Ein Beitrag von

– Überzeugter EU-Demokrat.-
Der LinkedIn-Artikel „Deutschlands neue Chancen in Südostasien“(siehe unten) * zeigt überzeugend, warum Deutschland und Europa ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu den ASEAN-Staaten ausbauen wollen.
Südostasien ist wachstumsstark, innovationsfreudig und geopolitisch relevant.
In einer Welt fragiler Lieferketten ist diese Öffnung richtig – aber sie darf nicht isoliert gedacht werden.
Diversifizierung ja – insbesondere gegenüber China
Die Südostasien-Strategie ist Teil des europäischen De-Risking-Ansatzes gegenüber China. Nicht als Abkehr, sondern als Risikostreuung. Viele Länder der Region sind wirtschaftlich eng mit China verflochten, zugleich aber offen für europäische Partnerschaften.

Südostasien ist daher keine Alternative zu China, sondern eine strategische Ergänzung, um Abhängigkeiten zu verringern.
Erste Priorität: Europa selbst
Was in der Debatte oft zu kurz kommt: Europas größtes ungenutztes Potenzial liegt im eigenen Binnenmarkt. Noch immer scheitern Kooperationen an nationalen Regelwerken, fragmentierter Industriepolitik und fehlender Koordination. Es ist widersprüchlich, neue Märkte in Asien zu erschließen, während der wirtschaftliche Austausch innerhalb der EU unnötig kompliziert bleibt.

Ohne gemeinsame Industrie- und Energiepolitik, europäische Lieferketten und abgestimmte Investitionen in Schlüsseltechnologien bleibt jede Außenstrategie instabil.
Zweite Priorität: Demokratische Partner
Nach der Stärkung des EU-Binnenmarktes muss Europa systematisch den Austausch mit anderen demokratischen Staaten ausbauen – etwa mit Kanada, Japan, Südkorea, Australien oder demokratischen Ländern in Lateinamerika und Afrika. Gemeinsame Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Verlässlichkeit und transparente Regeln sind dabei kein moralischer Zusatz, sondern wirtschaftliche Sicherheit.

Dritte Ebene: Globale Diversifizierung – inklusive Südostasien
Auf dieser Grundlage entfaltet auch die Südostasien-Strategie ihre volle Wirkung: als Wachstumschance und geopolitischer Ausgleich, nicht als Ersatz für europäische oder demokratische Kernpartnerschaften.
Vierte Ebene: Länder auf dem Weg zur Demokratie einbinden
Europa darf sich nicht auf bestehende Demokratien beschränken. Auch Staaten, die durch klare Bedingungen demokratisch gestärkt werden können, gehören in diese Strategie. Handel ist hier ein politisches Instrument – über Standards, Transparenz und Verantwortung.

Dazu gehört ausdrücklich das Lieferkettengesetz. Es ist kein Bürokratiemonster, sondern ein demokratisches Steuerungsinstrument. Wer gegen das Lieferkettengesetz ist, ist in letzter Konsequenz gegen demokratische Werte, denn Handel ohne Verantwortung stabilisiert Ausbeutung und autoritäre Strukturen.

Resümee
Europa stärken, demokratische Partner ausbauen, global diversifizieren – und demokratische Entwicklung aktiv fördern. Nur so wird Europa strategisch souverän.
#EuropaZuerst
#DemokratischePartner
#StrategischeSouveränität
#Lieferkettengesetz
#DeRisking
* https://www.linkedin.com/pulse/deutschlands-neue-chancen-s%C3%BCdostasien-warum-das-eine-er%C3%B6ffnet-kklkf

