Ein Beitrag von Cristian Mudure

AWS feiert heute die Eröffnung seiner „souveränen“ europäischen Cloud-Region. Mit eigener Gesellschaft, Rechenzentren direkt in Deutschland, Personal nur aus der EU. Klingt erst einmal nach digitaler Souveränität. Ist es aber nicht.
Ich hab es schon öfter betont: Solange der CLOUD Act der USA als Gesetz Gültigkeit hat, kann kein US-Anbieter echte digitale Souveränität anbieten. Der Standort der Server ist dabei so gleichgültig wie die Anzahl der neugegründeten Muttergesellschaften. Es geht einzig darum, wer im Ernstfall auf die hinterlegten Daten zugreifen kann.
Was hier angeboten wird, ist nichts anderes als Souveränitäts-Washing: Werbung, die gut aussieht, aber am Kern vorbeigeht. Wenn der Zugriff politisch erzwungen werden kann, entsteht durch das regionale Verschieben von Infrastruktur höchstens die Illusion von Souveränität.
Und bevor jemand die Umsetzbarkeit des CLOUD Acts in Frage stellt: Trump hat selbst erst betont, dass er keine internationalen Gesetze braucht, sondern nur seiner eigenen Moral folgt. Dass diese Moral nicht mit der der EU übereinstimmen muss, können wir an Grönland sehen.

Wann hören wir in Europa endlich auf, uns von lobbygetriebenen Versprechen blenden zu lassen? Und wann erkennen die politischen Entscheider, dass sichere, leistungsfähige Alternativen längst existieren? Dabei meine ich nicht nur Stackfield. Es gibt zahlreiche starke Unternehmen aus Deutschland und der EU, die es verdient haben, als Alternativen zu Monopolen aus den USA in Betracht gezogen zu werden.
Liebe Politik: Die von euch vielbeschworene digitale Souveränität fällt nicht einfach vom Himmel. Man muss sie wollen. Und konsequent umsetzen.
#Souveränität
#IT
#Unabhängigkeit
#KeineMonoIT


