartig.

In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Name Jared Kushner auf.

Kushner ist nicht offiziell Teil dieses Lithium-Konsortiums. Dennoch ist seine Rolle zentral für das Verständnis der Gesamtstrategie.

Nach Trumps Abwahl (erste Amtszeit) gründete Kushner den Fonds Affinity Partners, der unter anderem durch rund zwei Milliarden US-Dollar aus dem saudischen Staatsfonds Public Investment Fund finanziert wurde.

Dieser Fonds investiert gezielt in Energie, Infrastruktur und geopolitisch sensible Schlüsselindustrien. Er ist kein Ukraine-Akteur, profitiert aber strukturell von Stabilisierung, Marktöffnung und Privatisierung.

Dasselbe Muster zeigt sich beim Interesse Trumps an Grönland.

Grönland ist reich an Seltenen Erden, Uran und strategischen Metallen und zugleich militärisch hoch relevant. Ob Ukraine oder Arktis:

Es geht nicht um Diplomatie aus Idealismus, sondern um Kontrolle über Zukunftsrohstoffe.

Trumps Friedensrhetorik ist daher kein Widerspruch, sondern Teil eines konsistenten Konzepts.

Krieg zerstört Werte, Frieden schafft Zugriff, Rohstoffe sichern Macht.

Der Frieden, den Trump meint, ist ein investierbarer Frieden – stabil genug für Kapital, profitabel genug für Netzwerke, strategisch genug für geopolitische Dominanz.

Damit markiert Teil 10 einen Wendepunkt in dieser Serie: Weg von der reinen Machtpolitik, hin zur Rohstoff- und Investitionslogik, die erklärt, warum Frieden plötzlich zur zentralen Forderung wird.

#Trump

#Ukraine

#Grönland

#Kushner

#TechMet

Atomkraftwerke sind auch vom Wetter abhängig und Frankreich liefert den aktuellen Beweis

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Atomkraftwerke gelten oft als verlässliche Stromlieferanten, angeblich unabhängig von Wind und Wetter.

Doch die Praxis zeigt:

Auch sie sind wetterabhängig. Genau das wurde zuletzt in Frankreich sichtbar.

Der französische Energiekonzern EDF musste das Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal in der Nacht zu Freitag zeitweise herunterfahren. (siehe Ergänzung unten*).

Bei Sturm und extremen Windgeschwindigkeiten hat Sicherheit Vorrang, denn Wetterextreme können kritische Infrastruktur rund um Netzverbindungen und Kühlsysteme beeinträchtigen.

Und das ist kein Einzelfall. Frankreich kennt das Problem seit Jahren:

Bei Hitzewellen werden Reaktoren gedrosselt oder abgeschaltet, weil Flüsse und Meereswasser zu warm sind oder weil Niedrigwasser weniger Kühlleistung erlaubt.

Kühlung ist bei Atomkraft kein Nebenthema, sondern eine zentrale Betriebsbedingung. Wenn die Natur an diese Grenzen stößt, muss die Leistung runter oder der Reaktor vom Netz.

Die Erkenntnis ist einfach: Kein Kraftwerk läuft völlig unabhängig vom Wetter.

Der Unterschied liegt darin, wie das System damit umgeht.

Erneuerbare Energien sind von Anfang an auf Schwankungen ausgelegt.

Wind und Sonne werden heute mit Batteriespeichern, flexiblen Verbrauchern, Lastmanagement und europäischer Netzkoordination kombiniert. So wird aus Wettervariabilität ein planbarer Faktor.

Wer Versorgungssicherheit wirklich ernst nimmt, sollte deshalb nicht einzelne Technologien idealisieren oder verteufeln, sondern das Zusammenspiel verbessern.

Die Stromsysteme der Zukunft entstehen durch Vielfalt, Flexibilität und intelligente Steuerung, nicht durch Dominanz eines einzigen Energieträgers.

Atomkraft

Energiewende

Versorgungssicherheit

Frankreich

ErneuerbareEnergien

* Ergänzung:

Beim jüngsten Sturmtief „Goretti“ in Nordfrankreich wurden konkret zwei Reaktoren des Kernkraftwerks Flamanville vom Netz genommen:

Reaktor 1 (klassischer Druckwasserreaktor mit etwa 1,3 GW)

Reaktor 3 (der neue EPR-Reaktor mit etwa 1,6 GW)

Beide Blöcke wurden wegen des Sturms und der Unterbrechung einer Hochspannungsleitung aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und vom Netz getrennt. Gleichzeitig war Reaktor 2 bereits wegen planmäßiger Wartungsarbeiten offline, sodass dort kein zusätzlicher wetterbedingter Eingriff nötig war.

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