Ein Beitrag von

HALT DIE FRESSE, BILD!
Diese aktuelle Empörungswelle ist kein Zeichen von Haltung. Sie ist ein Offenbarungseid.
Der amtierender Ministerpräsident, Daniel Günther, sagt in einer Talkshow offen, dass bestimmte Medien im Springer-Umfeld demokratiegefährdend wirken. Die Reaktion der BILD folgt reflexartig. Opferrolle. Freiheitsgeheul. Moralische Schnappatmung. Das immergleiche Programm.
BILD ruft Meinungsfreiheit.
BILD ruft Medienfreiheit.
BILD ruft Skandal.
BILD fordert Rücktritt von Günther (WTF)
Was BILD nicht ruft, ist Selbstkritik.
Das ist billig. Und es ist durchschaubar.
Und genau hier kommt die AfD ins Spiel.
BILD und Alternative für Deutschland leben von derselben Logik. Vereinfachung. Zuspitzung. Angst. Wir gegen die. Alles Krise. Alles Skandal. Alles Verrat. Die Narrative greifen ineinander wie Zahnräder.

Denn das eigentliche Problem ist nicht, dass die BILD kritisiert wird. Das eigentliche Problem ist, dass sie sich seit Jahren jeder Verantwortung entzieht. Ihr seid nicht die, die Opfer schützen. Ihr seid die, die Opfer ausstellen. Ihr zieht sie auf die Bühne, zerlegt ihre Geschichten, reißt sie aus dem Kontext und nutzt sie als dramaturgisches Material für Reichweite, Klicks und Empörung.
Opfer sind bei euch kein Schutzgut.
Sie sind ein Rohstoff.

Ihr sucht euch nicht die Wahrheit. Ihr sucht euch Narrative. Sofort. Verlässlich. Passend zum rechten Erregungsstammtisch, der bedient werden will. Ausländerfeindlich. EU-feindlich. Demokratiefeindlich. Hauptsache einfach. Hauptsache wütend. Hauptsache anschlussfähig für das Milieu, das ihr seit Jahren aufheizt.
Und hört auf, so zu tun, als hättet ihr mit der Alternative für Deutschland nichts zu tun. Eure Überschriften, eure Frames, eure Feindbilder laufen parallel. Ihr gießt Öl, die AfD zündet an. Ihr nennt das Meinung. In Wahrheit ist es ein Geschäftsmodell.
BILD ist kein Medium der Aufklärung.
BILD ist ein Verstärker für Ressentiments.
Ein Dauererreger für Misstrauen, Angst und Hass.
Der Springer-Verlag hat sich längst entschieden. Nicht für Differenzierung, nicht für demokratische Verantwortung, sondern für maximale Polarisierung. Für den Markt der Wut. Für Klicks statt Kontext. Für Kampagne statt Journalismus. Und jetzt, wo euch jemand das offen ins Gesicht sagt, spielt ihr beleidigte Leberwurst und ruft Pressefreiheit.
Das ist nicht mutig.
Das ist verlogen.
Ihr dürft alles sagen. Jeden Tag. Auf jeder Titelseite.
Aber wenn jemand euch kritisiert, ist es plötzlich ein Angriff auf die Demokratie.
Wer mit Scheiße wirft, muss sich nicht wundern, wenn sie zurückfliegt.
Das ist keine Zensur. Das ist Konsequenz.
Das ist keine Unterdrückung. Das ist Gegenrede.
Ihr seid nicht Opfer dieser Debatte.
Ihr seid ihr Brandbeschleuniger.
HALT DIE FRESSE, BILD.
Nicht, weil Kritik verboten gehört.
Sondern weil eure Empörung längst nichts mehr schützt, außer euer eigenes, widerliches Geschäftsmodell.
































