Übersetzung von Werner Hoffmann
TikTok zensiert die Wörter „Epstein“ und „ICE“ – und allein das zeigt, wie schnell politische Zensur gerade in Amerika aufgetaucht ist.
In den letzten Tagen berichten Nutzer in den USA, dass Nachrichten mit dem Wort „Epstein“ komplett blockiert und als Verstoß gegen die TikTok-Community-Richtlinien markiert werden.
Videos, die Donald Trump kritisieren oder ICE-Razzien und Proteste dokumentieren – auch in Minneapolis – sollen laut Berichten vergraben, gedrosselt oder mit null Aufrufen liegen bleiben.

Das geschah nicht im luftleeren Raum. Es geschah weniger als eine Woche, nachdem TikToks chinesisches Mutterunternehmen ByteDance gezwungen war, die Mehrheitskontrolle über seine US-Aktivitäten an eine Gruppe amerikanischer Investoren abzugeben, die Trump nahestehen.

Seit dieser Übernahme häufen sich die Zensurbeschwerden rasant. Keine Gerüchte. Keine Randnutzer. Gewählte Vertreter sagen es offen.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom kündigte eine landesweite Untersuchung an, ob TikTok gegen Landesrecht verstößt, indem es Trump-kritische Inhalte unterdrückt.
„Es ist Zeit, zu ermitteln“, schrieb er öffentlich, nachdem Screenshots zeigten, dass das Wort „Epstein“ vollständig blockiert wurde.
Staatssenator Scott Wiener ging noch weiter.
Ein von ihm gepostetes TikTok-Video, in dem er Gesetze erklärte, die Klagen gegen ICE-Agenten ermöglichen würden, sei faktisch shadow-gebannt worden: null Aufrufe, während andere Inhalte normal liefen. Sein Fazit: „TikTok ist jetzt staatlich kontrollierte Medien.“

TikToks Antwort? Ein vertrautes unternehmerisches Achselzucken. Das Unternehmen spricht von einem Infrastrukturausfall, ausgelöst durch einen Stromausfall in einem US-Rechenzentrum, der zu fehlenden Aufrufen, blockierten Beiträgen und verschwindendem Engagement geführt habe.
Doch hier liegt das Problem: Infrastrukturausfälle blockieren keine politisch sensiblen Wörter selektiv.
Stromausfälle unterdrücken nicht gezielt Kritik am amtierenden Präsidenten oder Aufnahmen von Razzien der Bundespolizei.

Was wir sehen, ist kein Bug, sondern ein Belastungstest.
Eine Plattform mit über 200 Millionen amerikanischen Nutzern wechselte den Besitzer – und fast sofort begannen Diskussionen über Eliteskandale und staatliche Gewalt zu verschwinden.
So sieht weiche Zensur im Jahr 2026 aus. Keine Verbote.
Keine Polizei an der Tür. Nur unsichtbare Drosselhebel, gedämpfte Schlüsselwörter und ein öffentlicher Raum, der still eingezäunt wird.
Man verliert die Demokratie nicht auf einmal.
Man verliert sie Wort für Wort.
Hashtags:
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