Wir erleben aktuell (Anfang Jänner 2026) eine für das heutige Klima ungewöhnlich kalte Phase. Der Jänner liegt bislang rund –4,2 °C unter dem Mittel 1991–2020, begleitet von mehreren Eistagen in Folge (Tageshöchstwert < 0 °C).
Solche Wetterlagen fühlen sich nach „früher“ an – und werden daher oft als Argument gegen den Klimawandel herangezogen. Ein Blick auf die langfristigen Beobachtungsdaten zeigt jedoch ein anderes Bild. Die Auswertung der Jahressummen der Eistage in allen österreichischen Landeshauptstädten seit 1961 macht den Unterschied zwischen Wetter und Klima deutlich: Die dünnen Linien stehen für einzelne Jahre (Wetter), die rote Linie für den langfristigen Trend (Klima).
Das Ergebnis ist eindeutig: In allen Städten nimmt die Zahl der Eistage langfristig massiv ab. Die relative Abnahme beträgt – auf Basis des Klimatrends – je nach Stadt rund 77 bis 89 % (von den frühen 1960er-Jahren bis heute).
Kalte Phasen verschwinden also nicht vollständig. Aber sie werden seltener, kürzer und insgesamt deutlich weniger prägend für das Jahresmittel. Genau darin liegt der Kern der Debatte: Ein kalter Jänner widerlegt den Klimawandel nicht – er tritt auf einem deutlich wärmeren Ausgangsniveau auf.
Wichtige sektorale Auswirkungen dieser Entwicklung sind unter anderem:
1. Wintertourismus: deutlich geringere natürliche Schneesicherheit im Tiefland und in vielen Mittelgebirgslagen, 2. Energie: sinkender Heizenergiebedarf im Mittel, bei weiterhin hohen Lastspitzen während Kälteepisoden, 3. Ökosysteme & Landwirtschaft: weniger Frosttage verändern Vegetationszyklen, Überwinterung und Schädlingsdruck, 4. Gesundheit: klimatisch begünstigte Ausbreitung vektorbasierter Krankheiten (z. B. durch Zecken oder invasive Stechmücken), 5. Gesundheit: Kältetodesfälle nehmen langsamer ab als hitzebedingte Todesfälle zunehmen – Hitze wird zum dominierenden klimabezogenen Gesundheitsrisiko, 6. Infrastruktur: insgesamt weniger Frost-Tau-Wechsel in tiefen Lagen, aber weiterhin relevante Risiken bei Extremereignissen.
Resümee: Kälteereignisse gehören weiterhin zu unserem Klima. Was sich ändert, ist ihre Häufigkeit, Dauer und Bedeutung im langfristigen Trend.
Alternative Kraftstoffe wie HVO100, E-Fuels und Wasserstoff werden seit einiger Zeit als vermeintliche Lösung für die Klimaprobleme des Verkehrssektors präsentiert.
Sie sollen den Verbrennungsmotor retten und zugleich die CO₂-Emissionen senken.
Doch bei genauer Betrachtung zeigt sich: In der praktischen Anwendung stoßen diese Konzepte schnell an klare Grenzen.
HVO100, ein synthetischer Dieselkraftstoff aus biogenen Reststoffen wie Altspeiseöl, kann die CO₂-Bilanz gegenüber fossilem Diesel verbessern.
Allerdings ist die verfügbare Menge stark begrenzt. Nachhaltige Rohstoffe stehen nur in kleinem Umfang zur Verfügung, die Herstellung ist teuer, und ein flächendeckender Einsatz im Straßenverkehr ist nicht realistisch.
HVO100 bleibt damit eine Nischenlösung für einzelne Anwendungsfälle, nicht aber eine breite Alternative.
E-Fuels werden politisch gern als technologische Wunderwaffe dargestellt. Sie entstehen aus Wasserstoff und CO₂ unter Einsatz großer Mengen erneuerbaren Stroms. Genau hier liegt das Problem:
Der Wirkungsgrad ist extrem schlecht. Ein Großteil der eingesetzten Energie geht bei der Herstellung verloren. Für Pkw bedeutet das hohe Kosten, geringe Effizienz und eine Produktion, die auf absehbare Zeit nicht in ausreichender Menge möglich ist.
Auch Wasserstoff gilt vielen als klimafreundlicher Hoffnungsträger. In der Praxis ist seine Nutzung jedoch aufwendig. Herstellung, Speicherung und Transport sind energieintensiv und teuer.
Im Verbrennungsmotor ist Wasserstoff zudem ineffizient und verursacht weiterhin Schadstoffe. Sinnvoll eingesetzt wird er vor allem dort, wo Batterien an ihre Grenzen stoßen, etwa im Schwerlastverkehr oder in der Industrie.
Unterm Strich gilt: Alternative Kraftstoffe können bestehende Emissionen punktuell senken, sie ersetzen jedoch keine echte Verkehrswende.
Für den Pkw-Bereich bleibt der direkte Einsatz von erneuerbarem Strom im Elektrofahrzeug der effizienteste und klimawirksamste Weg. Alles andere verzögert vor allem den notwendigen Strukturwandel.
Trotzdem klammern wir uns weiterhin an den Verbrennungsmotor – eine Technologie, die uns wirtschaftlich, geopolitisch und klimapolitisch in Abhängigkeit hält.
Ein durchschnittlicher Verbrenner verschlingt über seine Lebensdauer rund 100 Badewannen voller Erdöl.
Dieses Öl ist danach unwiederbringlich verbrannt. Weg.
Für immer.
Beim Elektroauto sieht die Welt grundlegend anders aus. Die benötigten Rohstoffe für Batterien und Solaranlagen bleiben im System.
Sie können recycelt, wiederverwendet und technisch weiterentwickelt werden, wenn sie einmal im Land sind. Beim Verbrenner dagegen muss der Treibstoff ständig neu importiert werden – Jahr für Jahr, Krise für Krise.
Diese Abhängigkeit gleicht der eines Junkies. Der nächste Schuss ist immer nötig, egal wie teuer oder gefährlich er ist. Und wie bei echten Drogen wird auch um Öl Krieg geführt. Staaten destabilisieren sich gegenseitig, autoritäre Regime werden finanziert, Konflikte eskalieren – nur damit der Nachschub nicht reißt.
E-Autos in Kombination mit erneuerbaren Energien bieten dagegen echte Souveränität. Strom aus Sonne und Wind kennt keine OPEC, keine Blockaden, keine Tankerkrisen. Er macht uns unabhängiger, sicherer und langfristig günstiger. Jeder weitere Verbrenner verlängert dagegen eine Abhängigkeit, die wir uns politisch und wirtschaftlich längst nicht mehr leisten können.
Carport mit Photovoltaik zum Laden des Vollstromer für durchschnittlich 55-65 km pro Tag im Jahresdurchschnitt.
Die Technik ist da.
Die Alternativen sind da. Was fehlt, ist der konsequente politische und gesellschaftliche Wille. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob wir umsteigen – sondern warum wir diesen Irrsinn noch immer nicht beenden.
Auch Frankreich bezieht teuren Strom aus Deutschland.
Der in Deutschland verbrauchte Strom wird rechnerisch zu 95% aus EE erzeugt und das bereits seit Monatsbeginn.
Auch Ende letzten Monats war die Situation ähnlich.Gas und Kohle muss noch eingesetzt werden, da wir in der Heizperiode in den noch nicht dekarbonisierten Fernwärmenetzen ordentlich Heizbedarf haben.
Eine Schwalbe macht bekanntlich keinen Sommer! Dennoch ist dies ein toller Start in ein neues Jahr, das uns mit größter Sicherheit einen Rekord an Windzubau, einen hohen Solarzubau, einen Rekordzubau an Batterien und im größeren Stil den Einstieg in flexibilisierte Biogas-Anlagen bringen wird.
Die neuen EE-Anlagen erhalten im Mittel Vergütungen, die rund 30% unter dem heutigen Marktpreis liegen.
Die Batterien erhalten keine EE-Zuschüsse und helfen – so ist es angestrebt – den Netzausbau zu verbilligen. Insgesamt wird der Strom billiger und die Netzstabilität in Dunkelflauten höher.
Hoffentlich bremst das Wirtschaftsministerium nicht!
Windkraft.
An dieser Stelle sei auch ganz herzlich dem Kollegen Prof. Bruno Burger am Fraunhofer ISE gedankt, dessen öffentlich zugängliche und perfekt aufbereitete Energiedatenanalysen solche Auswertungen ermöglichen.
Donald Trump erklärt seit Monaten, er könne den Krieg in der Ukraine „schnell beenden“.
Diese Aussage wirkt auf den ersten Blick wie ein diplomatisches Versprechen. Tatsächlich ergibt sie vor allem wirtschaftlich und geopolitisch Sinn.
Denn ein andauernder Krieg verhindert Investitionen, blockiert Privatisierungen und macht den Zugriff auf strategische Rohstoffe unmöglich. Ein stabiler Frieden hingegen öffnet Märkte.
Die Ukraine verfügt über eines der größten bekannten Lithiumvorkommen Europas. Lithium ist ein Schlüsselrohstoff für Batterien, Elektromobilität, Energiespeicher und militärische Technologien.
Wer sich hier Zugriff sichert, kontrolliert nicht nur Wertschöpfung, sondern auch geopolitische Abhängigkeiten. Genau an diesem Punkt setzt die neue Rohstofflogik an, die Trumps Politik prägt.
Ein n-tv-Bericht zeigt, dass Trump-nahe Investoren gemeinsam mit TechMet Zugang zum größten ukrainischen Lithiumfeld erhalten sollen.
TechMet ist kein politischer Akteur, sondern ein strategischer Rohstoffinvestor.
Doch gerade diese Rolle macht das Unternehmen relevant: Es verbindet staatliche Interessen, private Investitionen und globale Lieferketten. Ein Frieden erhöht den Wert solcher Projekte schlagartig.
In diesem Zusammenhang taucht immer wieder der Name Jared Kushner auf.
Kushner ist nicht offiziell Teil dieses Lithium-Konsortiums. Dennoch ist seine Rolle zentral für das Verständnis der Gesamtstrategie.
Nach Trumps Abwahl (erste Amtszeit) gründete Kushner den Fonds Affinity Partners, der unter anderem durch rund zwei Milliarden US-Dollar aus dem saudischen Staatsfonds Public Investment Fund finanziert wurde.
Dieser Fonds investiert gezielt in Energie, Infrastruktur und geopolitisch sensible Schlüsselindustrien. Er ist kein Ukraine-Akteur, profitiert aber strukturell von Stabilisierung, Marktöffnung und Privatisierung.
Dasselbe Muster zeigt sich beim Interesse Trumps an Grönland.
Grönland ist reich an Seltenen Erden, Uran und strategischen Metallen und zugleich militärisch hoch relevant. Ob Ukraine oder Arktis:
Es geht nicht um Diplomatie aus Idealismus, sondern um Kontrolle über Zukunftsrohstoffe.
Trumps Friedensrhetorik ist daher kein Widerspruch, sondern Teil eines konsistenten Konzepts.
Krieg zerstört Werte, Frieden schafft Zugriff, Rohstoffe sichern Macht.
Der Frieden, den Trump meint, ist ein investierbarer Frieden – stabil genug für Kapital, profitabel genug für Netzwerke, strategisch genug für geopolitische Dominanz.
Damit markiert Teil 10 einen Wendepunkt in dieser Serie: Weg von der reinen Machtpolitik, hin zur Rohstoff- und Investitionslogik, die erklärt, warum Frieden plötzlich zur zentralen Forderung wird.
Atomkraftwerke gelten oft als verlässliche Stromlieferanten, angeblich unabhängig von Wind und Wetter.
Doch die Praxis zeigt:
Auch sie sind wetterabhängig. Genau das wurde zuletzt in Frankreich sichtbar.
Der französische Energiekonzern EDF musste das Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal in der Nacht zu Freitag zeitweise herunterfahren. (siehe Ergänzung unten*).
Bei Sturm und extremen Windgeschwindigkeiten hat Sicherheit Vorrang, denn Wetterextreme können kritische Infrastruktur rund um Netzverbindungen und Kühlsysteme beeinträchtigen.
Und das ist kein Einzelfall. Frankreich kennt das Problem seit Jahren:
Bei Hitzewellen werden Reaktoren gedrosselt oder abgeschaltet, weil Flüsse und Meereswasser zu warm sind oder weil Niedrigwasser weniger Kühlleistung erlaubt.
Kühlung ist bei Atomkraft kein Nebenthema, sondern eine zentrale Betriebsbedingung. Wenn die Natur an diese Grenzen stößt, muss die Leistung runter oder der Reaktor vom Netz.
Die Erkenntnis ist einfach: Kein Kraftwerk läuft völlig unabhängig vom Wetter.
Der Unterschied liegt darin, wie das System damit umgeht.
Erneuerbare Energien sind von Anfang an auf Schwankungen ausgelegt.
Wind und Sonne werden heute mit Batteriespeichern, flexiblen Verbrauchern, Lastmanagement und europäischer Netzkoordination kombiniert. So wird aus Wettervariabilität ein planbarer Faktor.
Wer Versorgungssicherheit wirklich ernst nimmt, sollte deshalb nicht einzelne Technologien idealisieren oder verteufeln, sondern das Zusammenspiel verbessern.
Die Stromsysteme der Zukunft entstehen durch Vielfalt, Flexibilität und intelligente Steuerung, nicht durch Dominanz eines einzigen Energieträgers.
Atomkraft
Energiewende
Versorgungssicherheit
Frankreich
ErneuerbareEnergien
* Ergänzung:
Beim jüngsten Sturmtief „Goretti“ in Nordfrankreich wurden konkret zwei Reaktoren des Kernkraftwerks Flamanville vom Netz genommen:
Reaktor 1 (klassischer Druckwasserreaktor mit etwa 1,3 GW)
Reaktor 3 (der neue EPR-Reaktor mit etwa 1,6 GW)
Beide Blöcke wurden wegen des Sturms und der Unterbrechung einer Hochspannungsleitung aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und vom Netz getrennt. Gleichzeitig war Reaktor 2 bereits wegen planmäßiger Wartungsarbeiten offline, sodass dort kein zusätzlicher wetterbedingter Eingriff nötig war.
Am heutigen Nachmittag mitteleuropäischer Zeit wird eine Entscheidung des Supreme Court erwartet, die erhebliche wirtschaftliche und politische Auswirkungen haben dürfte. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die von Donald Trump verhängten Importzölle rechtmäßig sind oder ob sie die verfassungsmäßigen Kompetenzen des Präsidenten überschreiten.
Trump hatte die Zölle auf Waren aus Europa, China, Kanada und weiteren Staaten als Schutzmaßnahme für die US-Wirtschaft eingeführt. Kritiker sehen darin jedoch eine unzulässige Machtverschiebung, da Handelspolitik traditionell dem Kongress obliegt. Mehrere untergeordnete Gerichte haben diese Sicht bereits gestützt, weshalb nun das oberste Gericht entscheidet.
Ich gehe davon aus, dass der Supreme Court die Zölle zurücknimmt. Für Trump wäre dies eine herbe politische Niederlage. Seine zentrale wirtschaftspolitische Strategie würde damit juristisch scheitern und zugleich erheblichen finanziellen Druck erzeugen.
Denn im Falle einer Aufhebung müssten die bereits eingenommenen Zölle an jene Unternehmen zurückgezahlt werden, die diese Abgaben gezahlt haben. Damit würde ein wichtiges Argument Trumps für seine Haushalts- und Sicherheitspolitik wegfallen.
Vor diesem Hintergrund ist auch Trumps Vorgehen gegenüber Venezuela zu sehen. Durch die Beschlagnahmung und Nutzung fossiler Rohstoffe sollen nach seinen Vorstellungen rund zwei Milliarden US-Dollar generiert werden. Dieses Geld könnte genutzt werden, um mögliche Rückzahlungen zu kompensieren und zugleich politisch zu begründen, warum die Verteidigungsausgaben nicht stärker erhöht werden können.
Das heutige Urteil ist daher weit mehr als eine juristische Entscheidung. Es geht um die Grenzen präsidialer Macht, um Rechtsstaatlichkeit und um die Frage, ob wirtschaftspolitische Alleingänge eines Präsidenten Bestand haben dürfen. Sollte der Supreme Court die Zölle kippen, wäre dies ein deutliches Signal, dass auch ein Präsident wie Trump nicht über dem Gesetz steht.
Der weltweite Strombedarf steigt rasant – und genau darin liegt eine historische Chance.
Lange galt wirtschaftliches Wachstum als Gegner des Klimaschutzes.
Doch immer deutlicher wird:
Steigende Stromnachfrage kann Dekarbonisierung und Wohlstand gleichzeitig vorantreiben, wenn sie klug gestaltet wird.
Warum der Stromhunger wächst
Der globale Stromverbrauch dürfte in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Treiber sind vor allem:
Künstliche Intelligenz und Rechenzentren,
Elektrifizierung von Industrieprozessen,
Elektromobilität, Wärmepumpen und Klimatisierung.
Diese Anwendungen sind energieintensiv, ersetzen aber zugleich fossile Energieträger – und ermöglichen große Effizienzgewinne.
Konkrete Beispiele:
So kann mehr Strom weniger CO₂ bedeuten
Wärmepumpen: Sie erhöhen den Strombedarf, senken aber den Gas- und Ölverbrauch deutlich – besonders, wenn der Strom zunehmend aus Wind und Sonne kommt,
Stahlindustrie: Elektrische Lichtbogenöfen benötigen viel Strom, können aber gegenüber kohlebasierten Hochöfen massive CO₂-Einsparungen ermöglichen,
Rechenzentren: Neue Standorte entstehen zunehmend dort, wo erneuerbare Energien gut verfügbar sind – so kann digitales Wachstum klimafreundlicher werden,
Netze & Flexibilität: Intelligente Stromnetze, Speicher und Lastmanagement helfen, erneuerbare Energien besser zu integrieren und Spitzenlasten zu glätten.
Wachstum und Klimaschutz: Kein Widerspruch
Entscheidend ist nicht, dass der Strombedarf steigt, sondern womit er gedeckt wird. Wenn zusätzlicher Strom aus sauberen Quellen stammt und die Netze modernisiert werden, entsteht ein positiver Kreislauf:
mehr Investitionen in erneuerbare Erzeugung und Infrastruktur,
mehr Innovation und Jobs in Technik, Bau, Netzen und Digitalisierung,
sinkende Emissionen trotz wachsender Wirtschaft.
Resümee
Der wachsende Strombedarf ist kein reines Risiko – er ist ein Hebel. Richtig genutzt, kann er die Energiewende beschleunigen, die Wirtschaft stärken und Emissionen senken. Die Zukunft ist elektrisch – und genau darin liegt ihre Klimachance.
Seit Jahren wird den Menschen erzählt: „Ohne Kohle, Gas und Atom geht in Deutschland das Licht aus.“
Dieses Argument wird besonders von CDU, CSU, AfD und FDP immer wiederholt.
Das Problem:
Dieses Argument ist wissenschaftlich falsch.
Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung im renommierten Journal Cell Reports Physical Science (Cell Press) kommt zu einem klaren Ergebnis:
Moderne Stromsysteme brauchen keine klassischen Grundlastkraftwerke. Entscheidend ist nicht „Dauerstrom“, sondern Flexibilität.
Was bedeutet „Grundlast“ überhaupt?
Früher war die Stromversorgung einfach gedacht:
Große Kraftwerke liefen rund um die Uhr, Strom floss in eine Richtung, und Verbraucher mussten sich anpassen.
Dieses Denken stammt aus einer Zeit vor Windrädern, Solaranlagen, Speichern und digitalen Netzen.
Heute ist die Realität eine andere: Stromsysteme werden stabil, wenn sie schnell reagieren können – und genau das können starre Großkraftwerke oft nicht.
Warum Grundlastkraftwerke heute ein Problem sind
Kohle- und Atomkraftwerke lassen sich nur schwer herunterfahren. Sie reagieren langsam und produzieren häufig Strom auch dann, wenn er gar nicht gebraucht wird. Das führt zu einem paradoxen Effekt: Wenn viel Wind- und Solarstrom da ist, werden erneuerbare Anlagen teilweise abgeregelt, weil starre Kraftwerke das Netz blockieren.
Klartext: Nicht zu wenig Strom ist das Problem – sondern zu wenig Flexibilität.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Studie zeigt anhand von Modellen und Simulationen:
Versorgungssicherheit hängt nicht davon ab, dass einige Kraftwerke ständig laufen.
Sie hängt davon ab, dass das System Schwankungen ausgleichen kann – schnell, intelligent und dezentral.
Genau dafür sind Speicher, flexible Reservekraftwerke und steuerbarer Verbrauch deutlich besser geeignet als klassische Grundlast.
Was ersetzt die alte Grundlast? Ganz einfach erklärt
1. Wind und Sonne im Zusammenspiel Wind und Solar ergänzen sich oft zeitlich. Außerdem gleicht sich über große Regionen vieles aus: Wenn es in einer Region windstill ist, weht in einer anderen oft Wind, und umgekehrt.
2. Stromspeicher Batterien können in Sekunden reagieren. Für längere Zeiträume gibt es Pumpspeicher, Wärmespeicher und langfristig auch Wasserstoff-Lösungen. Speicher liefern Strom dann, wenn er gebraucht wird – nicht dann, wenn ein Kraftwerk zufällig gerade läuft.
3. Flexible Reservekraftwerke Gas-Kraftwerke können als Reserve dienen, aber nur bei Bedarf. Nicht als Dauerlösung, nicht als Grundlast – sondern als Sicherheitsnetz für besondere Situationen.
4. Intelligenter Verbrauch (Lastmanagement) E-Autos laden, wenn viel Strom da ist. Industrie verschiebt Prozesse. Wärmepumpen arbeiten netzdienlich. Der Verbrauch passt sich an – und stabilisiert das Netz.
Das ist der Kern der modernen Energieversorgung: Flexibilität statt Starre.
Warum erzählen CDU, CSU, AfD und FDP trotzdem etwas anderes?
Weil diese Parteien politisch und ideologisch oft an der alten Energiewelt festhalten.
Man könnte sagen: alte Welt – alte Reflexe.
Dazu kommt, dass sich die fossile Lobby über Jahrzehnte in politische und mediale Strukturen eingearbeitet hat – teils direkt, teils über Netzwerke und Vorfeldorganisationen.
Friedrich Merz – Umbau von Deutschland in die Vergangenheit für BlackRock, Gaslobby und sonstiger fossiler Lobby.
Auch Organisationen wie EIKE und Partnernetzwerke aus den USA tragen zur Verbreitung von Narrativen bei, die Zweifel säen und die Energiewende diskreditieren sollen – häufig nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern aus Interessenpolitik.
Katherina Reiche (CDU).
Die wahre Gefahr für Deutschland
Die Gefahr sind nicht Windräder und Solaranlagen. Die Gefahr ist, dass Deutschland aus Angst und Lobbydruck auf alte Technologien setzt, während die Welt längst auf flexible, erneuerbare Systeme umstellt.
Wer die Zukunft blockiert, riskiert nicht nur Klimaziele, sondern auch industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Versorgungssicherheit.
Resümee
Grundlast ist kein Naturgesetz – sie ist ein Relikt. Moderne Systeme sind sicher, wenn sie flexibel sind. Die Technik ist da, die ökonomischen Argumente werden immer stärker, und die wissenschaftliche Lage ist eindeutig.
Wer heute noch Kohle, Atom und Grundlast fordert, schützt nicht Deutschland – er schützt alte Geschäftsmodelle.
Wissenschaftliche Quelle: Cell Reports Physical Science (Cell Press), Artikel: S2666-3864(25)00649-6, „Baseload power plants are not essential for future …“
Grundlast ist ein Märchen – Wie alte Energie-Mythen Deutschlands Zukunft blockieren
Ein Beitrag von Werner Hoffmann
Seit Jahren wird den Menschen erzählt: „Ohne Kohle, Gas und Atom geht in Deutschland das Licht aus.“ Dieses Argument wird besonders von CDU, CSU, AfD und FDP immer wiederholt. Das Problem: Dieses Argument ist wissenschaftlich falsch.
Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung im renommierten Journal Cell Reports Physical Science (Cell Press) kommt zu einem klaren Ergebnis: Moderne Stromsysteme brauchen keine klassischen Grundlastkraftwerke. Entscheidend ist nicht „Dauerstrom“, sondern Flexibilität.
Was bedeutet „Grundlast“ überhaupt?
Früher war die Stromversorgung einfach gedacht: Große Kraftwerke liefen rund um die Uhr, Strom floss in eine Richtung, und Verbraucher mussten sich anpassen. Dieses Denken stammt aus einer Zeit vor Windrädern, Solaranlagen, Speichern und digitalen Netzen.
Heute ist die Realität eine andere: Stromsysteme werden stabil, wenn sie schnell reagieren können – und genau das können starre Großkraftwerke oft nicht.
Warum Grundlastkraftwerke heute ein Problem sind
Kohle- und Atomkraftwerke lassen sich nur schwer herunterfahren. Sie reagieren langsam und produzieren häufig Strom auch dann, wenn er gar nicht gebraucht wird. Das führt zu einem paradoxen Effekt: Wenn viel Wind- und Solarstrom da ist, werden erneuerbare Anlagen teilweise abgeregelt, weil starre Kraftwerke das Netz blockieren.
Klartext: Nicht zu wenig Strom ist das Problem – sondern zu wenig Flexibilität.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Studie zeigt anhand von Modellen und Simulationen: Versorgungssicherheit hängt nicht davon ab, dass einige Kraftwerke ständig laufen. Sie hängt davon ab, dass das System Schwankungen ausgleichen kann – schnell, intelligent und dezentral. Genau dafür sind Speicher, flexible Reservekraftwerke und steuerbarer Verbrauch deutlich besser geeignet als klassische Grundlast.
Was ersetzt die alte Grundlast? Ganz einfach erklärt
1. Wind und Sonne im Zusammenspiel Wind und Solar ergänzen sich oft zeitlich. Außerdem gleicht sich über große Regionen vieles aus: Wenn es in einer Region windstill ist, weht in einer anderen oft Wind, und umgekehrt.
2. Stromspeicher Batterien können in Sekunden reagieren. Für längere Zeiträume gibt es Pumpspeicher, Wärmespeicher und langfristig auch Wasserstoff-Lösungen. Speicher liefern Strom dann, wenn er gebraucht wird – nicht dann, wenn ein Kraftwerk zufällig gerade läuft.
3. Flexible Reservekraftwerke Gas-Kraftwerke können als Reserve dienen, aber nur bei Bedarf. Nicht als Dauerlösung, nicht als Grundlast – sondern als Sicherheitsnetz für besondere Situationen.
4. Intelligenter Verbrauch (Lastmanagement) E-Autos laden, wenn viel Strom da ist. Industrie verschiebt Prozesse. Wärmepumpen arbeiten netzdienlich. Der Verbrauch passt sich an – und stabilisiert das Netz.
Das ist der Kern der modernen Energieversorgung: Flexibilität statt Starre.
Warum erzählen CDU, CSU, AfD und FDP trotzdem etwas anderes?
Weil diese Parteien politisch und ideologisch oft an der alten Energiewelt festhalten. Man könnte sagen: alte Welt – alte Reflexe. Dazu kommt, dass sich die fossile Lobby über Jahrzehnte in politische und mediale Strukturen eingearbeitet hat – teils direkt, teils über Netzwerke und Vorfeldorganisationen.
Auch Organisationen wie EIKE und Partnernetzwerke aus den USA tragen zur Verbreitung von Narrativen bei, die Zweifel säen und die Energiewende diskreditieren sollen – häufig nicht aus wissenschaftlichen Gründen, sondern aus Interessenpolitik.
Die wahre Gefahr für Deutschland
Die Gefahr sind nicht Windräder und Solaranlagen. Die Gefahr ist, dass Deutschland aus Angst und Lobbydruck auf alte Technologien setzt, während die Welt längst auf flexible, erneuerbare Systeme umstellt.
Wer die Zukunft blockiert, riskiert nicht nur Klimaziele, sondern auch industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Versorgungssicherheit.
Resümee
Grundlast ist kein Naturgesetz – sie ist ein Relikt. Moderne Systeme sind sicher, wenn sie flexibel sind. Die Technik ist da, die ökonomischen Argumente werden immer stärker, und die wissenschaftliche Lage ist eindeutig.
Wer heute noch Kohle, Atom und Grundlast fordert, schützt nicht Deutschland – er schützt alte Geschäftsmodelle.
Der Jahresanfang hat gezeigt, wie schnell es ernst werden kann: In Berlin waren nach einem Sabotagefall zehntausende Haushalte über Tage ohne Strom.
Plötzlich fehlen Heizung, Warmwasser, Kommunikation, Licht, funktionierende Aufzüge. Ein langer Ausfall macht innerhalb kurzer Zeit aus Alltag einen Ausnahmezustand. Genau deshalb rückt eine Frage ins Zentrum, die viele bisher für Theorie gehalten haben: Können Elektroautos im Notfall Strom liefern und damit zumindest Teile der Versorgung sichern?
In der großen Batterie moderner E-Autos steckt ein beachtlicher Energiespeicher. Entscheidend ist aber, welche Technik das Fahrzeug unterstützt und wie gut Haus und Installation darauf vorbereitet sind. Hier wird oft alles in einen Topf geworfen, obwohl es klare Unterschiede gibt.
Erstens: Vehicle to Load, kurz V2L. Das ist die pragmatischste Variante. Das Auto wird zur mobilen Steckdose und liefert 230 Volt für kleinere Verbraucher. Damit lassen sich bei Stromausfall zum Beispiel Smartphones laden, Beleuchtung betreiben oder einzelne Geräte versorgen. Einige Hersteller bieten solche Funktionen bereits in Serienfahrzeugen an. Für den Alltag ist das praktisch, für einen längeren Blackout ist es aber nur eine Teilhilfe, weil große Verbraucher und eine komplette Hausversorgung damit meist nicht realistisch abgedeckt werden.
Zweitens: Vehicle to Home, kurz V2H. Hier speist das Auto Strom direkt in das Hausnetz ein, ähnlich wie ein Generator, nur elektrisch. Damit wird es deutlich relevanter, weil nicht nur einzelne Geräte laufen, sondern ein Haushalt für eine gewisse Zeit stabil versorgt werden kann. Dafür braucht es jedoch Technik und Planung: Das Gebäude muss vom öffentlichen Netz sauber getrennt werden können, damit ein sicherer Inselbetrieb möglich ist. Ohne fachgerecht installierte Umschalttechnik und passende Hardware funktioniert das nicht zuverlässig und darf es aus Sicherheitsgründen auch nicht.
Drittens: Vehicle to Grid, kurz V2G. Dabei wird das Auto Teil des Stromnetzes und kann Energie aufnehmen und wieder abgeben. In einer Zukunft mit intelligenten Netzen und dynamischen Tarifen könnte das helfen, erneuerbare Energien besser zu nutzen und Netze zu stabilisieren. Für einen konkreten Blackout in einem abgeschalteten Netzabschnitt ist V2G jedoch kaum geeignet, weil Sicherheitsvorgaben eine Einspeisung in ein abgeschaltetes Netz verhindern. Das schützt Einsatzkräfte und ermöglicht ein kontrolliertes Wiederhochfahren des Netzes.
Was heißt das unterm Strich für Krisenfälle? Am realistischsten ist Hilfe auf Gebäudeebene, also über V2H oder Vehicle to Building, wenn ein Haus oder ein Gebäude als Insel betrieben werden kann. Mit bidirektionaler Wallbox, geeigneter Leistungselektronik und sauberer Netztrennung kann ein E-Auto dann tatsächlich wichtige Funktionen im Haushalt stützen. Besonders wirkungsvoll wird das im Verbund mit Photovoltaik und stationärem Speicher, weil dann nicht nur Energie entnommen, sondern je nach Wetter auch wieder nachgeladen werden kann.
Der Haken ist der Aufwand. Umschalter im Zählerschrank, bidirektionale Wallbox, Installation und Abnahme kosten Geld und müssen geplant werden. Ohne Vorbereitung gibt es keine schnelle Resilienz. Beispiele aus Ländern, in denen Unwetter häufiger Netze lahmlegen, zeigen aber: Wenn Hersteller und Infrastruktur auf Notstrom ausgelegt sind, kann ein E-Auto im Extremfall ein Haus sogar über längere Zeit stützen.
Warum das im Versorgungsfall und sogar im Kriegsfall relevant sein kann. In einer Lage mit wiederkehrenden Stromausfällen, wie man sie in Krisenregionen sieht, zählt jede dezentrale Quelle, die Kommunikation, Licht, medizinische Geräte, Kühlung oder Wärmeerhalt unterstützt. Gerade in Szenarien, wie sie die Ukraine durch Angriffe auf Energieinfrastruktur erlebt, kann ein E-Auto als mobiler Speicher helfen, Versorgungslücken zu überbrücken. Nicht als Ersatz für ein ganzes Stromnetz, aber als dezentrale, schnell verfügbare Energie für Haushalte, Notunterkünfte, lokale Anlaufstellen oder einzelne kritische Geräte. Je mehr Fahrzeuge und Gebäude dafür vorbereitet sind, desto höher wird die Widerstandskraft einer Region.
Elektroautos sind damit nicht nur Fortbewegungsmittel. Richtig eingebunden werden sie zu einem Baustein moderner Krisenvorsorge. Das Potenzial ist da, aber es wird erst dann echte Notfallhilfe, wenn Technik, Regeln und Installation im Vorfeld konsequent mitgedacht werden.