Zwei Karrieren, ein Machtgefüge – Wie Reiche und Guttenberg Energiepolitik zur Kostenfalle machen

Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Was auf den ersten Blick wie eine private Beziehung wirkt, ist politisch hoch relevant.

Katherina Reiche (CDU) und Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) stehen für zwei Karrieren, die sich über Jahre hinweg durch Politik, Energiewirtschaft, Lobbystrukturen und internationale Netzwerke bewegt haben – und nun wieder nah an staatlicher Macht zusammenlaufen.

Es geht nicht um Privatleben.

Es geht um Strukturen und Entscheidungen, die für uns alle teuer werden können.

Katherina Reiche

Reiche war Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin. 2015 wechselte sie aus der Politik direkt in die Energiewirtschaft: als Chefin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), später als Topmanagerin bei Westenergie (E.ON), zuständig für Strom- und Gasnetze, parallel als Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrates.

Seit Mai 2025 ist sie Bundesministerin für Wirtschaft und Energie – und entscheidet nun über genau jene Themen, in denen sie zuvor als Verbands- und Konzernvertreterin tätig war: Netze, Gas, Wasserstoff, Industriepolitik. Rechtlich zulässig, politisch jedoch hochsensibel.

Karl-Theodor zu Guttenberg

Guttenberg verlagerte nach seinem Ministeramt seinen Schwerpunkt in die USA: Tätigkeit im Umfeld des Thinktanks CSIS in Washington, Gründung der Beratungsfirma Spitzberg Partners in New York, Engagements in internationalen Beiräten.

Er war kein direkter Öl- oder Gaslobbyist. Aber er bewegte sich jahrelang in Netzwerken, die von fossilen Konzernen mitfinanziert werden, und in Denkrahmen, in denen Gas und Energiesicherheit als geopolitisch notwendig gelten.

Der gemeinsame Nenner

Politik → Wirtschaft/Lobby → Politik.

Energie als Macht- und Geschäftsmodell.

Nähe zu Gas, Netzen, Fördermitteln und Infrastruktur.

Warum das teuer werden kann

Gaskraftwerke: Staatlich abgesicherte Neubauten drohen zu langfristigen Zahlungsverpflichtungen und fossilen Lock-in-Effekten zu führen.

Netze: Milliardeninvestitionen landen am Ende nicht bei Konzernen, sondern bei Haushalten und Mittelstand.

Wasserstoff: Hoch subventioniert, aber mit hohem Risiko von Fehlsteuerung und dauerhaften Kosten.

Resümee

Reiche und Guttenberg stehen exemplarisch für eine Entwicklung, in der sich Politik, Lobby und Wirtschaft immer enger verzahnen. Das mag effizient wirken – es ist aber gefährlich teuer, wenn Transparenz, Distanz und Kontrolle fehlen.

Die entscheidende Frage lautet nicht, wer mit wem zusammen ist.

Die entscheidende Frage lautet: Wer prägt die Energiepolitik – und wer zahlt am Ende die Rechnung?

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Der ausführliche Artikel mit Quellen ist hier:

https://blog-demokratie.de/zwei-karrieren-ein-machtgefuege-wie-katherina-reiche-und-karl-theodor-zu-guttenberg-politik-wirtschaft-und-energie-verknuepfen-und-warum-das-fuer-uns-alle-teuer-werden-kann/

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