Ein Beitrag von Werner Hoffmann

Warum manche Windows und Microsoft 365 so vehement verteidigen – eine Einordnung zur laufenden Debatte

VORAB: Ich habe keinerlei finanzielle Interessen an dem einen oder anderen Betriebssystem. Für mich steht seit Putin und Trump jedoch eine Frage im Zentrum, die lange verdrängt wurde: die Sicherheitsfrage.
Gerade erst drohte Donald Trump erneut mit der Erhöhung von Zöllen gegen Länder, die Dänemark und Grönland politisch beistehen. Zölle sind ein bekanntes Druckmittel.

Doch womit droht ein Machthaber morgen? Mit dem zeitweisen Abschalten von Cloud-Diensten? Mit dem Aussetzen von Sicherheitsupdates?
Was vor wenigen Jahren noch überzogen klang, ist heute realpolitisch denkbar. Digitale Abhängigkeit ist kein abstraktes IT-Thema mehr, sondern eine Frage von Macht, Erpressbarkeit und Handlungsfähigkeit.

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Ich möchte die Diskussion rund um digitale Souveränität, Windows, Linux Mint, Open Source und Hyperscaler deshalb auf eine sachliche Meta-Ebene heben.
Nicht als persönlichen Angriff, sondern als Erklärung, warum die Fronten hier so schnell verhärten.
1. Berufliche Positionierung prägt die Perspektive
Wer beruflich Microsoft 365, Cloud-First-Strategien, Zero-Touch-Provisioning und Hyperscaler-SaaS anbietet, verteidigt dieses Modell zwangsläufig. Kritik an Windows-Monokulturen oder der Hinweis auf Alternativen wie Linux Mint und Open Source wird dann schnell als Angriff verstanden.
Tatsächlich geht es nicht um Technikfeindlichkeit, sondern um eine strategische Risikodiskussion.

2. Komfort wird mit Zukunftsfähigkeit verwechselt
SaaS, Hyperscaler und Zero Touch sind bequem und kurzfristig attraktiv. Die entscheidende Frage ist jedoch langfristig: Was passiert, wenn Wechseloptionen verschwinden, Preise steigen oder politische Rahmenbedingungen sich ändern? Diese Perspektive hat nichts mit Nullerjahre-IT zu tun, sondern mit Resilienz und Vorsorge.

3. Narrative Abwehr ersetzt die Kernfrage
Statt zu diskutieren, ob digitale Monokulturen ein Risiko für Unternehmen und Europa darstellen, wird die Debatte häufig auf Begriffe wie FUD oder Souveränitätsbubble gelenkt. Das mag rhetorisch wirken, beantwortet aber nicht die eigentliche Frage: Wie viel Abhängigkeit ist verantwortbar, wenn Machtpolitik zurückkehrt?
Mir geht es nicht um Ideologie und nicht um alles selbst machen. Mir geht es um Wahlfreiheit, offene Standards und echte Alternativen, damit ein Wechsel möglich bleibt, technisch, wirtschaftlich und politisch.
Digitale Souveränität bedeutet nicht Rückzug aus der Welt. Sie bedeutet Handlungsfähigkeit in einer vernetzten Welt.
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